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Südostbayerische Reservisten stellen ihr Können bei internationalem Militärwettkampf in Norditalien unter Beweis

Possagno / Traunstein, 26.09.2018. Mit zwei Mannschaften stellten sich die Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Südost im VdRBw e.V. den Herausforderungen des internationalen Militärwettkampfes „Veneto“ der italienischen Reservistenorganisation UNUCI. Bei widrigen Bedingungen bewiesen sie ihre Fähigkeiten im Jagdkampf zusammen mit Teams aus Italien, Großbritannien und Ungarn.

Reservistenkameradschaftwettkampf

 

 


Mit zwei Mannschaften stellten sich die Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Südost im VdRBw e.V. den Herausforderungen des internationalen Militärwettkampfes „Veneto“ der italienischen Reservistenorganisation UNUCI. Bei widrigen Bedingungen bewiesen sie ihre Fähigkeiten im Jagdkampf zusammen mit Teams aus Italien, Großbritannien und Ungarn.

Possagno / Traunstein, 26.09.2018. Militärmannschaften aus Italien, Ungarn, Großbritannien und Deutschland haben sich in Possagno, versammelt, um die eigenen Fähigkeiten im Wettstreit zu messen.  Mit dabei sind auch zwei Teams der Kreisgruppe Südostoberbayern. Der Auftrag: Einsatz als Jagdkampf-Trupp hinter feindlichen Linien in einer fiktiven, nordafrikanischen Krisenregion.

Schon früh hat sich die Dunkelheit über das kleine italienische Tal am Fuße des Monte Palons gelegt. Hier an den südlichen Ausläufern der Alpen öffnet sich das Gebirge gen Turin hin. Die Täler und kleinen Bergdörfer sind eingebettet in stark bewachsene Hügelketten, die sich nach Norden hin zu steilen Bergmassiven emportürmen. Diese malerische Kulisse, vor welcher im Ersten Weltkrieg die letzten blutigen Gefechte des Alpenkrieges tobten, stellt den Schauplatz des diesjährigen, traditionsreichen Militärwettkampfs Veneto dar.

In einer fiktiven, nordafrikanischen Region tobt dabei ein blutiger Konflikt zwischen mehreren Parteien, die sich im schwer überschaubaren Gelände gegenseitig bekämpfen und auch die Zivilbevölkerung nicht schonen. Als Teil einer internationalen Friedensmission soll das Gebiet nun stabilisiert und der Schutz der Bevölkerung sichergestellt werden. Ganz vorne eingesetzt: Kommandotrupps mit dem Auftrag: „Feind Aufklären, Melden und Bekämpfen!“

Verbringung hinter feindliche Linie

Die Nacht hat den Einsatzraum bereits in tiefes Schwarz gehüllt als sich die Gruppen schwer beladenen mit Gefechtsausrüstung auf den Weg in Richtung Feind machen. Ein simulierter Fallschirmsprung bringt die Teams unerkannt hinter feindliche Linien. In absoluter Dunkelheit müssen die Gruppenführer sich untereinander koordinieren und die Landezone rasch sichern. Leise aber zügig führen sie ihre Gruppen bergauf zum befohlenen Rendezvous Platz, wo sie weitere Informationen erhalten sollen. Hier erhalten die Einheiten neue Hinweise auf feindliche Bewegungen im Raum. Mit Hilfe von Nachtsichtgeräten können von einem Observation Point aus mehrere Konvois mit Pick-Ups und montierten Maschinengewehren erspäht werden. Deren Position und Verhalten melden die Gruppenführer umgehend an die TOC und führen ihre Gruppen dann im Schutze des Waldes zu einem improvisierten Biwak-Raum. Für die nächsten Stunden fallen die Soldaten in einen kurzen und unruhigen Schlaf.

Kampf im Morgengrauen

Noch vor dem Morgengrauen setzen sie ihren Auftrag fort. Durch verlassene Schützengräben des Ersten Weltkriegs steigen die Gruppen bergauf in Richtung des Monte Grappas. Konzentriert halten die Soldaten nach Feindkräften Ausschau und entdecken nach einiger Zeit eine feindliche Feuerstellung. Gezielt wird diese durch einen angeforderten Artillerieschlag vernichtet und der Weitermarsch geplant. Ein eingehender Funkspruch der TOC ändert die Pläne der Gruppe jedoch schnell. In einiger Entfernung zur eigenen Position werden UN-Offiziere als Geisel gehalten. Die Soldaten erhalten den Auftrag diese zu befreien und zu evakuieren.
Im schnellen Zugriff werden die beiden Personen befreit und mehrere Feindkräfte ausgeschalten. Die Befreiten werden umgehend in eine Evakuierungszone verbracht und durch eigene Teile aufgenommen. Dabei können sie dem Gruppenführer noch Informationen über verdeckte Waffenlieferungen und geheime Aktivitäten verschiedener Rebellengruppen zugänglich machen.

Durchkämpfen und Informationen überbringen

Die gewonnen Informationen sind für die Gruppe nun die höchste Priorität. Auf schnellstem Weg müssen sie einer Kontaktperson übergeben werden, die sich in einer nahegelegenen Villa aufhalten soll. Gegen zähen Feindwiderstand und der Gefahr von UXOs und IEDs trotzend, schlagen sich die Soldaten zum geplanten Rendezvous-Position durch und treffen auf die Kontaktperson. Zwei Mann sichern die Umgebung während der Gruppenführer und sein Nachsicherer die Übergabe durchführen. Der Auftrag scheint erfüllt – da ändert sich augenblicklich die Lage. Von allen Seiten stürmen feindliche Kämpfer auf den Trupp zu – die Kontaktperson ist zum Feind übergelaufen und hat sie in einem Hinterhalt gelockt. Die Soldaten werden entwaffnet, gefesselt und bekommen Säcke über den Kopf. Mit lautem Geschrei und Drohungen werden sie nun verhört, geben jedoch keine Wissen Preis. Die Befrager versuchen vehement Informationen aus der Gruppe herauszupressen.

Plötzlich brechen Schüsse, Türen werden eingeschlagen und man reißt den Soldaten die Hauben vom Gesicht. Eigene Kräfte haben den Raum gestürmt, die Feindkräfte ausgeschalten und sie somit befreit. Nach der schnellen Identifizierung durch eigene Teile wartet noch ein Eilmarsch zur Evakuierungszone auf die Trupps, wo sie nach 24 Stunden im Einsatz aufgenommen und zurück verbracht werden.
In der TOC angekommen müssen die gewonnen Informationen abschließend aufbereitet und dem befehlshabenden Offizier vorgetragen werden. Für die bayerischen Kameraden endet der fordernde Wettkampf mit einem verdienten dritten Platz. Neben zahlreichen neuen Kontakten nehmen sie fesselnde Eindrücke und neugewonnenen Erfahrungen aus einem spannenden Wettkampf mit nach Hause.

Militärische Ausbildung für die Beorderung

Für die Angehörigen des Wettkampfkaders Oberbayern Südost stellt „Veneto“ 2018 eines der Highlights der diesjährigen Ausbildung im Rahmen der freiwilligen Reservistenarbeit dar. Veranstaltungen wie diese bieten die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten im Wettstreit zu messen und weiter auszubauen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei aber auf der militärischen Ausbildung und der Förderung der eigenen Kenntnisse, welche die Reservisten in ihren Beorderungsverbänden einbringen können. Als Gebirgsjäger finden sie diese allen voran in der Gebirgsjägerbrigade 23.

(Text: Olt d.R. Sebastian Stoiber)

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