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Ungediente für die Reserve




Beim Aufmarsch zum zweiten feierlichen Gelöbnis in der Stuttgarter Theodor-Heuss-Kaserne zeigten sich in der Kurve noch mögliche Verbesserungen bei der Formalausbildung

Foto: Johann Michael Bruhn

Bildautor: Johann Michael Bruhn

Oberst Christian Walkling (r.) bei seiner Ansprache zum feierlichen Gelöbnis der künftigen Reservisten

Foto: Johann Michael Bruhn

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Gelöbnis mit Hand an der Fahne: das zweite Gelöbnis im Ausbildungsprojekt „Ungediente für die Reserve“ fand nach einem Ausbildungswochenende vor dem Stabsgebäude des Landeskommandos Baden-Württemberg in der Theodor-Heuss-Kaserne statt

Foto: Johann Michael Bruhn

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Mit dem feierlichen Gelöbnis des zweiten Zuges des Ausbildungsprojekts „Ungediente für die Reserve“ in der Stuttgarter Theodor-Heuss-Kaserne ist das erste von vier Ausbildungsmodulen beim Landeskommando Baden-Württemberg abgeschlossen.
Galt bislang der Grundsatz, dass man nach dem Wehrdienst oder nach dem Dienst als Zeitsoldat Reservist wird und den erlangten Dienstgrad mit dem Zusatz „d.R.“ führt, so gibt es nun bedarfsbedingt die Möglichkeit, als bislang Ungedienter dies auf einem „zweiten Bildungsweg“ zu erreichen. Oberstleutnant d.R. Joachim Fallert hatte im Juli 2017, damals frisch im Amt als Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg, dazu im Internet einen Aufruf veröffentlicht. Die Rückmeldung von 127 interessierten Personen übertraf deutlich die Erwartungen. 100 davon kamen zu einer der beiden Informationsveranstaltungen, 85 reichten danach ihre Antragsunterlagen ein. Nach ersten Selbststudieneinheiten und einem Ausbildungswochenende sind nun 46 Rekruten zum feierlichen Gelöbnis in der Stuttgarter Theodor-Heuss-Kaserne angetreten, davon etwa ein Fünftel weiblich. Fast die Hälfte der Bewerbungen scheiterte somit bei der Tauglichkeitsfeststellung oder bei der Sicherheitsüberprüfung durch den Militärischen Abschirmdienst (MAD). Zumeist wohl, weil diese nach den allgemeinen Vorgaben durchgeführt wurden, die Bewerber aber bis zu 55 Jahren alt waren.

Das erste feierliche Gelöbnis im Projekt „Ungediente für die Reserve“ musste in die Baumann-Halle der Stuttgarter Theodor-Heuss-Kaserne verlegt werden, da die Außentemperaturen den Wohlklang des Reservistenmusikzuges 28 Ulm (im Vordergrund) gefährdete – nicht wegen der Finger, sondern wegen der Züge und Ventile der Blechblasinstrumente Foto: Johann Michael Bruhn

Grundlage für das Ausbildungsvorhaben war die „Weisung für die Reservistenarbeit in den Jahren 2017/18“ des Stellvertreters des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Beauftragten für Reservistenangelegenheiten, in der festgelegt wurde, dass auch ungedienten Bürgerinnen und Bürgern, die sich in der Reserve für die Sicherheit und zum Wohl unseres Landes engagieren wollen, glaubwürdige Angebote für ihr Engagement gemacht werden müssen. Ohne Vorgaben im Detail bestand Gestaltungsbedarf für solche Angebote. Für berufstätige Ungediente sind Ausbildungen am Wochenende leichter machbar, für die Bundeswehr durch die aktuellen Arbeitszeitregelungen weniger. Mit dem Grundsatz „Reservisten bilden (kommende) Reservisten aus“ ist dieses Problem lösbar. Allein mit Reservisten geht es aber auch nicht, da die Tauglichkeitsfeststellung, die Sicherheitsüberprüfung durch den MAD und beim Umgang mit Schnellfeuerwaffen Vorgaben zu beachten sind, die nicht einfach abwandelbar oder übertragbar sind.
Diese Zusammenarbeit hob Oberst Christian Walkling, Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, in seiner Ansprache bei beiden feierlichen Gelöbnissen hervor: „Dass Sie dieses neue Angebot – das gemeinsame Angebot des Landeskommandos Baden-Württemberg und des Landesverbandes Baden-Württemberg im Verband der Reservisten der Bundeswehr – angenommen haben und als Rekrut direkt und ohne Umweg über die aktive Truppe in die Reserve eintreten, macht uns stolz und verpflichtet uns gleichzeitig, Ihnen das Rüstzeug mitzugeben für Ihr freiwilliges Engagement für unser Land. Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit ist Kernaufgabe des Landeskommandos Baden-Württemberg. Wer anders könnte sowohl die zivile als auch die militärische Seite dieser Aufgabe glaubwürdiger abbilden als ein Reservist. Die Landesgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr ist dabei unverzichtbarer Partner.“ Oberst Walkling fasste die Erwartungen an die künftigen Reservisten im Schlusssatz seiner weiteren Ausführungen zusammen: „Es wird erwartet, dass Sie Ihren Vorgesetzten Loyalität, Disziplin und Gehorsam entgegenbringen. Aber ebenso, dass Sie Ihre Intelligenz, Ihr Können und Ihre Überzeugung einbringen und Position beziehen, dass Sie Ihre Chance erkennen, Staatsbürger in Uniform zu sein, mitdenkendes und konstruktives Mitglied Ihrer Einheit und Teileinheit.“

Damit die neuen Rekruten zeigen können wohin sie gehören, gab es vom Landesvorsitzenden Oberstleutnant d.R. Joachim Fallert (r.) das Wappen des Landeskommandos mit Kletthaftung für den rechten Oberarm, wobei ihn sein Erster Stellvertreter Oberstleutnant d.R. Thomas Kramer unterstützte

Zuvor hatte der Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg, Oberstleutnant d.R. Joachim Fallert, den „bisher ungedienten Bürgerinnen und Bürgern“ auf ihren „ungewöhnlichen Weg“ mitgegeben: „Lassen Sie sich jedoch nicht beirren und gehen Sie diesen Weg stolz und aufrecht weiter. Sie beweisen damit eine vorbildliche staatsbürgerliche Haltung.“ Die Landesgruppe Baden-Württemberg im Reservistenverband gäbe gemeinsam mit dem Landeskommando Baden-Württemberg immer Rückhalt und eine militärische Heimat.
Während das erste Ausbildungsprojekt „Ungediente für die Reserve“ noch läuft, ist für das nächste Jahr bereits die „Ausschreibung Ausbildung Ungediente 2019“ erstellt und im Internet aufrufbar.

 

 

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