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Kreisgruppe Neckar-Alb

Gefechtsführung bei aktuellen Auslandseinsätzen eingeübt




Beim Antreten wurde das internationale Teilnehmerfeld deutlich

Die Insel Pandora liegt im Atlantik zwischen Amerika und Europa. In dem im Süden der Insel gelegenen Staat Obsidia kämpfen vier Volksgruppen um die Vorherrschaft. Die Streitkräfte Obsidias werden der Lage nicht Herr. Die Bundesregierung hat daher beschlossen die festsitzenden deutschen Staatsangehörige sowie Bürger befreundeter Staaten zu evakuieren. Hierfür wurde in einem der Nachbarstaaten eine Forward Operating Base (FOB) eingerichtet, die es zu sichern gilt. Mit diesem fiktiven Szenario begann die Wochenend-Ausbildungsveranstaltung 18. Sondelfinger Biwak, auf dem Truppenübungsplatz Heuberg bei Stetten am kalten Markt unter Federführung der Reservistenkameradschaft Reutlingen.

Ein Beweglicher Arzttrupp (BAT) auf Unimog Krankenkraftwagen übernahm den Verletzten bei Sicherung mit Gewehr G36 mit Abschussgerät Granate 40 mm AG40-2

 

Nachdem die rund siebzig Reservisten aus den Kreisgruppen Neckar-Alb, Baden-Südwest, Bodensee-Oberschwaben, Reservisten der Schweizer Armee und Angehörige der US-Streitkräfte, im Laufe des Freitags in der Albkaserne eingetroffen waren, Verwaltungsangelegenheiten erledigt und ihre Ausrüstung empfangen hatten, wurden sie, aufgeteilt auf drei Züge, auf den Truppenübungsplatz verlegt und bezogen, angelehnt an das Lager Zitzenbühl die Verstecke. Dem folgten ein ausführliches Briefing am Sandkasten, die Sicherheitsbelehrung und eine Wiederholungsausbildung an den Hand- und Panzerabwehrhandwaffen einschließlich dem Abschussgerät Granate 40 mm AG40-2 für das Gewehr G36.

Generationen von Rekruten auf dem Truppenübungsplatz haben das Adjektiv im Ortsnamen „Stetten am kalten Markt“ recht eindrücklich erlebt und in Erinnerung behalten. Diesmal waren die Temperaturen eher ein Beleg für den Klimawandel. Mit einem phantastischen Sonnenaufgang begann am Samstagmorgen das Gruppengefechtsschießen. Eine Patrouille zu Fuß wurde angesprengt, musste einer verletzten zivilen Person Erste-Hilfe leisten. Zu ihrer Unterstützung wurden zwei geschützte Gefechtsfahrzeuge Enok und Unimog nachgezogen, die mit den lafettierten Maschinengewehren MG3 auf Feind in der Tiefe des Raumes wirkten. Ein ebenfalls angeforderter Beweglicher Arzttrupp (BAT) auf Unimog KrKw übernahm den Verletzten. Im weiteren Verlauf der Patrouille galt es eine S-Draht-Sperre zu öffnen, bevor die Patrouille aus einer Siedlung heraus beschossen wurde. Neben den wiederum flankierend eingesetzten Gefechtsfahrzeugen, kamen nun auch die 40mm-Granaten zum Einsatz, um Feind hinter Deckungen zu bekämpfen. Die jeweiligen Durchgänge wurden unmittelbar im Anschluss durch den Leitenden des Schießens, Stabsfeldwebel d.R. Ewald Lange und den Sicherheitsoffizier, Hauptmann d.R. Jörg Ebert, besprochen, um bei Teilnehmern und Aufsichten einen Ausbildungserfolg zu erzielen.

Gegen eine solche S-Draht-Sperre hilft kein Maschinengewehr und auch das Umfahren oder gar Überfahren mit dem Light Armoured Patrol Vehicle Enok ist oftmals schädlich ■ Fotos: Achim Schopper

 

Nach dem Ende des Schießens führte der Organisationsleiter des Reservistenverbandes in Stetten a.k.M., Hauptfeldwebel d.R. Daniel Nagraszus, ausgebildeter Joint Terminal Attack Controller (JTAC) mit Einsatzerfahrung, mit einem Unterricht am Sandkasten in die Anforderung von Steilfeuerunterstützung ein. Der Tag klang mit einem Kameradschaftsabend aus, der in bewährter Weise vom Vorsitzenden der Kreisgruppe Neckar-Alb, Oberstabsgefreiter d.R. Eberhard Luz, organisiert worden war und dessen Gegrilltes eine willkommene Abwechslung zur Verpflegung mit Einmannpackung (EPa) war.

Der Sonntagvormittag begann mit der Befehlsausgabe an die Patrouillenführer, weiter in die umliegenden Ortschaften aufzuklären. Bevor diese jedoch antraten, nahmen sie sich kurz Zeit bei einer Andacht im Morgennebel innezuhalten und sich zu vergegenwärtigen, dass das Geübte durchaus einen ernsten Hintergrund hat. Jetzt mit Manövermunition ausgestattet, gerieten die Patrouillen nahe eines ehemaligen Munitionsdepots bald in einen Hinterhalt und erhielten den Auftrag, die Anlage freizukämpfen. Gegen ein kleines Feindkommando standen nun das taktische Geschick der eingeteilten Zug- und Gruppenführer, Kommunikation auf allen Führungsebenen und gefechtsmäßiges Verhalten mit Bewegung und Feuer im Vordergrund. Bei seiner Abschlussbesprechung dieses Ausbildungsabschnittes stellte der Gesamtleitende der Veranstaltung, Oberstleutnant d.R. Jörg Hildenbrand, die Komplexität der Gefechtsführung in den aktuellen Auslandseinsätzen der Bundeswehr und die Wichtigkeit der Beachtung der Rules of Engagement (ROE) in den Vordergrund.
Das Waffenreinigen wurde mit einer parallel durchgeführten Ausbildung im Werfen von Üb-Handgranaten etwas abwechslungsreicher gestaltet, bevor der verantwortliche Feldwebel für Reservisten des Landeskommandos Baden-Württemberg in Stetten a.k.M., Stabsfeldwebel Ulrich Rieger, „Vollzähligkeit und Vollständigkeit“ melden, dem Leitungs- und Funktionspersonal für die engagierte und verantwortungsvolle Arbeit danken und die Teilnehmer auf den Nachhauseweg entlassen konnte.

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