Kreisgruppe Franken

Aktuelles

01.10.2015

MiG 29 G und Sanssouci

Unter Leitung des Beauftragten 60+ der Kreisgruppe Franken, HptGefr d. R. Hans Berger, besuchten Reservisten mit Damen vom 01. bis 04. Oktober 2015 Berlin.

Der Schwerpunkt des ersten Tages galt einer intensiven Stadtrundfahrt und eigenständiger Erkundung der Hauptstadt. In Berlin-Mitte waren die Vorbereitungen der Feierlichkeiten zur 25-jährigen Wiederkehr der deutschen Vereinigung nicht zu übersehen. Sogar Lena war angekündigt.

Der 3. Oktober führte die Gruppe zunächst zum Luftwaffen-Museum der Bundeswehr nach Berlin-Gatow. Auf dem ehemaligen Flughafengelände steht nicht nur der Dienstsitz des Inspekteurs der Luftwaffe, sondern in Hallen und auf freier Fläche Exemplare so gut wie aller Flugzeuge und Hubschrauber der Militär-Welt nach 1945. Die ungelenkte Kurzstreckenrakete Honest John darf auch nicht fehlen.

Die Führung widmete sich den Objekten in den Hallen. Die begann mit einem Nachbau der Rumpler-Etrich-Taube, Erstflug April 1910. Die Taube gilt als Vorläufer der  deutschen Weltkriegsflugzeuge 14-18 und war mit zwei Abwurfgranaten bestückt. Der Höhepunkt für diesen Zeitabschnitt ist zweifellos der Nachbau einer Fokker Dr I, die im Original u. a. von Manfred von Richthofen, Max Franz Immelmann und Oswald Boelcke geflogen wurde. Eine wiederhergestellte Me Bf 109-G2, Modelle der Ju 87 (Stuka), und Me 262 A 1(Düsenjäger), der Raketenabfangjäger Me 163 B im Original, Modelle der V1 mit Abschussrampe, dazu eine Original 8.8 Flak und das Radargerät Würzburg sind die Hauptvertreter des zweiten Weltkrieges.

Die Bundesluftwaffe bietet aus der Erstausstattung die F-84 Thunderstreak , dann Starfighter und Phantom, weitere Flugzeuge und Hubschrauber, so den Adenauer’schen Regierungshubschrauber Sikorsky H 34G. Militärpolitisches Glanzstück ist sicher die Mikojan-Gurewitsch, kurz MiG 29 G (G für Germany). Mit der Vereinigung erhielt die Bundesluftwaffe 24 nagelneue, hochmoderne MiG 29 der NVA. Der Luftüberlegenheitsjäger war im Westen bislang nur ungefähr bekannt. Ein Exemplar besaß die NATO nicht. Die NVA-MiGs waren allerdings nicht luftbetankungsfähig und konnten nur 40 Minuten in der Luft bleiben. So wurden sie, mit Ausnahme der Museums-MiG, nach Einführung des Eurofighters für 1 Euro pro Maschine an Polen verkauft.

Das Museum zeigt nicht nur Waffen und Gerät im Überfluss, sondern erinnert auch an die Rudel-Affäre von 1976. Hans-Ulrich Rudel, Oberst a. D., gilt als erfolgreichster Flieger des Weltkrieges. So vernichtete er mit seiner Ju 87 knapp 600 sowj. Panzer, über 700 Landfahrzeuge, versenkte ein sowj. Schlachtschiff vor Kronstadt bei Leningrad, russische Landungsboote etc und war Kommodore des Geschwaders Immelmann. Rudel positionierte sich nach 1945 massiv rechts, lebte und wirkte hauptsächlich in Südamerika. 1976 lud ihn das Aufklärungsgeschwader 51 Immelmann zu einer Feier ein. Daraus entwickelte sich eine Affäre, und der damalige Verteidigungsminister Leber entließ einen Staatssekretär, den KG der Luftwaffe und dessen Stellvertreter. Bei der Beerdigung Rudels 1982 in Mittelfranken flogen, wohl im Rahmen des Ausbildungsbetriebes, zwei Phantom und ein Starfighter im Tiefflug am Friedhof vorbei.

Der Nachmittag gehörte Potsdam. Eine Stadtrundfahrt gab Einblick in das Aufblühen der Hauptstadt Brandenburgs. Am Nationalfeiertag war es keine Überraschung, wenn der Besuch an das Grab Friedrichs des Großen neben seinem Schloss Sanssouci führte. Nach altem Brauch und besonders zahlreich lagen Kartoffeln auf der Grabplatte.

Auf der Rückfahrt schaute die Gruppe bei einer Kaffeepause in der Innenstadt von Weimar vorbei, um dann nahe der Heimat beim gemeinsamen Abschlussessen mit einem dreifachen, kräftigen Hurra dem Organisator Hans Berger zu danken.
 
Hartmut Wilhelm

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