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Reservistenkameradschaft Filder

Volkstrauertag Waldenbuch




Am 14. November 2021 war eine achtköpfige Delegation der RK Filder in Bundeswehruniform auf Einladung von Bürgermeister Lutz in Waldenbuch, um der Kranzniederlegung am Volkstrauertag mit einer Ehrenwache einen würdigen Rahmen zu geben. Dabei waren (von links nach rechts): Stabsgefreiter d.R. Jochen Gaiser, Hauptgefreiter d.R. Günther Knoblich, Hauptfeldwebel d.R. Andreas Hencke, Oberstleutnant Gernot Gaiser, Oberstabsfeldwebel d.R. Heinz Hertler, Leutnant d.R. Tobias Freudenberg, Hauptgefreiter RUA d.R. Bernd Schweizer, Obergefreiter d.R. Stefan Wolf. Hier ging es auch darum die Bundeswehr in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Oberstleutnant Gernot Gaiser erinnerte als aktiver Soldat der Bundeswehr in seiner Gedekrede an die gefallenen Soldaten der Bundeswehr und der verbündeten Staaten, insbesondere in Afghanistan. Insgesamt war es ein sehr würdiger Auftritt der RK Filder, der bei den Waldenbucher Teilnehmern viel Zuspruch fand. (gai)

 

Rede von Oberstleutnant Gaiser:

„Liebe Mitbürger,

Gerne sind wir von der Reservistenkameradschaft Filder wieder wie seit vielen Jahren auf Einladung von Herrn Bürgermeister Lutz hierher gekommen, um an den Feierlichkeiten zum Volkstrauertag in Bundeswehruniform teilzunehmen, nachdem uns letztes Jahr die Corona-Pandemie ja zu einer Pause gezwungen hat. Wir wollen hiermit abermals die Verbundenheit der Bevölkerung mit den Soldaten der Bundeswehr zeigen, die in den bisherigen Auslandseinsätzen ihr Leben gelassen haben.

Sie alle kennen mit Sicherheit das Ende des Engagements Deutschlands und und unserer Verbündeten in Afghanistan. So mussten kurz vor Ende der Evakuierungsoperation 13 amerikanische Soldaten bei einem Selbstmordattentat am Kabuler Flughafen sterben. Das geschah nur Stunden bevor ihr Einsatz dort zu Ende gegangen wäre. Die Jüngsten waren gerade 19 Jahre alt. Eine Tragödie, ähnlich wie der Tod tausender junger Soldaten nur Stunden oder ein paar Tage vor dem Ende des 2. Weltkriegs.

Nur 2 Stunden vor dem Anschlag waren deutsche Soldaten am Ort des Anschlags und haben die Evakuierung deutscher Staatsbürger in die Wege geleitet. Es war nur ein glücklicher Zufall, dass kein deutscher Soldat unter den Gefallenen war. Aber ist das nicht zweitrangig? Der Schmerz und das Leid bei den Familien in Amerika wird nicht geringer sein, als hier bei uns. Kurz nach diesem Anschlag haben Soldaten deutscher Spezialkräfte noch deutsche Staatsbürger in den letzten Flieger gebracht, indem sie diese unter Einsatz ihres eigenen Lebens zu Fuß aus der Stadt zum Teil durch die Kanalisation auf den Kabuler Flughafen geschleust haben. Auch hier ist es fast ein Wunder, dass es dabei keine Verletzten oder Getöteten gab. Der Einsatz ist militärisch nun zu Ende. Und am Schluss bleibt dann immer die Frage: war es das wert? Haben wir unter dem Strich dem afghanischen Volk so weitergeholfen, was über 3.600 Gefallene der westlichen Allianz rechtfertigt? Das zu bewerten maße ich mir persönlich nicht an, zumal ich das Glück hatte, selbst bislang nicht in den Einsatz zu müssen.

Derzeit sind Bundeswehrsoldaten in Mali, im Irak, im Mittelmeer, im Libanon, im Kosovo und im Südsudan im Einsatz. Vor allem der Einsatz in Mali ist hochgefährlich. Erst am 25. Juni wurden dort bei einem Selbstmordanschlag bei Gao 12 deutsche Soldaten zum Teil schwer verwundet. Viele unserer verwundeten Kameraden kehren gezeichnet an Leib und Seele aus den diversen Auslandseinsätzen zurück. Es fehlen Arme, Beine, das Gehör, das Augenlicht. Körper sind durch Verbrennungen entstellt. Das Leben in seiner bisherigen Form nimmt für diese Kameraden ein abruptes Ende. Aber auch das sogenannte posttraumatische Belastungssyndrom ist ein echtes Problem. Viele Soldatinnen und Soldaten haben noch Jahre nach ihrem Einsatz, oft auch Jahre nach ihrer Entlassung aus der Bundeswehr, erhebliche Probleme, die sich oft in Angstzuständen oder Schlaflosigkeit äußert. Und es ist sowohl für diese Kameradinnen und Kameraden, als auch für deren Familien schwer ihre Probleme in Beziehung zu einem Kriegseinsatz bringen. Auch Ärzte stoßen hier an ihre Grenzen.

Ich selbst habe wenig Illusionen, dass die Welt friedlicher wird. Ich glaube auch nicht, dass der Einsatz deutscher Soldaten gänzlich verzichtbar ist. Aber ich hoffe, dass unsere Regierung unsere Kameraden wenigstens optimal ausstattet, wenn sie schon in Einsätze wie in Mali oder im Kosovo entsandt werden, um der dortigen Bevölkerung mehr Sicherheit und Schutz zu bringen.

Leider haben in den Kriegen im 20. und 21. Jahrhundert Millionen Soldatinnen und Soldaten ihr Leben verloren. Deren Gräber, incl. der bislang beim Einsatz ums Leben gekommenen 113 Bundeswehrsoldaten, werden nicht aufgelöst. Die Gefallenen haben ein dauerhaftes Liegerecht. Damit soll an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert werden und an ein friedliches Miteinander gemahnt werden. Leider kostet diese Erinnerungskultur erhebliche Gelder. Der Volksbund deutsche Kriegräberfürsorge hat sich dieser Aufgabe verschrieben. Kameraden der Reservistenkameradschaft Filder bitten im Anschluss um eine Spende. Seien Sie versichert, dass jeder Cent weitergeleitet wird und dieser wichtigen und notwendigen Sache zu Gute kommt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen schönen Sonntag und vor allem: bleiben Sie gesund.

Ihr Oberstleutnant Gernot Gaiser“

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