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Interview: Unsere Reserve neu denken




reserve

Berlin 06.03.2019 Vizeadmiral Joachim Rühle skizziert im Interview „Reserve der Zukunft“. Er ist seit 2017 Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und damit zugleich Beauftragter für Reservistenangelegenheiten. Im Interview erklärt er, was er von der „Reserve der Zukunft“ erwartet. Noch in diesem Jahr wird er eine umfassende Strategie vorstellen.

Herr Admiral, es gibt im Moment rund 25.000 aktive Reservisten in Deutschland. Welche Bedeutung haben sie für die Bundeswehr?
Die Reservisten sind sehr wichtig und werden noch wichtiger werden. Wir sehen dies gerade bei der Neuausrichtung und der neuen Konzeption der Bundeswehr. In den vergangenen Jahren stand die Personalreserve im Fokus. Wir brauchen die Reservisten, um unsere Einsätze abzudecken und vor allem im Inland, um Soldaten in den Einsätzen oder Vakanzen zu ersetzen. Mit der gestiegenen Bedeutung der Landes- und Bündnisverteidigung wird sich der Blick aber deutlich verändern.

In den 1990er Jahren ist die Zahl der Reservisten stark gesunken. Werden sie als Scharnier zwischen Truppe und Gesellschaft nicht mehr gebraucht?

Die Reduzierung der Reserve ging einher mit der damaligen Ausrichtung der Bundeswehr, die sich immer stärker auf Auslandseinsätze konzentriert hat. Dementsprechend entwickelten sich auch die Aufgabenschwerpunkte der Reservisten. Die Scharnierfunktion in die Gesellschaft hat sich aber nicht verändert. Im Gegenteil, die Reserve trägt maßgeblich zum Bild der Bundeswehr in der Öffentlichkeit bei. Engagierte Reservisten sind wichtige Multiplikatoren – darüber sind wir sehr dankbar.

Warum wird das Thema Reserve wieder wichtiger?

Der Grund ist die offensichtliche sicherheitspolitische Entwicklung. Wir lebten lange in einer friedlichen Welt, umgeben von Freunden und Partnern. Beginnend mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 hat sich die Weltlage gravierend verändert. In der neuen Konzeption der Bundeswehr steht die Landes- und Bündnisverteidigung wieder gleichrangig zu den Auslandseinsätzen.

Für die Reserve heißt das im Klartext: ein neuer Aufgabenschwerpunkt. Allein unter dem Aspekt der Inneren Führung müssen wir die Reservisten auf ihre neuen Aufgaben vorbereiten. Veränderungen müssen ordentlich kommuniziert werden. Daher ist das Thema Reserve derzeit so präsent.

Welche Größe angestrebt wird, wo die Truppe besonders auf Reservisten angewiesen ist und wie weit die neue „Strategie der Reserve“ schon ausgearbeitet ist, lesen Sie ausführlich auf bundeswehr.de.
(red)

Bild oben:
Vizeadmiral Joachim Rühle, Stellvertreter des
Generalinspekteurs der Bundeswehr und damit
zugleich Beauftragter für Reservistenangelegenheiten.
(Foto: Bundeswehr/Wilke)

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