Landesgruppe Niedersachsen
Profil

Die Gründung am 22. Januar 1960
Zum 21. Januar 1960 wurden aus Niedersachsen die Herren Dr. Ganser, Stübing und Eskobier nach Bonn in das Gebäude des „Bonner Bürgervereins“ eingeladen, um mit den aus den anderen Bundesländern eingeladenen Reservisten den Zusammenschluss der Reservisten aller Dienstgrade in einem Verein zu erörtern. Dieser Kreis entschloss sich, am folgenden Tag eine Vereinssatzung für einen Reservistenverband zu beschließen und damit den Verein offiziell zu gründen. Am 22. Januar 1960 gründeten 27 Reservisten aus allen Bundesländern – nachdem sie die Vereinsstatuten erarbeitet hatten – den „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) e.V.“.
Die Gründungsversammlung wählte zum Bundesvorsitzenden des neuen Verbandes den nicht anwesenden Journalisten Adelbert Weinstein (FAZ), der telefonisch diese Wahl annahm. Als einer der drei stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dr. Lothar Ganser (Hameln) gewählt. Insgesamt wurden 14 Vorstandsmitglieder gewählt. Diesem ersten Bundesvorstand gehörte aus Niedersachsen neben Dr. Ganser auch Heinz G. Eskobier an; ebenso der spätere Niedersächsische Minister der Justiz, Prof. Dr. Schwind.
Prof. Dr. Schwind 2010
In einer anschließenden ersten Sitzung beschloss der neu gewählte Bundesvorstand für die einzelnen Bundesländer „Landesbeauftragte“ zu bestellen, die den Verband in den Ländern aufbauen sollten. Eskobier wurde zum „Landesbeauftragten für Niedersachsen“ bestellt. Mit seiner Bestellung zum „Landesbeauftragten für Niedersachsen“ am 22. Januar 1960 entstand die „Landesgruppe Niedersachsen des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.“ mit ihren drei ersten Mitgliedern: Eskobier, Dr. Ganser, Stübig.
Erste Kreisgruppe in Niedersachsen
Schon kurz nach der Gründung des Verbandes konnte in Niedersachsen die erste Kreisgruppe in Hannover durch Wahl eines „Kreisgruppenvorstandes“ gegründet werden. Nach vorheriger Tätigkeit als „Kreisbeauftragter“ wurde Oberleutnant d.R. Horst Voigt im Mai 1960 zum Vorsitzenden der „Kreisgruppe Hannover-Stadt“ gewählt.
Die Anfänge der „Reservistenarbeit“ in Niedersachsen sind als Vorgeschichte ein wichtiger Teil der Verbandsgruppe auf Bundesebene; denn, Erfahrungen, die beim Aufbau des Verbandes in Niedersachsen gesammelt wurden, kamen dem Bundesvorstand unmittelbar – und umgekehrt – zugute. Als Landesbeauftragter Niedersachsens und als Mitglied des Bundesvorstandes hat Eskobier allein im ersten Jahr nach der Gründung des Verbandes 1.000 Mitglieder mit Wohnsitzen in allen Teilen des Bundesgebietes geworben (nachzulesen in „Die Reserve“. Jg 1961), von denen wiederum ein großer Teil den Grundstein für die damals rund 580 Kreisgruppen in den Bundesländern als „Kreisbeauftragte“ gelegt hat. Erfreulich war, dass die ehemals von Niedersachsen ausgehenden Impulse der theoretischen und praktischen Weiterbildung der Reservisten, ihrer Inübunghaltung und der Pflege ihres Wehrwillens durch die spätere Wahl von Heinz-Detleff Drape zum Präsidenten des VdRBw auch im Gesamtverband stärker in den Vordergrund traten.
... und so geht es weiter
Der Verband vor neuen Aufgaben
Wenn der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr nach 50 Jahren seines Bestehens aus kleinen Anfängen zu einer großen und erfolgreichen Gemeinschaft herangewachsen ist, ergibt sich aus solch einem Blick in die Vergangenheit gleichermaßen auch der Auftrag, verbandspolitisch in die Zukunft zu wirken.
Die Bundeswehr wird nach der heutigen Planung deutlich kleiner sein. Gerade wenn die Zahl der vollpräsenten Verbände und die der gekaderten Verbände geringer wird, bleiben gut ausgebildete Reservisten unverzichtbar für unsere Sicherheit. Ihre Bedeutung wird weiter zunehmen.
Unverzichtbare Säulen der Verbandsarbeit bleiben die sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit und die militärische Förderung. Mehr als bisher wird es darauf ankommen, durch Kontakte zu den politischen Parteien, zu den kommunalen Gebietskörperschaften und zu den Medien unseren Auftrag und den Auftrag der Streitkräfte verständlich zu machen. Eine noch engere Zusammenarbeit mit allen soldatischen Verbänden und Reservistenzusammenschlüssen wird unseren Auftrag, Mittler für die Streitkräften in der Gesellschaft zu sein, unterstützen.

Die gewachsenen Strukturen der Landesgruppe Niedersachsen
Bereits bis 1990 hatte sich die Landesgruppe Niedersachsen in die Bezirksgruppen Weser-Ems, Lüneburg-Stade, Hannover und Braunschweig mit 17 Kreisgruppen strukturiert. Die Bezirksgruppe Weser-Ems war die Größte unter den Bezirksgruppen. Neuer Schwung kam 1992 mit dem Landesvorsitzenden Holm Eggers, der mit großem Geschick die Substanz der Landesgruppe Niedersachsen ständig kräftigte. Er rief das „Jahresessen“ im Fliegerhorst Wunstorf ins Leben. Er verstand es, die hohe Politik, das Militär, die Verwaltung und die Verbände in dieser Veranstaltung zu vereinen und dadurch für den Reservistenverband zu werben. Für alle erkennbar, wurde in den 90er Jahren und Anfang der Jahrtausendwende die Verbandsarbeit insgesamt maßgeblich von der Landesgruppe Niedersachsen geprägt. Hierbei waren Schwerpunkte Sicherheitspolitische Veranstaltungen, Tag der Reservisten, militärische Ausbildungen, militärische Wettkämpfe, Marschveranstaltungen und Mitgliederwerbung. Der Helmstedt-Haldensleben-Marsch und der Scharnhorstmarsch wurden beliebte Veranstaltungen, die über die Landesgrenzen hinaus bis heute aus ganz Deutschland frequentiert werden. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurden Groß geschrieben. Neben dem Verbandsorgan „Loyal“ fand der NIEDERSACHSENKURIER, der das Leben der Kameradschaften in Niedersachsen als Ergänzung zur Loyal widerspiegelt, höchste Anerkennung und Beachtung.
Durch Gebietsreformen im Land wurden auch in der Landesgruppe Niedersachsen Umstrukturierungen notwendig. Hinzu kamen die strukturellen Veränderungen innerhalb der Bundeswehr, denen sich der Reservistenverband in Niedersachsen anpassen musste. Zunächst „verschmolzen“ die Bezirksgruppen Braunschweig und Hannover zur Bezirksgruppe „Hannover-Braunschweig“. Durch die Auflösung von Bundeswehrstandorten, vor allem im westlichen Bereich des Landes, war der Reservistenverband immer mehr gezwungen, seine Verbandsebenen zu straffen und anzupassen. Das führte u.a. zur Auflösung der Bezirksgruppen am 31.12.2007 und zu weiteren Fusionen von Kreisgruppen.

Die Landesgruppe Niedersachsen hat gezielte Mitgliederwerbung betrieben, jedoch war es dem damaligen Landesvorsitzenden Holm Eggers (links) nicht vergönnt, das gesetzte Ziel der Werbeaktion „20.000 Mitglieder“ zu erreichen. 2005 trat Eggers nach fast 14 Jahren Verbandsarbeit in Niedersachsen als Landesvorsitzender ins Glied zurück und überließ Manfred Schreiber (rechts) den Führungsanspruch in der Landesgruppe Niedersachsen. Dieser führt mittlerweile in der zweiten Periode.
Mit einem eigenen Web-Auftritt wirbt die Landesgruppe Niedersachsen mit
„DAS SIND WIR“:

Die Landesgruppe Niedersachsen ist mit rd. 14.800 Mitgliedern die Drittstärkste im Reservistenverband. Sie ist in 16 Kreisgruppen mit ca. 330 Reservistenkameradschaften und ca. 110 Arbeitsgemeinschaften gegliedert.
Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten!
Von der aktuellen Sicherheitspolitik bis hin zur Pflege der Kameradschaft ...
- Zahlen, Daten, Fakten: Hintergrundwissen aus erster Hand über die aktuelle Sicherheitspolitik, Förderung der sicherheitspolitischen Diskussion, Sicherheitspolitische Informationsreisen, studentische Reservistenarbeit, Förderung militärischer Fähigkeiten (FMF), Zivil-militärische-Zusammenarbeit (ZMZ).
- Breitgefächert - unser Angebot zur Auffrischung und Weiterbildung: Lehrgänge, Seminare, Checkpoint-, Schieß-, Fernmelde-, Pionier-, Sanitätsausbildung u.v.m..
- Ein Erlebnis ganz besonderer Art - Truppenbesuche bei Einheiten und Verbänden von Heer, Luftwaffe und Marine, auch bei ausländischen Streitkräften; Kriegsgräberpflegeeinsätze im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
- Internationale Zusammenarbeit: durch Kongresse, Seminare, Partnerschaften und Wettkämpfe, u.a. im Rahmen der internationalen Reserveunteroffizier- und -offiziervereinigungen AESOR und CIOR/CIOMR.
- Fit for fun - gemeinsam macht Sport mehr Spaß, ob beim Freizeit- oder Leistungssport, im Wettkampf, beim Erwerb von Sportabzeichen, Reservistenleistungsabzeichen oder bei der Ausbildung zum Rettungsschwimmer.
- Schließlich: Kameradschaft ist für uns unverzichtbar. Ein einzigartiges Gefühl, das kein anderer Verein so bieten kann.
Das für uns typische Vereinsleben finden Sie in unseren Kameradschaften. Eine davon ist bestimmt in Ihrer Nähe. Jeder kann unser Vereinsleben aktiv mitgestalten, seine Erfahrung und sein Können einbringen. Denn bei uns hat der Gefreite ebenso Sitz und Stimme wie der General. Aber auch Personen ohne Wehrdienst (fördernde Mitglieder) und aktive Soldaten (außerordentliche Mitglieder) sind in unseren Kameradschaften gern gesehen.
Fotos/Grafik: Herbert Biecker
Pressereferent Landesgruppe Niedersachsen
(zusammengestellt aus Auszügen Chronik „30 Jahre Verband der Reservisten der
Deutschen Bundeswehr e.V. Landesgruppe Niedersachsen“ und eigenen Texten)
Herbert Biecker
