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Operation „Kalter Marsch 2017“




Kalter Marschwettkampf

Bruchsal 03.-05.02.2017 Internationaler Kommando-Wettkampf „Kalter Marsch 2017“ im Kraichgau. Wolkersdorfer Reservisten zeigen mit einem 4. Platz erfolgreich ihre Leitungsfähigkeit in der „Championsleage“ der Militärpatrouillenwettkämpfer aus ganz Mitteleuropa.

Als Kommandosoldat aus der Gefangenschaft fliehen, sich durch unbekanntes schwieriges Terrain bei stürmischen Winterwetter Durchschlagen ohne von feindlichen Jagdkommandos geschnappt zu werden, Schießen, Erste Hilfe bei einem Kfz-Unfall leisten, mit vollem Gepäck über die Hindernisbahn, sich über einen 30 Meter Seilsteg hangeln, ein Verwundetentransport mit einer 70kg Puppe über einen Kilometer zu Fuß, einen zur Flucht gestohlenen Armeejeep reparieren, Klettern, Geiselbefreiung und und und…Der internationale Kommandowettkampf Kalter Marsch 2017 in Bruchsal bietet auf 20 Stationen anspruchsvollste und fordernste Aufgaben und genießt daher bei Militärpatrouillenwettkämpfern einen hervorragenden Ruf. Insgesamt 27 Mannschaften aus der ganzen Bundesrepublik, Frankreich und der Schweiz, aktive Soldaten und Reservisten mussten hier bis über ihre Belastungsgrenze gehen und ihre Fähigkeiten im Soldatenhandwerk als Teams zeigen.

Bild rechts: Zielsicher mit der neuen Maschinenpistole MP7 der Bundeswehr ist gefragt (Foto Lkdo BW OG Döttling)

Mit dabei: die Wettkämpfer der GebJgRK Wolkersdorf – Waginger See unter Führung von HFw.d.Res. Björn Rabich, die als Wettkampfkader Oberbayern Südost 1erstmal wieder seit 2008 ins Rennen gingen. Aufgrund des hohen Andrangs auf diesen Wettkampf stand unser zweites Teams auf der Warteliste.
Für den reibungslosen Ablauf dieses Kommandowettkampf der Spitzenklasse in Bruchsal bei Karlruhe sorgte federführend die RK Ubstadt unter der Führung von OTL.d.R. Bensching mit 120 Helfer aus Reservisten, aktive Soldaten, die Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, das THW Waghäusel und das DRK Kieselbronn, die zudem mit Material durch das ABCAbwBtl 750 Bruchsal, das Jägerbataillon 292 Donaueschingen, den Übungsplatz HEUBERG und das Luftwaffenausbildungsbataillon Germersheim unterstützt wurden.

Bild links: Schweißtreibender Verletztentransport durch das Gelände: Mit der 70kg Puppe über Stock und Stein (Foto Lkdo BW OG Döttling)

Tagphase „Kommando-Stationswettkampf“

Der Kommandowettkampf gliederte sich in zwei Phasen. Ab dem frühen Samstag 04.02.2017 morgens startete die Tagphase. Unsere südostbayerischen Wettkämpfer mussten insgesamt 20 Stationen meistern, während einer kurzen Ruhephase die nächtliche taktische Phase in der Nacht von Samstag bis Sonntag frühmorgens folgte. So mussten unsere Wolkersdorfer Gebirgsjäger-Kommandokämpfer ein funktionsuntüchtiges Fahrzeug für eine Flucht fahrbereit machen oder im AGSHP Schießsimulator einen Brückenkopf gegen feindliche Kräfte verteidigen. Ein Gebäude musste in „Roomclearing“-Methodik nach Geiseln durchsucht werden, wobei man etliche Sprengfallen übersah. Die Köpfe rauchten unter Zeitdruck bei einem Wissenstests zu taktischen Zeichen, Fahrzeugerkennung und Flaggen/Uniformerkennung.

Bild rechts: Die Hindernisbahn verlangte den Wettkämpfern einiges ab (Foto Lkdo BW OG Döttling)

Die Wolkersdorfer mussten Fremdwaffen unterschiedlichster Herkunft erkannt, die Kalbier zugeordnet und fertiggeladen und gesichert werden. Bei einem Verkehrsunfall wurden die Fähigkeiten in erster Hilfe abgeprüft. Als extrem anstrengende Stationen folgen Stationen wie der Verwundetentransport mit einer 70kg Puppe durchs Gelände, ein doppelter Seilsteg der gegen die Stoppuhr überschritten werden musste und natürlich die Hindernisbahn. Alles musste mit Helm, vollem Gerödel und mindestens 10kg Rucksack gemeistert werden. Auf der Standortschießanlage konnten die Wolkersdorfer und Bad Aiblinger Reservissten ihre Zielsicherheit im scharfen Schuss mit dem legendären Maschinengewehr MG3, der Maschinenpistole MP7, der Pistole P8 und das Sturmgewehr G36 unter Beweiß stellen.

Bild links: Schweizer Kameraden beim Waffendrill (Foto LKdo BW OG Döttling)

Als besonders Schmankerl mussten das Wolkersdorfer Kommando mit den simulierten Schuss mit der Panzerfaust 3 und der lenkbaren Panzerabwehrwaffe MILAN zwei Fahrzeuge im Gelände bekämpft werden. Die Vorbereitung unseres Wettkampfkaders in den letzten Wochen hatte sich wohl ausgezahlt. Ohne total extreme Patzer, aber etliche schmerzahafte und im realfall tödliche Leichtsinnsfehler z.B. übersehene Zugdrähte von Sprengfallen konnte man die Tagphase beschließen.

Bild rechts: Ein Fluchtfahrzeug wird benötigt: einen funktionsunfähigen Jeep wieder fahrbereit machen (Foto LKdo BW OG Döttling)

Nachtphase: Flucht und Durchschlagen

Das Szenario: Alle Kommando-Wettkämpfer wurden geschanpt und gefangen genommen. In einem verdunkelten Bus wurden unsere Wolkersdorfer eine halbe Stunde weg transportiert und ausgeladen. In Fußmarsch mussten die Gefangenen unter Bewachung durch die Geiselnehmer zu einem Gefangenenlager weitermarschieren. In einem Waldstück gelang den südostbayerischen Wettkämpfern die Flucht aus dem Gefangenentreck. Jetzt war man auf sich alleine gestellt und wurde von den Geiselnehmern mit Jagdkommdos gejagt. Diese patrouillierten zu Fuß und mit Fahrzeugen das Gebiet und überwachten strategisch wichtige Punkte, um die geflohene wieder zu erwischen.

Bild links: Auf dem Seilsteg des Technischen Hilfswerkes (Foto RK Ubstadt)

Ziel war es sich bis 01:30 zur Kaserne durchzuschlagen. Nach der schwierigen Standortbestimmung schlugen sich die Wolkersdorfer durch zahlreiche Wälder und Ortschaften unter Umgehung feindlicher Patrouillen und Posten durchs Unterholz über Äcker, Bäche und Wiesen. Leuchtkugeln der feindliche Jagdkommandos, die andere Teams geschnappt hatten oder in Feuergefechte verwickelten erhellten die Nacht. Ein paar mal wurde man selbst fast geschnappt und konnte sich nur durch Sprung in den Graben retten. Trotz allem glückte die Umgehung und der Kommandotruppe von Hauptfeldwebel Rabich erreichte 12 Minuten vor Ablauf der Frist unentdeckt und ohne Punktabzug nach ca. fünf Stunden den Aufnahmepunkt.

Bild rechts: Wettkämpfer beim Schießen mit dem Maschinengewehr MG 3 in Bruchsaal (Foto Lkdo BW OG Döttling)

Fazit: Sensationeller 4. Platz für die Südostbayerischen Wettkämpfer

Bei der Siegerehrung am Sonntag morgen um 10.00 Uhr kam die Sensation. Der Gesamtleitende Oberstleutnant Andreas Bensching bedankte sich bei allen Helfern, ohne die diese aus unserer Sicht hervorragenden Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Gesamtsieger des Kalten Marsches 2017 mit deutlichem Vorsprung wurde verdient die Profi-Mannschaft Commando KURS aus der Schweiz mit 391,99 Punkten. Auf Platz 2 folgte das Wettkampfkader der Kreisgruppe Kurhessen mit 365,30 Punkten knapp vorPlatz 3 mit dem Wettkampfkader „Wolfsjäger“ aus der Bundeshauptstadt Berlin mit 364,84 Punkten.

Bild links: Wolkersdorfer Wettkämpfer bei der Vorbereitung zwischen den Wettkämpfphasen (Foto Breinbauer)

Auf Platz 4 mit 355,59 Punkten die Sensation: Unser Wettkampfkader Oberbayern Südost bestehend aus den wolkersdorfer Gebirgsjägern Hauptfeldwebel Björn Rabich (Pertenstein), Feldwebel Robert Mühlbacher (Lauter) Stabsgefreiter Christoph Breinbauer (Petting) und Obergefreiter Alexander Baier (Bad Aibling) mit einer hervorragenden Gesamtleistung die alle überraschte, bei 27 ausgewählten Nato-Teams aus aktiven und Reserve-Soldaten aus ganz Mitteleuropa! Auf Platz 5 folgte die RK Großgeschaidt (351,27 Punkte) und auf Platz 6 der mehrjährig amtierende Gewinner der Deutschen Reservistenmeisterschaft die RK Marbach (345,21 Punkte) im Spitzenfeld der inoffiell als „Championsleage“ der Militärpatrouillenwettkämpfer bezeichnet wird.

Bild rechts: Das Wettkampfkader Oberbayern Südost freut sich über den 4. Platz beim Kommandowettkampf „Kalter Marsch 2017“ (Foto Breinbauer)

Fundierte Vorbereitung

Die Vorbereitung des Wettkampfkaders Oberbayern Südost zuhause am Waginger See in zahlreichen Ausbildungsabenden und selbst einen Kommando-Nacht-Orientierungsmarsch bei Schneesturm hatte sich wohl rentiert. Ein Dank gilt daher an das ganze Team und unsere Unterstützer seitens Bundeswehr, der Kreisgruppe Oberbayern Südost und der Feuerwehren Lampoding und Petting.

Der Kommando-Wettkampf „Kalter Marsch“ findet nur alle zwei Jahre statt in Bruchsal statt. Beim nächsten Mal ist das Wettkampfkader Oberbayern Südost auf alle Fälle wieder mit „Alten Haudegen“ und „neuen“ Wettkämpfern mit dabei!

Bild links: Wettkampflogo für den internationalen Kommandowettkampf Kalter Marsch 2017

 

Weitere Berichte zum Wettkampf:
Zeitungsbericht aus den BNN
Bericht auf der Seite der RK Ubstadt
Bericht auf der Seite der RK Marbach
Bildergalerie des Landeskommandos Baden Württemberg

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