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wettkampf

Asiago / Traunstein, 26.09.2017. „Bayerische Jaga“ holen 3. Platz bei internationaler Militärpatrouille „Veneto“ 2017“ in Norditalien. Mit zwei Mannschaften nahmen erstmals Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Südost unter Führung der GebJgRK Wolkersdorf – Waginger See am internationalen Militärwettkampf „Veneto“ der italienischen Reservistenorganisation UNUCI in Asiago teil. Teams aus Italien, Großbritannien, Deutschland, Lettland und Ungarn am Start.

Mission Briefing um 1900, anschließend Zeitansatz 30 Minuten, um die Gruppen in die aktuelle Lage einzuweisen und den Befehl an die Soldaten weiterzugeben. Danach Herstellen Abmarschbereitschaft – auf Befehl verladen auf Helikopter und Abflug in die zugewiesene Landing Zone. Der Auftrag für die folgenden 24 Stunden – Spähtrupp mit Kampfauftrag. Den Feind finden und vernichten.

Bild rechts: Schweißtreibend und anspruchssvoll – der Veneto 2017: Hier Überqueren eines Seilstegs im Bärenhang (Foto Utzmeier)

Es ist bereits tiefschwarze Nacht als der Wettkampf „Veneto“ 2017 für die bayerischen Teams aus der Kreisgruppe Oberbayern Südost beginnt. Unter den 19 startenden Teams sind sie die einzigen Deutschen. Die übrigen Teilnehmer kommen aus Italien, Ungarn, Lettland und Großbritannien. Am Freitagabend um 2300 geht es für die Gebirgsjäger als letzte Mannschaften an den Start. Der Helikopterflug wird durch Trucks simuliert.

Bild links: Der Wettkampf spielt sich rund um Asiago im alten Kampfgebiet des Gebirgskrieges 1915 bis 1918 zwischen Italienern und Österreichern ab. (Fotos Unuci)

Beim Aufsitzen werden allen Soldaten die Augen verbunden, aus Lautsprechern dröhnt der Lärm von Rotorblättern und italienische Funksprüche lassen erahnen, dass die Lage sich sehr schnell ändern wird. Nach knapp fünf Minuten endet die Fahrt unvermittelt. Absitzen mitten im Wald und Aufbauen einer Rundumsicherung, dann kurze Orientierung – „wir sind nicht da, wo wir sein sollten!“ Unverzüglich erfolgt die Meldung an die TOC, die bestätigt dass sich die Landezone geändert hat, neue Befehle folgen. Die Pläne haben sich geändert. Nun gilt es sich zu einem sicheren Punkt durchzuschlagen. Die nächsten zwei Stunden geht es bei vollkommener Dunkelheit unentwegt bergauf. Gegen ein Uhr ist das vorübergehende Nachtlager erreicht und es kann im Fort Interrotto untergezogen werden. Die Festung ist das Überbleibsel einer Grenzbefestigung des ersten Weltkriegs. Die meterhohen Mauern spärlich durch Fackeln und Kerzen beleuchtet, thront es über der Hochebene von Asiago auf 1392 Metern.

Bild rechts: Ein südostbayerischer Wettkämpfer kontrolliert den Eingang zu einem Stollen (Foto Utzmeier)

An Schlaf ist nicht zu denken.

Kaum haben sie auf dem kalten Steinboden Ruhe gefunden, werden die Teams wieder geweckt. „Enemies spotted in the woods northeast of our position“. In spätestens fünf Minuten müssen die Gruppen abmarschbereit sein. Mit Kampfauftrag geht es unverzüglich in den nahen Wald. Dort gilt es Feinde aufzuklären und zu vernichten. Nachdem dieser geworfen wird, muss noch eine Helikopter-Landezone zur Versorgung der eigenen Kräfte bei Nacht erkundet und markiert werden. Dann endlich geht es zurück in den Schlafsack. Noch einmal kurz Kräftetanken für die kommenden Stunden. Der Tag graut bereits und unter dem Forte Interrotto erstreckt sich die Ebene von Asiago im Morgenlicht.

Bild links: Wolkersdorfer Reservisten des Wettkampfkaders Oberbayern Südost beim Absetzen von Meldungen (Foto Unuci)

Mit Tagesanbruch wird der Auftrag fortgeführt. Die Trupps ziehen weiter und marschieren entlang ihrer Bewegungsachsen bergauf. Immer wieder entdecken sie feindliche Munitionsdepots, IEDs und UXOs.Es müssen Fahrzeuge erkannt und gemeldet werden. An verschiedenen Punkten gilt es die Aufklärungsergebnisse mittels SPOTREP an die übergeordnete Führung weiterzuleiten. Immer wieder durchqueren sie dabei alte Schützengräben, links und rechts des Weges verdeutlichen tiefe Löcher, dass es sich bei diesen Bergen um die frühere Frontlinie des Alpenkriegs handelt. Lange Reihen von Kreuzen am Wegesrand erinnern still an die Gefallenen: „Hier ruhen 209 Soldaten aus Graz“. Die Spuren des 1. Weltkriegs sind hier überall präsent.

Bild rechts: Vormarsch der südostbayerischen Reservisten durch die Gebirgswälder richtung Monte Zebio – über alte Versorgungswege des Gebirgskrieges (Foto Unuci)

Mit dem Monte Zebio wird auf 1717 Metern der höchste Punkt des Wettkampfs erreicht. Von hier aus müssen feindliche Mörser-Stellungen erkannt und mittels Feueranforderung an die eigene Artillerie vernichtet werden. Auf der Hochebene um den Gipfel warten noch weitere Prüfungen. Schießen unter Belastungen mit Pistole und Gewehr, Verwundetentransport und zum krönenden Abschluss, muss ein Grabensystem freigekämpft werden, in welchem sich zwei Feindkämpfer mit einer Geisel befindet. Nachdem diese Aufgaben abgeschlossen sind, geht der nächsten Funkspruch durch die TOC ein. Der geplante Abholpunkt wird durch Feind bedroht und die Spähtrupps müssen unverzüglich ausweichen. Was folgt, sind vier Kilometer Eilmarsch zurück nach Asiago für die Soldaten. Noch einmal Zähne zusammenbeißen und schnellstmöglich ins Tal kommen.

Bild links: Freikämpfen eines Stollensysems – Schießen unter körperlicher Belastung fordert alles (Foto Unuci)

Endlich am Ziel angekommen ist der Wettkampf noch nicht beendet. Noch einmal muss die Umgebung gesichert werden, dann vorbereiten zur Berichterstattung. Jedes Team erhält einen Fragenkatalog. Über zehn Seiten hinweg müssen alle Feindmeldungen, Feueranforderungen und Spähergebnisse aufgelistet und wiedergegeben werden. Danach geht es zum Debriefing vor die Leitung. Nochmal muss das ganze vorgetragen werden und Fragen zu den letzten 24 Stunden beantwortet werden. Dann endlich heißt es „Ziel erreicht. Übungsende.“ Zeit zum Nachbereiten. Der Tag klingt bei besten italienischem Essen mit einem rauschenden Kameradschaftsabend aus.

Bild rechts: Der Weg ist gespickt mit UXOs, Minen und anderen Sprengfallen – Höchste Aufmerksam von den oberbayerischen Reserve – Gebirgsjägern gefordert (Foto Utzmeier)

Bild links: Panorama über die Hochebene von Asiago in Venetien (Foto Mosinger)

Bild rechts: Geiselbefreiung im alten Stellungssystem mit Airsoft Waffen (Foto Unuci)

Bild links: Team WKK Oberbayern Südost 1 (Foto Utzmeier)

Mit Dudelsackklängen durch Asiago

Nach einem gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen, beginnt der letzte der Teil der Veranstaltung. Am Kriegerdenkmal von Asiago, zu dessen Füßen 54.000 Gefallene des 1. Weltkriegs ruhen, treten die Teilnehmer des Veneto-Wettkampfs an. An der Spitze marschiert eine Formation schottischer Dudelsackspieler, dicht da hinter, als erste Mannschaft führen deutsche Gebirgsjäger den Zug an. Im Gleichschritt geht es durch die Straßen zum Stadtplatz. Hier findet die abschließende Siegerehrung statt. Die Überraschung ist noch einmal groß – bei der ersten Teilnahme kann der Pokal für den 3. Platz in der Reservistenwertung mit nach Bayern genommen werden, der erste Platz der Wertung geht nach Lettland. Ein krönender Abschluss eines ereignisreichen Wettkampfwochenendes.

Bild rechts: Mit Dudelsackklängen zur Siegerehrung ins Herzen von Asiago – Würdiger Abschluss eines Mulitnationalen Wettkampfs (Foto Unuci)

Bild links: Stolze Gebirgsjäger der Reserve – Das Team Regionalstab TA Süd / WKK Oberbayern Südost 2 nimmt den Pokal für die drittbeste Wettkampfmannschaft mit nach Hause

Bild rechts: Das Wettkampfkader Oberbayern Südost nach erfolgreicher Erstteilnahme am VENETO 2017 – solide Leistung auf internationalen Packet bei einem tollen Wettkampf der italienschen Freunde

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