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Bei Regen und Schnee aufs Watzmann Hocheck




marsch

Schönau am Königsee / Watzmann Hockeck 02.09.2017 Operation „Edelweiß-Bergmarsch 2017“ Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Südost führen zusammen mit studierenden Offizieren der Deutschen Bundeswehr sowie Angehörigen der US Army einen Gebirgsleistungsmarsch bei widrigsten Bedingungen durch. 44 Mann und eine Frau fanden sich bei nasskalten Herbstwetter in Berchtesgaden ein,um den ersten der drei Watzmann-Gipfel zu erklimmen. Dauerregen, tiefhängende Wolken und einsetzender Schnee konnten sie dabei nicht aufhalten.

Donnerstags Morgen vibriert das Handy – kurzer Blick darauf und schnell die Emails gecheckt. Die jüngste Nachricht trägt den Betreff „Letzte Infos zum Edelweißbergmarsch auf das Watzmann Hocheck“. Nach den DAV-Wettermeldungen der letzten Tage ahnt man nichts Gutes, doch dann die Erleichterung in der ersten Zeile – „der diesjährige Edelweißbergmarsch findet wie geplant statt.“ Die Anmerkung des Leitenden, dass unter Verweis auf das anstehende Regenwetter alle, die sich konditionell und alpintechnisch nicht hundertprozentig fit fühlen, gleich daheim bleiben sollten, bestätigt jedoch gleich wieder – die anstehende Tour wird kein Zuckerschlecken. Motivation ist vorhanden, ebenso die Hoffnung, dass es vielleicht doch nicht ganz so nass wird.

Bild rechts: Antretten im Starkregen: Es wurde naß für die südostbayerischen Reservisten beim Edelweiß-Bergmarsch 2017 auf das Watzmann Hocheck (Foto Obermayer)

Weit gefehlt. Samstag läutet noch tief in der Nacht der Wecker und bei strömenden Regen geht’s nach Berchtesgaden. Am Parkplatz Hammerstiel warten schon die ersten Kameraden. Die Anzugskontrolle kann man sich getrost ersparen – jeder trägt Nässeschutz. Dazu wäre auch kein Befehl notwendig. Nach dem ersten Antreten und dem Befehl für den Marsch geht es in schnellem Tempo Richtung Watzmannhaus. Zügig Meter machen, warm werden und von Anfang an klarstellen, dass das kein gemütlicher Spaziergang wird, sondern von jedem Teilnehmer Leistung gefordert wird. Diese kommen wie jedes Jahr aus ganz Deutschland. Von den aktiven Verbänden des Gebirgsjägerbataillons 231, dem EAZ 230 sowie den Marschgruppen der Bundeswehruniversitäten aus Hamburg und München. Zu den deutschen Kameraden reihen sich in diesem Jahr auch ein halbes Dutzend Soldaten des 2. Cavalry Regiments aus Vilseck ein.

Bild links: „Jägerwetter!“- Naßer Aufstieg bis zum Watzmannhaus. (Foto OFw.d.R. Verhülsdonk)

Anstrengender Marsch bei Kälte und Regen

Nach etwas mehr als zwei Stunden ist das Watzmannhaus erreicht. Auf dem in tiefen Wolkenschwaden eingehüllten Berg, ist dieses fast menschenleer. Einrücken, schnell trockenlegen und warme Getränke zu sich nehmen. Während sich die Teilnehmer in der warmen Stube sammeln und neue Kräfte tanken, beraten der Leitenden und seine Gehilfen wie es weitergehen soll. „Wie weit können wir gehen? Wo wird das Risiko bei dieser Witterung zu groß?“ Die Entscheidung ist schnell gefallen. Es geht in zwei Gruppen weiter.

Bild rechts: Aufstieg vom Watzmannhaus zum Hocheck (Foto Obermayer)

Aufgeteilt in zwei Marschgruppen geht es weiter bergauf. Auf knapp 2000 Höhenmetern hält der Zug kurz an. Für die zweite Marschgruppe ist hier Schluss. Ihr persönliches Ziel, die 2000 Höhenmetermarke, haben sie geschafft. Von nun an gehen nur noch die weiter, die konditionell und alpintechnisch auf das widrigste vorbereitet sind. Knapp zwei Stunden dauert der weitere Aufstieg bis zum Watzmann Hocheck auf 2651 Meter. Die Platten auf der Watzmannschulter sind durch den Dauerregen und einsetzenden Schnee glatt und rutschig. Die Hände und Finger drohen taub zu werden und verlieren an Kraft. Am Gipfel beißt ein eisiger Wind und die Sicht beträgt teils unter 20 Meter. Das spielt am Ziel jedoch keine Rolle mehr. „Berg Heil!“ – 19 Mann haben es bis ganz nach oben geschafft.

Bild links: Der Aufstieg gestaltet sich zunehmend schwieriger. Die Platten des Watzmann sind nass und blank, die Kälte zieht an den Kräften. (Fotograf: Gefreiter d.R. Richard Utzmeier)

Der Abstieg gestaltet sich nochmal zur Prüfung. Noch schwieriger als beim Aufstieg ist der Weg nach unten über die glatten Platten. Überall fließen kleine Bäche eiskalten Wassers gen Tal und der stärker werdende Wind bläst den Teilnehmern den Schnee ins Gesicht. Nach eineinhalb Stunden ist das Watzmannhaus wieder in Sicht. Keine Verletzten, keine Ausfälle, dafür viele durchnässte Soldaten die sich nun noch einmal im Watzmannhaus aufwärmen, bevor die letzten 1200 Höhenmeter ins Tal in Angriff genommen werden.

Bild rechts: Endanstieg zum Watzmann Hocheck (Fotograf: Gefreiter d.R. Richard Utzmeier)

Besonderer Gast und Zeitzeuge zu Besuch

Am Parkplatz wartet dann noch ein ganz besonderer Gesprächspartner und Zeitzeuge auf die Marschteilnehmer. Major a.D. Georg Reichl. Vor 50 Jahren führte er, damals noch als junger Oberleutnant, den Transport einer Gebirgslafette auf das Watzmann Hocheck. Eine Leistung die bis heute seines gleichen sucht. Neben dem Leitenden fand auch Reichl anerkennende Worte für die Edelweißaspiranten 2017: „Bei diesem Jaga-Wetter habt Ihr Euch das Edelweiß wirklich verdient.“

Bild links: Endlich am Gipfel auf 2650 m Seehöhe angekommen. Sichtweite unter 10 Meter. Schneeregen.
(Fotograf: Gefreiterd.R. Richard Utzmeier)

Bild rechts: Abstieg im Scheeregen vom Hocheck zum Watzmannhaus (Foto OGefr.d.Res. Michael Weiß)

Bild links: Abstieg vom Watzmannhaus über den Mitterkaser nach Hammerstiel (Foto Obermayer)

Bild rechts: Wieder gut zurück im Tal . Abschlussantreten mit Major a.D. Georg Reichl würdigt die Teilnehmer (Foto Obermayer)

Text: OLt.d.R. Sebastian Stoiber Fotos R.Utzmeier, J. Verhüldsdonk, K.Obermayer, M. Weiß

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