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Erfahrungen PzGrenBtl 122 anl. Einsatz 2017 in Litauen (eFP)




Das PzGrenBtl 122 war 2017-18 in Litauen um zusammen mit norwegischen, niederländischen und belgischen Einheiten an der NATO Enhanced Forward Presence (eFP) – Übung teilzunehmen.

Hauptmann Edmund Sukale, S2-Offizier PzGrenBtl 122, Oberviechtach war Referent und hat über eine Anzahl bemerkenswerter Fakten und Hintergründe im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung der Übung berichtet.

Zunächst wurde Licht in den Begriff der „Übung“ im Kontext der Aktivität gebracht. Im Rahmen internationaler Abkommen ist die feste Stationierung von NATO-Truppenteilen oder Ausrüstung in Litauen nicht möglich. Daher werden die Truppenteile für eine begrenzte Zeit verlegt und dann samt zugehörigem Gerät in den Heimatstandort zurückgenommen.

Land und Leut

Litauen wird vorwiegend von einer Hügellandschaft geprägt und hat als eines der östlichen NATO-Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Grenze mit Polen, Weißrussland, Lettland und der russischen Enklave Kaliningrad. Entsprechend liegt eine Mischung der Ethnien vor, die der allgemeinen Freundlichkeit der Bevölkerung keinen Abbruch tut. Das Land sei eine Urlaubsreise wert, so der Referent.

Logistik

Die Vorbereitungen zum Verlegen der Einheiten hat erhebliche Ressourcen in Anspruch genommen. Zum einen weil die Vorgaben für die Vorgehensweise vom Truppenteil selbst ausgearbeitet wurde und zum anderen der schieren Mengen wegen.
Die Verlegung fand im Gegensatz zur Methode der Niederländer, welche Ihr Material per Schiff transportierten, vorwiegend auf der Schiene statt.
Besondere Anerkennung für ausgezeichnete Leistungsfähigkeit sprach Hauptmann Sukale den belgischen Kraftfahrern aus, welche immer prompt und zuverlässig zur Stellen waren, wenn es um Transporte auf der Straße ging.

Sprachbarriere

Den unterschiedlichen Nationalitäten der an der Übung teilnehmenden Truppenteilen geschuldet, wurde die Kommunikation untereinander in englischer Sprache geführt. Für viele Beteiligten hatte die sprachliche Umstellung den Charakter eines Crashkurses. Nichtsdestotrotz wurde diese Hürde schnell genommen und es ergaben sich keine Barriere für die Zusammenarbeit.

Ansichten und Gepflogenheiten

Der Referent stellte fest, wie unterschiedlich die Ansichten und Gepflogenheiten (was sich schlussendlich auch in den jeweiligen Dienstvorschriften manifestierte) unter den teilnehmenden Truppenteilen waren. Die Unterschiede erstreckten sich über alle Bereiche von der Aufbewahrung von Waffen, Sicherung der Truppe und Ausrüstung im Feld, bis hin zu grundlegenden Methoden der Taktik bei Angriffs- und Verteidigungsübungen.

Rechtliche Abstimmungen

Es war erforderlich die Einsatzbefehle an die Rechtsvorschriften (militärische wie auch zivile) im Gasgeberland anzupassen. Nach der ersten Runde der Abstimmungen mit den Litauern ergaben sich Diskrepanzen mit den Vorgaben der Truppenteile der andern Nationen. Nach dem Drehen mehrerer Schleifen konnten aber die Einsatzregeln einvernehmlich festgelegt werden.

Übungsmöglichkeiten

Der Aufenthalt in Litauen bot die Möglichkeit zur Anwendung von Gerät und Inhalten, welche recht selten geübt werden können. Die Übungen stellten einen Meilenstein an Umfang und Anspruch dar. Erwähnenswert war auch die gute Verfügbarkeit des eingesetzten Geräts.

Vieles Mehr

Der Vortrag enthielt eine Vielzahl weiterer Aspekte, darunter PR-Arbeit bei der Bevölkerung, Berichte mit „alternativen Fakten“ in der Lokalpresse, gelegentliche Überflüge von Drohnen mit unbemanntem Eigentümer und die kulinarische Aufwertung der örtlichen Kantine mit eigens herbeigeschafftem Leberkäs, der, ganz im Gegensatz zu den zahlreichen offiziellen und privaten Besuchern den Heimweg leider nicht antreten konnte.

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