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Tag der Gebirgssoldaten in Mittenwald




Der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Maik Keller und der Bürgermeister des Marktes Mittenwald, Enrico Corongiu, schreiten die angetretene Formation ab

Bad Reichenhall, 14. Juni 2022

Tag der Gebirgssoldaten in Mittenwald

Mittenwald. Die Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ feierte am 2. Juni den Tag der Gebirgssoldaten. Im Zentrum der Veranstaltung stand dieses Jahr der 20-jährige Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, die Leistungen der dort eingesetzten Soldaten und das Gedenken an die dort Gefallenen. Einem Antreten mit militärischem Zeremoniell folgte die traditionelle Gedenkfeier am Ehrenmal der Gebirgssoldaten am hohen Brendten. Abgerundet wurde der Tag durch einen geselligen Kameradschaftsabend.

Vor der malerischen Kulisse des Karwendels stehen die Abordnungen der Gebirgsjägerbrigade 23 und ihrer Verbände angetreten, als der Ehrenzug mit Truppenfahne begleitet durch das Gebirgsmusikkorps einmarschiert. Oberst Dr. Andreas Grandel meldet dem Brigadekommandeur, Brigadegeneral Maik Keller, die angetretene Formation und sogleich wird Seite an Seite mit dem Bürgermeister des Marktes Mittenwald, Enrico Corongui, die Formation abgeschritten.

Die Gedenkfeier am Hohen Brendten fand traditionell am Ehrenmal der Gebirgssoldaten statt.

20 Jahre Einsatz in Afghanistan – unter diesem Motto wurde der diesjährige Tag der Gebirgssoldaten begangen. Das Thema wurde sogleich im Grußwort des Bürgermeisters aufgegriffen: Der notwendige politische Rückhalt und die finanzielle Ausstattung der Bundeswehr und die sachgemäße Ausrüstung der Soldaten seien nicht nur erforderlich für die langfristige Etablierung leistungsfähiger Streitkräfte, sondern auch zum Schutz der Soldaten. 59 Soldaten der Bundeswehr haben in Afghanistan ihr Leben gelassen. Gefechte, Tod, Verwundung – das waren auch Themen der Gastredner.

Stabsfeldwebel Andreas Mey berichtete hautnah von einer besonders intensiven Erfahrung, als sein Konvoi während einer Patrouille auf einer überfluteten Straße zum Stehen kam und kurz darauf durch Taliban angegriffen wurde. Nach einem intensiven Feuerkampf, der teilweise auf Distanzen von unter 20 Metern geführt wurde, gelang es den Soldaten sich vom Feind zu lösen. Dass es an diesem Tag nicht zu Verlusten auf deutscher Seite kam, schreibt er der intensiven Ausbildung und Vorbereitung, sowie der geistesgegenwärtigen Führung vor Ort zu.

Militärpfarrer Norbert Sauer sprach über seine Erfahrungen in der Seelsorge mit Soldaten, die im Zuge des Einsatzes in Extremsituationen geraten sind. So sei das kameradschaftliche Gespräch ein wichtiger erster Schritt zur Aufarbeitung des Erlebten und zur Vermeidung von langfristigen Schäden.

Im Anschluss an den Appell fand die traditionelle Gedenkfeier am Ehrenmal der Gebirgssoldaten auf dem Hohen Brendten statt. Diese fand in diesem Jahr zum 65. Mal statt und stand unter dem Banner des Gedenkens an die Gefallenen der Gebirgstruppe und aller Opfer von Krieg und Gewalt. Wider Erwarten tat auch das Wetter sein Gutes und so konnte Oberst a.D. Hans Sahm unter etwa 800 Gästen auch zahlreiche hohe Repräsentanten aus Militär, Zivilgesellschaft und Geistlichkeit begrüßen. Einer von ihnen war der ehemalige Kommandeur des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant a.D. Erich Pfeffer. In seiner Gastrede stellte der die Belastbarkeit der Gebirgstruppe und ihre Bewährtheit und hohes Ansehen im Einsatz heraus. Er betonte jedoch auch, dass zur Einsatzrealität auch Einsatztote gehören. Das Gedenken an die Toten Soldaten, sowie aller Opfer von Krieg und Gewalt seien ein wichtiger Bestandteil der Traditionspflege und auch durch den Traditionserlass gewünscht.

Den Hauptteil der Veranstaltung bildete ein ökumenischer Gottesdienst unter musikalischer Begleitung des Gebirgsmusikkorps, an dessen Höhepunkt die Niederlegung der Gedenkkränze erfolgte.

Da in der Gebirgstruppe Kameradschaft großgeschrieben wird, konnte der Tag in geselliger Runde von aktiven und ehemaligen Soldaten im Festzelt bei Speis und Trank ausklingen.

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