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Skibewegliches Militär verändert die Einsatzmöglichkeiten und -bedingungen grundlegend: Wilhelm Paulcke erarbeite die Grundlagen dafür - als Soldat und als Wissenschaftler

Das Bild eines Vizefeldwebels des Württembergischen Gebirgsbataillons in der winterlichen Vogesenlandschaft ziert die Plakate und Flyer der Sonderausstellung des Wehrgeschichtlichen Museums in Rastatt. Sie trägt den Titel „Die kahlen, kalten Berge …“ und handelt vom Ersten Weltkrieg im Alpenraum, die Deutsche Gebirgstruppe und das Württembergische Gebirgsbataillon. Bis zum 13. Mai 2018 können die Besucher deren Geschichte nachvollziehen.

Die Ausstellung verdeutlicht, dass neben den Alpen die Vogesen ein wichtiges Einsatzgebiet der Gebirgstruppe des Ersten Weltkrieges waren. Sehr bald machte sich dort die Überlegenheit der gut ausgebildeten französischen Gebirgstruppe bemerkbar, die in diesem Jahr ihren 130. Geburtstag feiert. Auf deutscher Seite waren es das württembergische Schneeschuhbataillon und die im Schwarzwald und in den Vogesen im Skilauf ausgebildeten Einheiten, die über eine gewisse Gebirgstauglichkeit verfügten. Andere Einheiten mussten sich meist unter erheblichen Verlusten mit den Gegebenheiten des Kampfgeschehens im Mittelgebirge zurechtfinden.

Der Wechsel Italiens auf die Seite der Entente trug das Kriegsgeschehen in die Alpen, in eine Landschaft, von der man bisher angenommen hatte, dass sie für militärische Operationen großen Stils nicht in Frage komme. In aller Eile wurde das Alpenkorps aufgestellt und eilte dem österreichischen Bundesgenossen zu Hilfe. Die Tiroler Standschützen hatten vollem Einsatz dem Gegner Paroli geboten und damit einen Mythos geschaffen, der sich noch Jahrzehnte hielt. Zu den zahlreichen Exponaten, die teilweise erst vor kurzem, auf Grund der klimatischen Veränderungen, aus dem Eis in den Alpen geborgen wurden, bekamen die Teilnehmer der Exkursion vom Leiter des Museums, Dr. Alexander Jordan, einen erstklassigen geschichtlichen Vortrag über das Thema der Ausstellung. Einer der wohl bekanntesten Soldaten des Zweiten Weltkrieges, Generalfeldmarschall Erwin Rommel, war Angehöriger der württembergischen Gebirgstruppe und der wegen seiner tragischen Rolle im Zusammenhang mit Stalingrad bekannte Generalfeldmarschall Friedrich Paulus trat als Fahnenjunker 1910 in das in Rastatt beheimatete Infanterieregiment 111 ein.

Der 25jährige Wilhelm Paulcke mit zeitgenössischer Kletterausstattung

Weniger bekannt als die beiden Generalfeldmarschälle, aber bedeutender für diese Ausstellung, fand „Lawinen-Paulcke“ Beachtung bei den Besuchern.  Der Geologe und Lawinenforscher Wilhelm Paulcke gilt international als Pionier der Skiwelt, indem er mit drei Begleitern erstmals die Möglichkeiten des Langstrecken-Skitourengehens demonstrierte. Als Soldat beschäftigte er sich nicht allein mit der praktischen Ausbildung für militärisches Skibergsteigen. Er erstellte darüber hinaus schriftliche Unterlagen zu diesem Thema. Im maßgeblich von ihm initiierten Deutschen Skiverband sorgte er dafür, dass 1905 als Satzungszweck die Ausbildung von Militärskiläufern für das Heer stand.

Im Schwarzwald und in den Alpen wurden nach seiner Erstbesteigung Felsen als Paulcke-Turm nach dem Geologen benannt. In der Antarktis wurde 1959 ein ganzer Berg mit Mount Paulcke benannt. 1915 schickte man Major Professor Wilhelm Paulke zum Aufbau skibeweglicher Truppen ins Osmanische Reich. Nach Besichtigung der örtlichen Zustände kümmerte er sich in Istanbul um die Herstellung der notwendigen Ausrüstung. Noch während der Ausbildung wurde er vom Ausbildungsort Erzincan, nahe dem damaligen Siedlungsgebiet der Armenier, zurückgerufen. Paulke gilt bis heute als Pionier des türkischen Skisports. 1949 starb der Lawinenforscher, Kletterer und Skibergsteiger Wilhelm Paulcke an den Folgen eines Unfalls in seiner Bibliothek.

Manfred Löffler / Johann Michael Bruhn

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