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Reservistenkameradschaft GebJgRK Wolkersdorf-Waginger See

Schneitzelreuth / Oberjettenberg, 10.05.2017. Studierende Offiziere der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) und Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Südost übten gemeinsam auf dem Gebirgsübungsplatz Reiter Alpe.

Bereits zum 5. Mal unterstützten Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Südost bei der Ausbildung von studierenden Offizieren der HSU aus Hamburg. Nachdem die, in Zusammenarbeit mit dem PiBtl 905, geplante und vorbereitete Sprengausbildung vom Landeskommando BAYERN nicht genehmigt wurde, konnte eine dreitägige Ausbildung zum Thema „Der Soldat im Winter“ auf der Reiter Alpe durchgeführt werden. Hauptfeldwebel d.R. Leonhard Edelhäuser (KreisOrgLeiter) entwarf hierzu kurzfristig einen neuen Dienstplan.

Aktive Kameraden nehmen 950 km Anreise auf sich

Aufbauend auf einer über Jahre hinweg gewachsenen Kameradschaft der Kreisgruppe zu den Marschgruppen und Interessensverbänden der Bundeswehr Universitäten in München und Hamburg, folgten knapp 30 studierende Offiziere der HSU der Einladung auf die Reiter Alpe. Auf eigene Kosten nahmen sie die rund 950 km lange Anfahrt aus dem Hohen Norden mit Privatfahrzeugen in Kauf. Von der Wehrtechnischen Dienststelle 52 in Oberjettenberg aus, wurde am Freitag noch vor Mittag der Lenzenkaser III auf rund 1600 Metern Höhe erklommen und Quartier bezogen. Dem kurz zuvor ereilten Wintereinbruch geschuldet, verlagerte sich der Ausbildungsschwerpunkt für das Wochenende, von der Kletterausbildung im Fels hin zum Themengebiet „der Soldat im Winter“. Hauptfeldwebel d.R. Edelhäuser führte hierzu nach Einweisung in den Übungsplatz einführende Unterrichte durch und belehrte die Soldaten über Gefahren im Gebirge.

Bild rechts: Südostbayerns Reservisten und ihre hamburger Gäste durften sich über ausreichend Schnee anfang Mai in den Berchtesgadener Alpen für die Ausbildung freuen

Rettung von Lawinen-Verschütteten im Fokus

Aufbauend auf den Unterrichten des Vorabends, stand der zweite Ausbildungstag im Zeichen der Lawinen-Verschütteten-Rettung sowie der Versorgung von Verletzten nach Unfällen im Gebirge. Hierzu verlegten die Teilnehmer zur nahegelegenen Neuen Traunsteiner Hütte. Vor der beeindruckenden Bergkulisse der Reiter Alpe und bei strahlendem Sonnenschein, wurden die Soldaten an drei Ausbildungsstationen in der richtigen Vorgehensweise für den Ernstfall geschult. Mit den Hauptfeldwebeln Edelhäuser und Liebert sowie dem Oberstabsgefreiten Pleger standen hier fachkundige und erfahrene Ausbilder zur Verfügung.

Bild links: Ausbildung Knoten und Bunde auf der Reiteralpe

Angefangen beim Erkennen von potentiell gefährdetem Gelände, dem Beurteilen von Gefahren sowie dem richtigen Vorgehen im Gebirge, wurde den zukünftigen militärischen Führern das richtige Verhalten bei Bewegungen in den Bergen vermittelt. Die Soldaten lernten, wie sie sich im Fall eines Lawinenabgangs zu verhalten haben, wie die Suche nach Verschütteten abläuft und worauf bei der Erstversorgung und dem Abtransport von Verletzten zu achten ist. „Für viele der Kameraden ergaben sich so erstmals interessante Einblicke in die Gebirgstruppe der Bundeswehr.“, so Leutnant Gräfenberg, verantwortlicher Projektoffizier der HSU.

Bild rechts: Ausbildung Verschüttetensuche mit der Lawinensonde unter fachkundiger Anleitung

Kraftraubender Rückmarsch samt Verletztentransport

Das soeben erlernte galt es unmittelbar unter Beweis zu stellen. Eingeteilt in drei Gruppen mussten Üb-Verletzte von der Neuen Traunsteiner Hütte mittels UT-2000 und einer behelfsmäßigen Trage zum Lenzenkaser III zurückgeführt werden. Die jungen Offiziere meisterten diese kraftraubende Aufgabe mit Schwung und Disziplin und bewiesen bestes Führerverhalten und Zusammenhalt in schwierigen Situationen. Den Abschluss dieses Ausbildungsabschnitts stellte das gemeinsame Gruppenfoto vor der Bergstation der Lastenseilbahn dar. Gemeinsam ging es zurück zum Lenzenkaser.

Bild links: Wie ertastet man eine verschüttete Person von einer Lawinensonde

Gemeinsamer Ausklang auf dem Lenzenkaser

Nach erfolgter Feldhygiene trug OTL d.R. Norbert Dobner als Leiter des Kreisverbindungskommandos (KVK) der Stadt München über seinen Einsatz während der Amoklage am OEZ in München vor. Nach dem gemeinsamen Abendessen ging es zum gemütlichen Ausklang in einen geselligen Kameradschaftsabend über. Hier kam es zu einem regen Gedankenaustausch zwischen allen Teilnehmern. Die Erkenntnisse hieraus und die Erlebnisse des Tages bestärkten alle in der Absicht, eine solche Ausbildung auch im Jahr 2018 wieder durchzuführen. Nach einem kräftigen Frühstück und dem Reinigen der Hütte, stiegen die Teilnehmer bei Nieselregen nach Oberjettenberg ab und konnten noch alle vor 1200 Uhr ihre Heimreise nach HAMBURG bzw. in den Chiemgau antreten. „Für uns war es sicher nicht das letzte Mal, wir kommen spätestens im September wieder!“, verspricht Leutnant Gräfenberg zum Abschied. Dann führt die Kreisgruppe ihren alljährlichen Gebirgsleistungsmarsch in den Berchtesgadener Alpen durch.

Bild rechts: Anpacken hieß es beim kräftezehrenden Verletztentransport mit dem UT-2000 über die Reiteralpe

Reservisten und studierende Offiziere ziehen ein positives Resümee: „Die Ausbildung ist für beide Seiten gewinnbringend. Wir haben hier die Möglichkeit den aktiven Kameraden sowohl Einblicke in die Gebirgstruppe als auch in die Reservistenarbeit zu geben. Das stärkt die Zusammenarbeit, eröffnet neue Horizonte und fördert den Austausch zwischen aktiven und ehemaligen Soldaten.“, so Hauptfeldwebel d.R. Edelhäuser.

Bild links: Südostbayerns Reservisten und die studierenden Offiziere der Helmut Schmidt Universität bei der Gebirgsausbildung auf der Reiteralpe auf dem Wartsteinkopf

(Text: Leutnant d.R. Sebastian Stoiber)

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