DAS MAGAZIN

Monatlich informieren wir unsere Mitglieder mit der loyal über sicherheitspolitische Themen. Ab sofort können Mitglieder auch im Bereich Magazin die darin aufgeführten Artikel lesen!

Mehr dazu
DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

Mehr dazu

Reservistenkameradschaft München-Ost

Die Reserve

RK-Sommerbiergarten „Historische Bundeswehrfahrzeuge“




Hans Eberhard (stehend) mit dem historischen "Faun Kraka Typ 640" beim Tag der Bundeswehr 2018 in Murnau

Bildautor: T. Matysik

RK-Sommerbiergarten: Munga, MAN 630 L2A, „NATO-Ziege“ – Historische Bundeswehrfahrzeuge

Das sommerlich heiße Wetter bot anlässlich des RK-Abends die Gelegenheit, die Versammlung nach draußen in den Biergarten des Vereinslokals „Zum Wilden Mann“ zu verlegen. Zudem bestand für denjenigen Kameraden Gelegenheit teilzunehmen, die bislang noch zurückhaltend bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen waren.

Zum Thema „Historische Bundeswehrfahrzeuge“ berichtete ein schon lange uns verbundener Kamerad aus dem nahen Dachau: Hans Eberhard, seit vielen Jahren Restaurator und Sammler von historischen Militärfahrzeugen. Hans und die Vereine, in denen er zentral wirkt (Interessengemeinschaft MAN 630 L2A/L2AE sowie die Reservistenarbeitsgemeinschaft Historische Bundeswehrfahrzeuge) sind vielen Kameraden des Kreises München-Stadt bestens bekannt: Zu zahlreichen Gelegenheiten bei Infoständen und Öffentlichkeitsveranstaltungen haben Hans Eberhard und seine Kameraden mit ihren Exponaten informative und unterhaltsame Anschauung über die Fahrzeug-, wie auch die Uniformierungs- und Ausrüstungshistorie der Bundeswehr geliefert. Diese waren immer auch „Magneten“ für das Publikum.

Im Rahmen seines Vortrages, ausgestattet mit einem umfangreichen bebilderten Handout, führte Hans durch die Historien und Details der verschiedensten, im Besitze des Vereines befindlichen Fahrzeuge: Dabei spannte er den Bogen vom Dienstfahrrad über bekannte historische Bundeswehr Geländewagen wie DKW Munga und VW Kübel bis zum absoluten Exoten, einem mobilen Flugplatztower. Zentral waren dabei seine spannenden Berichte zum legendären MAN Lkw 630 L2A, jenem bulligen LKW mit seiner markanten, sechseckigen Motorhaube. Der MAN 630 kannte diverse Aufbauten, beplant oder mit Kabine (im Fachjargon „Koffer“) bis hin zum mobilen Flugplatztower. Die zu letzterem fragenden Zuhörergesichter bekamen eine ausführliche Antwort: Der mobile Flughafentower war für den Einsatz an Behelfspisten des kalten Krieges vorgesehen, vor allem an dafür vorgesehenen Autobahnabschnitten. Das Ausfahren des komplett von der Bundeswehr selbstkonstruierten Towers erfolgte mit „zweckentfremdeten“ Elektromotoren samt Gewindehubstangen aus dem Aufklärer Fiat G41. Ein derartiges, sehr seltenes Fahrzeug befindet sich in Besitz der RAG und ist das absolute Highlight der Sammlung.

Hans Eberhard schwärmte von der enormen Robustheit und Geländegängigkeit des MAN 630: „Der einzige Bundeswehr LKW, der sich feldmäßig mit langer Brechstange und Vorschlaghammer im Morast warten lässt“. RK-Vorsitzender Walter Patejdl erinnerte sich an seine eigene Wehrdienstzeit Ende der achtziger Jahre bei einer Radareinheit der Luftwaffe und goss schmunzelnd „Wasser in den Wein“ des Lobes: „Eine Lenkung ohne Servo-Unterstützung und ein krachend, horizontal an einem Griff rauf und runter zu schaltendes Getriebe sowie eine fehlende Synchronisierung (Zwischengas!) gehörten zum kernigen Fahrerhandwerk. Da gehörte der Fluch zum Fahrgeräusch wie der laufende Schweiß unter dem Fahrerstahlhelm!“

Das Vortragsthema hatte auch Zeitzeugen eines selteneren, fast in Vergessenheit geratenen Fahrzeuges angelockt: Kamerad Hans-Joachim Schian, der kürzlich seinen 85. Geburtstag gegang, wie auch Karl Engelmann (50 Jahre Mitglied im VdRBw), erinnerten an den Ford G398SAM, jenes glücklose Fahrzeug aus der Dreitonnerserie der Bundeswehr, das von Ford von 1956-61 mit einer Stückzahl von 8000 realisiert wurde, weil jeder andere Hersteller nach Sichtung des Pflichtenheftes ablehnte. Hoher Schwerpunkt und geringe Spurweite führten zu Kippneigung und sprunghaftem Fahrverhalten im Gelände (fehlende Stoßdämpfer bei der Pritschenvariante) sowie ein an das Meckern einer Ziege erinnerndes Fahrgeräusch zum Spitznamen „NATO-Ziege“.

Für die Kaufinteressenten an einem historischen Militärfahrzeug gab der Referent Hans Eberhard auf Nachfrage eine griffige Formel auf den Weg „Lieber mehr Euro ausgeben, guter Zustand, zivile Papiere, nach Möglichkeit TÜV“.

Im Anschluss an die interessierte Fragerunde dankte der RK-Vorsitzende Walter Patejdl dem Referenten mit dem Fachband „DKW Munga“. Die RK München-Ost freut sich auf das Wiedersehen mit den Kameraden der RAG Historische Bundeswehrfahrzeuge anlässlich der Exkursion zum Tag der offenen Tür bei der Bw in Kleinaitingen am 14.10.2022.

Verwandte Artikel
Aus den Ländern

Schlauchboote auf der Weser

Beste Bedingungen für die traditionelle Schlauchbootausbildung auf der Weser! Blauer Himmel, Sonne und sommerliche Temperaturen sorgten für einen angenehmen Tag...

29.09.2022 Von Reservistenverband / Christian Günther
Aus den Ländern

Heimatschutzkompanie Brandenburg unter neuer Führung

Die Heimatschutzkompanie Brandenburg hat einen neuen Chef: Oberstleutnant Thorsten Pfötsch übernimmt die Führung der Kompanie von Oberstleutnant Volker Theilen. Der...

29.09.2022 Von Redaktion
Aus der Truppe

Marine: Link and Learn bei der Smart Country Convention

Die Smart Country Convention (SCCON) ist Leitmesse für die digitale Transformation des öffentlichen Sektors. Zwischen dem 18. und dem 20....

29.09.2022 Von Redaktion