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Reservistenkameradschaft Filder

Reservistenwettkampf UHU 2016




Nachdem der UHU im vergangenen Jahr ausfallen musste, fand der traditionsreiche Winterwettkampf der Kreisgruppe Mittlerer Neckar dieses Jahr erfreulicher Weise mit reger Beteiligung zahlreicher Mannschaften aus Baden-Württemberg statt.

An der Organisation war die Reservistenkameradschaft Filder wieder maßgeblich beteiligt. Der stellvertretende Vorsitzende Oberstleutnant der Reserve Gernot Gaiser übernahm erneut die Leitung des Wettkampfes. Zahlreiche Mitglieder der Reservistenkameradschaft Filder unterstützen hierbei als Funktionspersonal oder Wettkämpfer.

Einen Ausführlichen Bericht unseres Landesschriftführers Johann Michael Bruhn, der die Veröffentlichung seines Artikel genehmigt hat, finden Sie nachstehend.

UHU 2016: Krise im Naturpark Schönbuch

Der traditionsreiche Winterwettkampf UHU wurde 2016 entgegen seiner Namensgebung als Tageswettkampf durchgeführt. Nächte im Januar sind für eine solche Veranstaltung meist lang genug, die Tage aber manchmal zu kurz.

Über eine Strecke von 10 km waren sechs Wettkampfstationen anzulaufen. Dazu ein Eilmarsch entlang der Aich mit knapp 10 Meter Höhenunterschied und eine weitere Wertung an der Standortschießanlage im Bernet.  Was eine halbstündige Autofahrt erforderte, obgleich der Meldekopf der Veranstaltung im Bonladener Schützenhaus lag.

Zu den einzelnen Wettkampfstationen war folgende Lage ausgegeben worden und zu beachten. Ethnische Konflikte in einer afrikanischen Republik führten zum Bürgerkrieg. Ein Mandat an die Nato für eine Operation mit friedenserzwingenden Maßnahmen steht nach einer Resolution der Vereinten Nationen unmittelbar bevor. Zu den laufenden Vorbereitungen gab es Großdemonstrationen im Umfeld der US-Einrichtungen EUCOM/AFRICOM in Stuttgart-Vaihingen und am „Flughafen Stuttgart – Manfred Rommel Flughafen“. Zur Bewachung von Bundeswehreinrichtungen werden Reservisten eingesetzt und kritische Bereiche zum militärischen Sicherheitsbereich erklärt, markiert und ausgeschildert.

Ohne Bezug zu dieser Lage und ohne Zeitwertung stand die Wettkampfaufgabe „Abseilen vom Uhlbergturm“. Das neunstöckige Gebäude ist eigentlich wegen der herrlichen Aussicht zum Albtrauf dort errichtet worden. Der dortige Vorgängerbau hatte aber im Zweiten Weltkrieg eine militärische Nutzung zur Früherkennung feindlicher Flugzeuge. Für das Abseilen aus fast 25 Meter Höhe bedarf es professioneller Ausstattung, Einweisung und Sicherung, was durch Oberstabsfeldwebel Reinhold David sichergestellt war. Die eigentliche, eher psychische Belastung, war hier der Übergang vom sicheren Sims in die Steilwand, danach geht alles fast von allein.
An der Station „Minen“ waren unter Einhaltung angemessener Abstände Kampfmittel zu erkennen und zu bestimmen, einschließlich der obligatorischen Meldung.
Als eigentlich zivile Angelegenheit stellte sich die Aufgabe an der Station „San Verkehrsunfall“: Autounfall mit einer verletzten Person. Der offene Bruch am Schienbein, die Wunde am Kopf als auch die nachfolgende Ohnmacht des Verletzten war für die Wettkämpfer aber nur die halbe Herausforderung, denn zur dargestellten Unfallsituation gehörte auch ein unverletzter Mitfahrer unter Schock, dessen versuchte Hilfsaktionen merklich kontraproduktiv waren und der vom Unfallopfer fernzuhalten war.
Auch das Unfallopfer an der Station „Brandbekämpfung“ war ein Zivilist, der nicht nur seinen Grill, sondern auch sich selbst anzündete. Wie beim Verkehrsunfall war hier eine Aufgabenteilung erforderlich. Das Ersticken der Flammen wurde an einem Baustellenwarnschild mit umgehängter Jacke durchgeführt, für das Behandeln der Brandwunden stand dann eine echte Person zu Verfügung. Beim Verkehrsunfall war der „Zweitdarsteller“ für die künstliche Beatmung notwendig gewesen.
In einem neu ausgewiesenen militärischen Sicherheitsbereich ist eine Personenkontrolle eine etwas diffizilere Angelegenheit, verglichen mit einem eingezäunten Kasernengelände. Dies zeigte sich an der Station „Personenkontrolle“. Wobei erschwerend hinzukam, dass es sich bei den verdächtigen Personen um ein Pärchen handelte und der Mann nicht nur eine Tarnjacke mit aufgenähter Blutgruppenbezeichnung trug, sondern auch ein „südländisches“ Aussehen hatte und sich nicht ausweisen konnte. Die Körpervisitation des Mannes brachte eine Schusswaffe und mehrere Messer zutage. Einer Körpervisitation der Frau hatte die Wettkampfregie dadurch vorgebeugt, indem sich deren Waffe in der Handtasche fand. Waren an den vorigen Stationen eine Übergabe an das Deutsche Rote Kreuz oder die Feuerwehr vorgesehen, so waren hier nun Feldjäger gefragt.
Die zivil-militärische Zusammenarbeit vervollständigt wurde an der Station „Polizei Fragebogen“. Hier ging es um 15 Fragen zu Polizeiuniformen und -dienstgraden, Waffenrecht und Verkehr.
Zur Bestimmung der Sieger wurden nicht die Punkte der einzelnen Stationen addiert, sondern die jeweiligen Platzziffern. Damit entfielen Probleme wie sie sich bei der Umrechnung vom Eilmarschzeiten in eine Punktewertung ergeben.

Wer sich gut, aber vergeblich – weil ausgefallen – auf die Deutschen Reservistenmeisterschaften 2015 vorbereitet hatte, sah dann wenigstens hier beim UHU Erfolg. Sieger wurde die Mannschaft der Reservistenkameradschaft (RK) Waiblingen, gefolgt von der RK Heilbronn und ganz knapp dahinter die RK Unlingen.

Oberstabsfeldwebel d.R. Dieter Helm war als Schlussredner für den Wettkampf als Kreisvorsitzender Mittlerer Neckar und Stellvertretender Landesvorsitzender genau der Richtige, da die Durchführung des Wettkampfs Sache der Kreisgruppe war und die Wettkämpfer aus ganz Baden-Württemberg kamen. Er dankte der durchführenden Kreisgruppe Mittlerer Neckar, den Wettkämpfern und Funktionern, insbesondere dem Leitenden Oberstleutnant d.R. Gernot Gaiser, dem Kreisbeauftragten Militärische Ausbildung Oberstabsfeldwebel d.R. Thomas Franck und dem vortragenden Quintett des Reservistenmusikzuges 28 Ulm. Er rief für das nächste Jahr zu weiterer Teilnahme auf.
Wer für den UHU 2017 schwarz sieht, muss dies nicht unbedingt negativ sehen, er freut sich wohl nur auf einen Nachtwettkampf.

Johann Michael Bruhn

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