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Reservistenkameradschaft Filder

Volkstrauertag und Totensonntag




Traditionell stellte die Reservistenkameradschaft Filder Abordnungen an den Standorten Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen, Waldenbuch und Steinenbronn anlässlich des Volkstrauertags und des Totensonntags im Jahr 2016.

Gedenken an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen – der Volkstrauertag 2016

Am 13.11.2016 haben zahlreiche Kameraden der Reservistenkameradschaft Filder an den zentralen Gedenkveranstaltungen in Leinfelden-Echterdingen, in Filderstadt und in Waldenbuch, teilgenommen. Die Teilnehmer stellten die militärischen Ehrenwachen während der Kranzniederlegungen durch die örtlichen (Ober-)Bürgermeister.
Die Präsenz der Kameraden der Reservistenkameradschaft Filder wurde hierbei von den Bürgerinnen und Bürgern der jeweiligen Orte durchweg positiv aufgenommen, was sich auch in diesem Jahr wieder in zahlreichen Gesprächen nach der Veranstaltung zwischen interessierten Bürgerinnen und Bürgern und den dort anwesenden Reservisten ausdrückte.

Totensonntag

Am 20.11.2016 stand für die Kameraden der Reservistenkameradschaft Filder erneut ein Einsatz als militärische Ehrenwache in Steinenbronn an, um die Feierlichkeit zum Totensonntag würdevoll zu umrahmen. In Steinenbronn wird traditionell im Rahmen der Feierlichkeiten zum Totensonntag den Opfern der Kriege gedacht.
Oberstleutnant d. R. Gernot Gaiser hielt eine Rede mit persönlichen Eindrücken, die er im Rahmen seiner zahlreichen Reservedienstleistungen sammeln konnte, um den gefallenen und verwundeten Soldaten der Bundeswehr zu gedenken, einen aktuellen Bezug zur Bundeswehr im Einsatz herzustellen und den Steinenbronnern Bürgerinnen und Bürgern hierdurch zu vermitteln, dass das Gedenken an gefallenen Soldatinnen und Soldaten auch heute noch nichts an Aktualität verloren hat.

Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

Nach Beendigung der militärischen Ehrenwachen an den jeweiligen Gedenkfeiern sammelten die anwesenden Reservisten bei beiden Veranstaltungen auch wieder Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Die Kameraden der Reservistenkameradschaft Filder bedanken sich bei allen Spenderinnen und Spendern für ihre Spenden.

Die Rede von Oberstleutnant d. R. Gernot Gaiser im Wortlaut:

„Liebe Mitbürger,
Gerne sind wir von der Reservistenkameradschaft Filder auf Einladung von Herrn Bürgermeister und Leutnant der Reserve Singer und dem Steinenbronner Gemeinderat, wie in den letzten Jahren auch wieder hierher gekommen, um an den Feierlichkeiten zum Totensonntag in Bundeswehruniform teilzunehmen. Wir wollen hiermit abermals die Verbundenheit der Bevölkerung mit den Soldaten der Bundeswehr zeigen, die in den bisherigen Auslandseinsätzen ihr Leben gelassen haben.

Ich habe bis vorgestern als Stabsoffizier bei der Bundeswehr in Calw für 10 Monate Reservedienst geleistet.  Im September feierte das Kommando Spezialkräfte sein 20-jähriges Bestehen. Beim Familientag hierzu fand in der Kaserne ein Feldgottesdienst am Ehrenhain statt. Es wurden dabei alle verstorbenen aktiven Soldaten des KSK mit Namen und Dienstgrad vorgelesen. Darunter war auch der bislang einzige im Gefecht gefallene Soldat des KSK, aber auch Unfallopfer oder Kameraden, die einem Krebsleiden erlagen. Mehrere 100 Kameraden wohnten der Feier bei. Auch viele Angehörige unserer verstorbenen Kameraden waren anwesend, teilweise mit Tränen in den Augen.

Zum Schluss hatte ich die Ehre mit meiner Posaune das Lied vom guten Kameraden zu spielen. Angesichts der ergreifenden Rede davor musste ich mich hier schon sehr konzentrieren. Die Tränen standen auch in meinen Augen. Die verstorbenen Kameraden waren auch meine Kameraden, auch wenn ich keinen persönlich kannte. Es war ein sehr ergreifender Moment: absolute Stille und dazu das Kameradenlied – man konnte es in der ganzen Kaserne hören.

Ich möchte Ihnen den Text des Kameradenliedes vorlesen:
Ich hatt‘ einen Kameraden,             Einen besseren findst Du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,    Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.
Eine Kugel kam geflogen,               Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,                  Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.
Will mir die Hand noch reichen,      Derweil ich eben lad.
Kann Dir die Hand nicht geben,      Bleib Du im ew’gen Leben
Mein guter Kamerad.

Auch wenn das Lied bereits 1809 unter dem Eindruck des Einsatzes Badischer Truppen gegen aufständische Tiroler von Ludwig Uhland gedichtet wurde, so ist es immer noch aktuell. Durch die Gnade der späten Geburt habe ich selbst keine eigenen Erinnerungen an den furchtbaren 2. Weltkrieg. Wenn ich das Lied höre oder spiele, kommen mir aber immer wieder die Bilder vom wohl blutigsten Gefecht der Bundeswehr vor Augen: dem Karfreitagsgefecht am 02.04.2010 in Isa Khel in Afghanistan. Ich war nicht dabei, es gibt aber Handymitschnitte von Teilen des Gefechts, die auch schon im Fernsehen zu sehen waren. Drei Kameraden vom Fallschirmjägerbataillon 373 aus Seedorf, dem auch ich schon vor einigen Jahren angehörte, sind dabei gefallen. Es gab einige Schwerverletzte, die bis heute gezeichnet sind – vom zerschossenen Gesicht bis zur Erblindung.

Was mögen die Soldaten gedacht haben, als im achtstündigen Feuerkampf ihr Kamerad getroffen wurde und schwer verwundet oder getötet wurde? Meine Kameraden sind gefallen und verwundet worden weil Sie auftragsgemäß den Dienst geleistet haben, der ihnen von unserer Regierung und unseren Politikern aufgetragen wurde. Wir alle vertrauen darauf, dass wir in Einsätze geschickt werden, deren Sinn und Zweck von unserer Regierung immer gut gegen die Risiken abgewogen wurden. Auch ich als Stabsoffizier habe dieses Primat der Politik anzuerkennen. Wir Soldaten wissen, dass wir im äußersten Falle auch unser Leben geben müssen. Aber wenn dann dieser Fall eintritt, ist es für die Kameraden und die Familie immer ein unfassbares Leid, dass es zu tragen gilt. Der letzte Gefallene Kamerad der Bundeswehr war vom Kommando Spezialkräfte. Ich weiß aber, dass dies nicht der letzte Gefallene der Bundeswehr sein wird. Irgendwann wird in den vielen derzeitigen Auslandseinsätzen wieder ein Kamerad fallen. Hoffen wir, dass es nicht so viele sein werden und dass ihr Tod einen Sinn macht – ein klein wenig mehr Frieden auf unserer Welt, denn dies ist der Haupteinsatzzweck der Bundeswehr – Erhalt und Wiederherstellung von Frieden. Leider ist dies nicht immer ohne Waffengewalt möglich. Ich darf Ihnen aber versichern, dass die Bundeswehr Waffen nur einsetzt, wenn es unumgänglich ist. Hoffen wir, dass unsere Kameraden und die unserer Bündnispartner nicht umsonst gefallen sind und dass ihre schweren Verwundungen einen Sinn machen, auch wenn es noch so schwer fällt, dies zu begreifen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen schönen Sonntag.

Ihr Oberstleutnant der Reserve Gernot Gaiser“

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