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Start der heißen Übungsphase im Hohen Norden




Verlegung in einen einsatznahen Verfügungsraum zum Übungsbeginn

Kompaniegefechtsschießen der 4./GebJgBtl 232

Bad Reichenhall, 30. März 2022

Start der heißen Übungsphase im Hohen Norden

Seit nunmehr über drei Wochen befinden sich die Struber Jager im hohen Norden Norwegens in der Nähe von Bardufoss, 2.400 Kilometer von Berchtesgaden entfernt. Die Vorbereitung auf die seit langem geplante multinationale NATO Übung Cold Response 2022 sind abgeschlossen und die Kräfte voll einsatzbereit. Zielsetzung bleibt die Verbesserung der Zusammenarbeit mit unseren NATO Partnern an der Nordflanke, sowie auch der Ausbau unserer eigenen Fähigkeiten für den Kampf unter arktischen Klimabedingungen. Hierbei steht die verstärkte vierte Kompanie mit logistischer Unterstützung und spezialisierten Elementen der Gebirgsjägerbrigade unverändert im Mittelpunkt des Handelns.

 

Nach über vier Monaten Planungsphase und mehreren Erkundungen für die strategische Verlegung war es Ende Februar endlich soweit und unsere Soldaten verlegten mit zwei Flugzeugen von Salzburg direkt nach Bardufoss. Die Ausrüstung hingegen wurde bereits mehrere Wochen und Tage zuvor mit der Bahn sowie Tiefladern nach Norwegen entsendet, um eine zeitgleiche Ankunft von Personal und Material zu ermöglichen. Vor Ort angekommen wurden die Soldaten nach einer kurzen Eingewöhnungsphase unter Hochdruckeinfluss sehr schnell mit den arktischen Bedingungen vertraut gemacht. Hier bewährte sich die Vorausbildung auf dem Gebirgsübungsplatz Reiteralpe und das Erlernte wurde bei der Überlebensausbildung in der ersten Woche bei bis zu -15° Celsius erfolgreich auf die Probe gestellt.

Wiesel im Einsatz zur Aufklärung und weitreichenden Abwehr eines gepanzerten Gegners.

Die letzten zwei Wochen vor Beginn der NATO Übung, bei der 26 Nationen in einem Manöver Angriff, Verteidigung und Verzögerung entlang der norwegischen Küste und deren Gebirgszügen trainieren, wurden durch die Gebirgsjäger für intensive eigene Ausbildungen genutzt. Nach der Erprobung von Fahrzeugen, Material sowie dem Ausstattungssatz „Arktis“, welcher persönliche Bekleidung auf Expeditionsniveau umfasst, standen vor allem die Durchführung von Gefechtsausbildung – auch im scharfen Schuss – bis auf Kompanieebene im Fokus. Hierbei wurden Mensch und Material sukzessive an ihre Grenzen geführt und in Deutschland erlerntes, unter zunehmend erschwerten Bedingungen angewendet. Der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, Oberstleutnant Sebastian Becker, bewertet die Möglichkeiten in Norwegen insbesondere durch die Größe des Übungsraumes und die multinationale Einbindung als sehr gut. „Mit den nationalen und multinationalen Ausbildungen und Übungen in Norwegen gelingt es uns, unser Fähigkeitsprofil als Gebirgsjäger in schwierigen bis extremen Gelände, großen Höhen und unter extremen Klima- und Wetterbedingungen auszubauen. Nur durch stetiges Training unter diesen Bedingungen können wir unseren hohen Einsatzwert ausbauen und erhalten. Wir sind damit überall einsetzbar und darüber hinaus überall dort, wo besondere Fähigkeiten – gepaart mit Kohäsion, Kreativität und Improvisationstalent – gebraucht werden.“ Hierbei half auch die tri-nationale Operationsplanung für den gemeinsamen Einsatz von deutschen, italienischen und norwegischen Soldaten unter einer Bataillonsführung nach den Prinzipien der NATO, um dies anschließend auch auf übergeordneter Ebene mit weiteren Partnernationen, wie zum Beispiel Schweden und Finnland, praktisch umzusetzen.

Instandsetzung eines Wieselmotors durch GebLogKr

Während sich die Kampfkompanie im Schwerpunkt auf das unmittelbar bevorstehende Manöver vorbereitet, war die Versorgungs- und Unterstützungskompanie auch mit dem Real-Life-Support beauftragt. So wurden im Verlauf der Ausbildung auch Fahrzeuge unter improvisierten Arbeitsbedingungen wieder einsatzbereit gemacht, um nach kurzer Zeit wieder mit allen Kräften weiter Kämpfen zu können. Zum Erhalt der Einsatzmoral unter diesen Bedingungen kommt auch den bataillonseigenen Köchen ein hoher Stellenwert zu. Auch in Eis und Schnee muss für volle und warme Mägen gesorgt werden. Auch der logistische Stabsoffizier des Bataillons, Major Patrick Weckler, bewertet diese Übungsbedingungen als äußerst gewinnbringend. „Der Übungsraum Nord-Norwegen stellt auch uns als Einsatzunterstützer vor einzigartige Herausforderungen, die in Deutschland so nicht vorkommen. Unsere eigenen Fähigkeiten und die hervorragende Zusammenarbeit mit den zivilen norwegischen Dienstleistern sowie die unmittelbare Kooperation mit den norwegischen Streitkräften auf Verbandsebene lassen uns diese aber auch mit Bravour bewältigen. Auch dafür sind wir hier, um im multinationalen Umfeld der Allianz stetig besser zu werden und das notwendige gegenseitige Vertrauen auch verlässlich aufbauen zu können. Nur so können wir auch unter Gefechtsbedingungen von Beginn an bestehen und realistisch zur Abschreckung der Verteidigungsallianz beitragen.“

Nach der Eingewöhnungs- und Ausbildungsphase ging es zunehmend vom Leichten zum Schweren und die täglichen Koordinierungsbesprechungen mit den norwegischen Streitkräften verdichteten das Lagebild sowie die damit einhergehenden Planungen und Aufgaben für die Gebirgsjäger an der NATO Nordflanke. Die taktischen Erkundungen des Raumes sind bereits abgeschlossen, die Vorbereitungen von Materialdepots, Marschstrecken und Versorgungsräumen ist erfolgt, um nun mit Übungsbeginn vollumfänglich in die taktische Lage eintauchen zu können. Die Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 sind jetzt bereit, um mit den Start der Live-Exercise – in einem grob 50 mal 60 Kilometer großen Übungsraum ihr Alleinstellungsmerkmal, die besondere Befähigung zum Kampf in großen Höhen und den Einsatz unter extremen Klima- und Wetterbedingungen mit NATO Partnern unter Beweis zu stellen.

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