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Das Jahr 2020 im Hochgebirgsjägerzug Bad Reichenhall




Der Hochgebirgsjägerzug bei der Gletscherausbildung in Österreich.

Bildautor: Gebirgsjägerbataillon 231

Soldaten des Hochgebirgsjägerzugs überqueren den Westgrat der Petersenspitze in den Ötztaler Alpen.

Bildautor: Gebirgsjägerbataillon 231

Klettern und Kämpfen. Der Hochgebirgsjägerzug übt das überschlagende Ausweichen im Klettergarten Karlstein. Ein "Oimara" sichert mit einer Bluegun

Bildautor: Gebirgsjägerbataillon 231

  • Von Florian Schmidt, Gebirgsjägerbataillon 231
  • 26.11.2020
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Bad Reichenhall 26.11.2020 Das Jahr 2020 ist in vielerlei Hinsicht ein ereignisreiches Jahr – Corona und Hygienekonzepte sind allgegenwärtig. Der Dienstalltag der Gebirgsjäger geht unter Beachtung der Hygieneauflagen dennoch weiter. Besonders der Reichenhaller Hochgebirgsjägerzug hat ein abwechslungsreiches Jahr hinter sich.

Der Hochgebirgsjägerzug bei der Gletscherausbildung in Österreich.

Die Soldaten des Hochgebirgsjägerzuges sind besonders ausgewählte und leistungsfähigen Soldatinnen und Soldaten. Sie können in jedem Gelände, in
allen Gebirgs- und Klimaregionen der Erde, im Sommer wie im Winter, bei extremen Witterungsbedingungen eingesetzt werden. Sie kämpfen vornehmlich in schwierig begehbarem Gebirgs- und in Klettergelände. Regelmäßige Konditions- und Kletterüberprüfungen ermöglichen es, interessierten Soldaten – bei Bestehen der Überprüfung – ein Teil des Zuges zu werden.

Der Winter

Im Januar beginnt das Jahr mit einer einwöchigen Skiausbildung auf Winkelmoosalm. Dicht gefolgt stellen die Soldaten im darauffolgenden einwöchigen Winterbiwak ihr Können auf der Reiteralpe unter Beweis. Dabei bauen sie nicht nur Iglus, sondern haben den wichtigen Auftrag, die Bergrettung für den Aufstieg der Kompanien auf die Reiter Alpe per Ski sicherzustellen. In der Nacht kam dann auch keine Ruhe auf – während sich die eine Gruppe der Kampfkrafterhaltung widmete, musste die andere die Feuerwache, die Iglu Wache – falls eines einstürzten sollte – und den Alarmposten übernehmen.

Die Bergretter der Bundeswehr

Ein Soldat das Hochgebirgsjägerzug bei der Selbstrettung aus der Gletscherspalte.

Die Bergrettung ist ein wesentlicher Bestandteil innerhalb des Fähigkeitsprofils der Gebirgsjägerbrigade 23, da sich die Gebirgsjäger in bestimmten Einsatzgebieten nicht auf zivile Rettungskette zurückgreifen kann. Die Ausbildung zum Bergrettungssoldaten besteht aus einem Sommer- und einem Winterteil. Dazu werden kontinuierlich Soldaten des Hochgebirgsjägerzuges zu den entsprechenden Lehrgängen an den Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf in Mittenwald geschickt. So wurden dieses Jahr fünf Soldaten zum Bergretter Winter und Sommer ausgebildet. Hierbei muss unter anderem ein skibezogener Eingangstest bestanden werden, um die Teilnahme zu ermöglichen. Die Ausbildung, welche zum Teil an der Zugspitze stattfindet, besteht aus planmäßiger und behelfsmäßiger Bergrettung, dem Umgang mit Rettung aus dem Helikopter und vieles mehr.

Klettern und Kämpfen

Auch im Frühjahr gibt es einiges zu tun für die spezialisierten Gruppen des Hochgebirgsjägerzuges: Bergtouren in schwierigem Gelände und Wiederholungsausbildungen in den Themen Bergrettung und Gefechtsdienst stehen in dieser Zeit an der Tagesordnung.
Ende Mai wird die Bergwacht Bad Reichenhall durch Soldaten des Hochgebirgsjägerzuges bei der Suche nach einem vermissten Kameraden unterstützt und kann so auf die spezialisierten Fähigkeiten zurückgreifen.
Die nächsten Aufträge lassen nicht lange auf sich warten. Nach einer Gefechtsübung zur Verteidigung mit dem Kampf aus Stellungen im hochalpinen Gelände gefolgt von Ausbildungen zum überschlagenden Ausweichen der Soldaten bei Feindkontakt, geht es direkt weiter mit einem Gebirgsleistungsmarsch.
Das bedeutet mindestens 2000 Höhenmeter per Fußmarsch – auch im absturzgefährdetem Gelände – innerhalb von zwei Tagen in Verbindung mit einem eintägigen Biwak im Gebirge, inklusive Abseilen an einer Steilwand. Um solche Märsche zu ermöglichen, müssen gefährliche Absturzstellen mithilfe eines Seilgeländers abgesichert werden, wofür die Soldaten des Hochgebirgsjägerzuges speziell ausgebildet und trainiert werden. Hierbei muss oft Tage davor die Strecke abgegangen, analysiert und von einem Heeresbergführer bewertet werden. Nach Abschluss dieser Maßnahmen werden hunderte von Seilmetern, Reepschnüren, Bohrmaschinen, Kletterausstattung und vieles mehr an die schwer zugänglichen Orte gebracht. Aufgrund der Tatsache, dass von einem Soldaten im Hochgebirgsjägerzug erwartet wird, die notwendigen Materialien zu Fuß an Ort und Stelle bringen zu können, werden unzählige Höhenmeter mit schwerem Gepäck im Aufstieg gemeistert.
Diese Leistungsmärsche mit den dazugehörigen Vorbereitungen finden mehrmals an der Südwand des Untersbergs, der Kampenwand, der Reiteralpe und des Rotofen statt, wofür der Hochgebirgsjägerzug zuständig ist.

Soldaten des Hochgebirgsjägerzugs überqueren den Westgrat der Petersenspitze in den Ötztaler Alpen.

Hochtouren, Eisklettern und Freifallspringer

Während ein Teil der Einheit diese Aufträge erfüllt, finden im Laufe des Jahres für die Freifallspringer im Hochgebirgsjägerzug notwendige Freifallsprungdienste statt. Hierfür werden an mehreren Standorten Sprünge mit dem Fallschirm durchgeführt. Gemeinsam geht es dann nach Österreich zur Gletscherausbildung. Selbstrettung aus der Spalte, Mannschaftsflaschenzug, Eisklettern, Standplatzbau im Eis sowie Sturztraining sind nur ein Bruchteil dessen, was dort ausgebildet wird. Der Aufenthalt endet mit Hochtouren über die steile Nordwand der 3.484 Meter hohen Petersenspitze, sowie der Besteigung der 3.768 Meter hohen Wildspitze.

Das Treffen mit der Verteidigungsministerin

Klettern und Kämpfen. Der Hochgebirgsjägerzug übt das überschlagende Ausweichen im Klettergarten Karlstein. Ein „Oimara“ sichert mit einer Bluegun

Im September findet eine Ausbildung und Vorbereitung für die geplanten Orientierungsmärsche statt. Hierbei werden die Soldaten des Hochgebirgsjägerzugs in Karte und Kompass, Erstellung von Marschskizzen und Orientierung im Gelände ausgebildet und geprüft, um die darauffolgenden langwierigen Orientierungsmärsche bei Tag und Nacht zu meistern.
Gleich im Anschluss beginnen die Vorbereitungen für die anstehende Vorführung „die Gebirgsjäger im Angriff“ am „Wachterl“ im Rahmen des Besuchs der Verteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer: Das Bekämpfen des Feindes aus der Höhe mit anschließendem Abseilen sowie das schnelle Nachführen von Kräften mittels einer Seilrutsche soll der Ministerin ein Gesamtbild der Zusammenarbeit unter den Gebirgseinheiten ermöglichen. Die Verteidigungsministerin attestiert den Gebirgsjägern daraufhin, „Spezialisten im Gebirge“ zu sein und „einzigartige Fertigkeiten“ an den Tag zu legen.

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