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Kreisgruppe Mittlerer Neckar

Zum Jahresempfang in die Reservistensiedlung




Zu ihrem Jahresempfang begrüßte Bürgermeister Thomas Bernlöhr Reservisten der Kreisgruppe Mittlerer Neckar des Reservistenverbandes und ihre Gäste in der Welzheimer Eugen-Hohly-Halle. Dabei stellte er kurz die Limesstadt Welzheim am obergermanischen-raetischen Limes vor, der seit 2005 Unesco-Weltkulturerbe ist. Militärisch sei es mit der Stadt zwar nicht mehr so weit her, aber von der Landschaft mit ihren Klingen, Grotten, Seen und Bühlen sei nicht allein der Dichter Justinus Kerner begeistert gewesen.
Welzheim könne als Reservistengründung verstanden werden, da die zivile Siedlung vor 1800 Jahren von Legionären bewohnt war, die nach fünfundzwanzigjährigem Dienst Grund und Wohnrecht zwischen den beiden Kastellen erhalten hatten, zum Nutzen des Militärbetriebs.
Die Reservistenkameradschaft Welzheim sei in der Stadt präsent und bringe sich dabei positiv ehrenamtlich ein. Aktuell bereiteten die Reservisten nicht allein die Eugen-Hohly-Halle für den Empfang vor, sondern auch gleich dazu die „Maihocketse“ auf dem Kirchplatz.

Bereits zuvor hatte der Kreisvorsitzende Oberstabsfeldwebel d.R. Dieter Helm in seiner Begrüßung die Welzheimer Kameraden gelobt. Hier komme die Mittlerrolle der Reservisten zwischen Bundeswehr und Gesellschaft gut heraus. Die Rolle der Reservisten für die Bundeswehr selbst machte er an einer Zahlenangabe deutlich: Im Jahr 2015 wurden 38% aller Dienst-Tage beim Landeskommando Baden-Württemberg in Reservedienstleistung erbracht.

RK-Vorsitzender Obergefreiter d.R. Dieter Hinderer freute sich nach dreißig Jahren wieder zu einer Kreisveranstaltung in Welzheim begrüßen zu können, was durch die Randlage von Welzheim in der Kreisgruppe Mittlerer Neckar bedingt sei, aber keineswegs durch die hiesigen Möglichkeiten.

Als Gastredner sprach Dr. Joachim Pfeiffer zu „Quo Vadis Bundeswehr? – Quo Vadis Sicherheit?“.
Militär ist für den wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zwar nicht das engere Arbeitsgebiet, der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Waiblingen hat es als Reserveoffizier aber zum Hauptmann der Reserve geschafft.
Mit dem aktuell klingenden Zitat „Selten ist in Europa überall Frieden, und nie geht der Krieg in den anderen Weltteilen aus.“ griff Pfeiffer auf Carl von Clausewitz zurück, was nach fast 200 Jahren aber weiter gilt. Nach Ende des Kalten Krieges haben Konflikte merklich zugenommen, aber selten als Kriege zwischen Staaten und schwieriger zu beschrieben: hybrid, asynchron oder schlicht kriminell, wie etwa die Piraterie.
Die sogenannte Friedensdividende durch Einsparungen beim Militär nach Ende des Kalten Krieges werde es weiter so nicht geben, wenn die Bundeswehr die ihr zugedachten Aufgaben als Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik erledigen können soll. Die Rahmenbedingungen für den Inneneinsatz der Bundeswehr müssen überarbeitet werden und sind den Maßnahmen zur Terrorabwehr in den Nachbarstaaten anzupassen.
Als Einsatzarmee muss die Bundeswehr in allen Klimazonen schnell und flexibel einsetzbar sein. Obgleich bis 1989 mit Landesverteidigung die Aufgabe der Bundeswehr eigentlich vollständig beschrieben war, gab es bereits Auslandseinsätze durch oder mit der Bundeswehr: 1960 Erdbeben von Agadir in Marokko, 1965 internationale Hilfsaktion in Algerien, Lazarettschiff Helgoland vor Südvietnam, zahlreiche weitere Einsätze bei Erdbeben- und Hungerkatastrophen.
Soldaten sind nicht allein durch Ausbildung und Ausstattung einsatzbereit zu machen, sondern auch durch die gesellschaftliche Rückendeckung. Mit der Personalentwicklung auf historisch niedrigem Stand ist dies weiter erschwert.
Zur Sicherung technologischer Fähigkeiten sind die Schlüsselfähigkeiten zu erhalten. Damit sei
Rüstungsexport auch als essentielles Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik weiter einsetzbar. Zudem müssen auch strategische Partner so ausgestattet sein, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können.Im Jahr 2015 gab es 71 Millionen unberechtigte oder gar feindselige Zugriffsversuche über das Internet auf die Bundeswehr. Die Bedrohung wechselte von „cold war“ zu „code war“, wobei Herkunft und Motiv allzu oft unklar bleibt. Dazu wird ein eigenes Kommando Cyberspace eingerichtet und 1500 IT-Experten sollen eingestellt werden. Da dies der Markt nicht ohne weiteres hergibt, werden Reservisten hier eine besondere Rolle spielen.
Pfeiffer dankte den Reservisten für ihren Einsatz und verband mit diesem Dank seine Bitte an die Reservisten dabei zu bleiben und ihren Beitrag weiter zu leisten. Die wehrhafte Demokratie sei kein Auslaufmodell. Sie ist heute aktueller denn je und ohne Reservisten wird es diese wehrhafte Demokratie nicht geben.

Die nachfolgenden Ehrungen leitete Oberstabsfeldwebel d.R. Thomas Franck mit einem kurzen Hinweis auf die über dreihundertjährige Geschichte der Schützenschnur ein, bevor er solche in aktueller Form den damit auszuzeichnenden Schützen übergab. Dabei stach Stabsunteroffizier d.R. Mathias Bräuning durch die sechste Wiederholung der Schießleistungen für die Goldene Schützenschnur hervor, was er seinem Amt als Schießsportverantwortlicher der Landesgruppe aber auch schuldig ist.

Beim Schießen um den Landespokal der Reservisten hatte auch eine Mannschaft der Polizei mit geschossen und die höchsten Trefferquoten erreicht. Den Reservistenpokal bekamen sie nicht, nun aber Polizeihauptkommissar Marcus Schnoedt und Polizeioberkommissar Daniel Paar die Silberne Schützenschnur und der Polizeikommissaranwärter Daniel Zuber sogar die Goldene Schützenschnur.

Bei den Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft stach Hauptfeldwebel d.R. Horst Rapp mit 50 Jahren heraus. Nach den Worten des stellvertretenden Landesvorsitzenden Oberstleutnant d.R. Lothar Roduch aber nicht allein durch „regelmäßige Teilnahme an der Truppenverpflegung“, sondern durch langjährige verdienstvolle Mitarbeit in der Landesgruppe, was zum Höhepunkt und Abschluss der Ehrungen mit der Ehrennadel der Landesgruppe in Gold für Horst Rapp belegt wurde.

Fotos: Johann Michael Bruhn
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