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Militärische Aus- und Weiterbildung

Aufklären und Durchschlagen zwischen Amper und Würm




Durchschlageübung Nachteule Reservistenkameradschaft Dachau

Voll bepackt durch feindliches Gelände - den Reservisten wird einiges abverlangt

Bildautor: Sebastian Bauer, Hptm.d.Res.

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Durchschlageübung Nachteule Reservistenkameradschaft Dachau

Interessanter Fuhrpark während der Übung. Versuchsfahrzeuge und Bundeswehrfahrzeuge

Bildautor: Major Pansegrau, KVK Traunstein

Mit dem Kajak unterwegs im Feindgebiet

Bildautor: Major Pansegrau, Kreisverbindungskommando Traunstein

Mit dem Schlauchboot - Überwinden von Gewässern

Bildautor: Major Pansegrau, Kreisverbindungskommando Traunstein

Durchschlageübung Nachteule Reservistenkameradschaft Dachau

Durchschlageübung Nachteule Reservistenkameradschaft Dachau

Erfolgreiche südostbayerische Wettkämpfer bei der "Nachteule 2019"

Bildautor: Major Pansegrau, KVK Traunstein

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  • Von A. Baier, Wettkampfkader Oberbayern-Südost
  • 06.10.2019
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Militärische Aus- und Weiterbildung

Altomünster 05.-06.10.2019 Durchschlageübung „Nachteule 2019“ im Landkreis Dachau. Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Südost nutzen die Veranstaltung zur Ausbildung ihrer neuen Förderer und belegen dabei die Plätze 2 und 4 in einem aufwändig organisierten Wettkampf der RK Dachauer Land.

Voll bepackt durch feindliches Gelände – den Reservisten wird einiges abverlangt

Am vergangenen Wochenende fand zum ersten Mal die Durchschlageübung „Nachteule“ im Landkreis Dachau statt. Veranstalter war die RK Dachauer Land, welche den Wettkampf nicht nur für Reservisten, sondern auch für Förderer im Reservistenverband ausgeschrieben hat. Diese Möglichkeit nutzte die Kreisgruppe Oberbayern Südost, um ihre neuen Förderer in den Bereichen Leben in Felde, verdecktes Marschieren, Orientieren und Navigieren – kurzum Durchschlagen – auszubilden. Aufgrund von verletzungsbedingten Ausfällen im Vorfeld, ging der Wettkampfkader Oberbayern Südost mit der Mannschaft 1, bestehend aus drei Mann der GebJgRK Wolkersdorf, und Mannschaft 3, bestehend aus zwei Mann der RK-Rosenheim Bad Aibling, an den Start.

Auftrag: Aufklärung und Durchschlagen

Auf dem Marsch im Gelände zwischen Amper und Würm

Zur Lage des Wettkampfes: Feindliche Banden verübten in der Vergangenheit mehrere Sprengstoffanschläge auf Bundeswehreinrichtungen und die zivile Infrastruktur, weshalb die Reserve aktiviert wurde. Der konkrete Auftrag war es, einen Geländeabschnitt entlang der Amper in Bezug auf die Lage zu erkunden und auffällige Aktivitäten aufzuklären und zu melden. Hierzu wurden die Wettkämpfer per Kfz in das Einsatzgebiet verbracht. Hier zeigte sich bereits, dass sich die Veranstalter nicht mit Standardlösungen zufriedengeben wollten. Während des gesamten Wettkampfes waren mehrere Militärfahrzeuge, wie Mungo, Krakas, Iltis, ein militärischer Versuchs-LKW u.v.m. im Einsatz. Für eine Reservistenkameradschaft ein erhebliches Aufgebot! Im Einsatzgebiet angekommen, klärten die Mannschaften mit je einem Faltboot und einem Schlauchboot anhand einer selbst gefertigten Skizze ein ca. 2km langes Stück der Amper auf. Hier wurden u.a. an drei Stegen in Ufernähe Sprengfallen entdeckt und gemeldet. Nach der Aufklärungsfahrt kam es jedoch zu einer Lageänderung: Feindliche Banden griffen offen mehrere Bundeswehreinrichtungen an, wodurch alle eigenen Kräfte im Einsatzraum gebunden waren. Daraus erging an die Wettkämpfer der Auftrag, sich durch feindliches Gebiet zur eigenen Truppe durchzuschlagen und die Hauptphase des Wettkampfes begann, welche sich als die längste, kräftezehrendste und forderndste erwies.

Von Jagdkommandos gehetzt durch die Nacht

Mit dem Schlauchboot – Überwinden von Gewässern

Die Mannschaften wurden aus organisatorischen Gründen über zwei verschieden Routen geschickt, blau und rot. Mannschaft 1 des WKK Oberbayern SO wurde die blaue Route zugewiesen, Mannschaft 3 hatte die rote Route zu bewältigen. Hierfür standen nur kleine Kartenausschnitte mit einer groben Wegbeschreibung zur Verfügung. So begab sich Mannschaft 3 auf die Route Rot. Und auch hier präsentierte sich der Veranstalter auf einem hohen Niveau. So wurden selbst kleine Nadelöhre mit einer Breite von ca. 250m mit feindlichen Posten gesichert, so dass genau die richtige Stelle gefunden werden musste, um nicht entdeckt zu werden. Das Überwinden einer ca. 80m breiten baumfreien Schneise mit einer Länge von etwa 300m, gelang nur unter dem gleichzeitigen Ausweichen eines festen Kfz-Postens, dem Vorbeiziehen lassen eine Patrouille zu Fuß und der Ausnutzung einer kleinen Buschgruppe in der Schneise. Das alles bei ständigem Blick auf die Uhr und unter Berücksichtigung der anstehenden Dämmerung. Spätestens hier wurde der Mannschaft 3 bewusst, dass es die Veranstalter ernst meinten mit dem Hinweis: „Ihr werdet aufgeklärt werden, die Frage ist nur wie oft.“

Mit dem Kajak unterwegs im Feindgebiet

Diese besondere Herausforderung war jedoch nur ein weiterer Ansporn. Und so machten wiederum die Wettkämpfer den Jagdkommandos ihre Aufgabe nicht leicht. Durch das Wählen von schwer gangbaren Passagen, welche aufgrund des dichten Bewuchses teilweise nur kriechend zu bewältigen waren, das Durchkämpfen durch dichtes mannshohes Gestrüpp, dem spontanen Anfertigen eines Tarnschirmes für die Taschenlampe bei (vom Veranstalter so nicht geplanten) Einbruch der Nacht, um auch bei vollständiger Dunkelheit noch einen unauffälligen Blick auf die Karte werfen zu können, das mehrmalige Ausweichen aufgrund plötzlich auftretender Jagdkommandos durch beherzte Sprünge in Mais-, Kartoffelfelder und Waldstücke, schlugen sich die Wettkämpfer immer weiter zu ihrem Zielpunkt durch. Nachdem aufgrund einer folgeschweren Abweichung auf der Karte zum tatsächlichen Gelände noch einmal bei vollständiger Dunkelheit eine neue Route gewählt werden musste, wurde nach ca. 15km Marschstrecke und 6 Stunden Marschzeit endlich das Ziel erreicht. Wie sich später herausstellte, hat kein anderes Team auf Route Rot es geschafft, den Zielpunkt zu erreichen. Dies und darüber hinaus der Erfolg, trotz widriger Umstände und enormer Feindpräsenz, nicht ein einziges Mal aufgeklärt worden zu sein, zeugen von einer hervorragenden Leistung der Mannschaft. Auch Mannschaft 1 gelang auf der nicht minder fordernden blauen Route der bedeutende Erfolg, das Ziel zu erreichen, ohne aufgeklärt zu werden.

Berittenes Feindkommando zwischen Amper und Würm

Interessanter Fuhrpark während der Übung. Versuchsfahrzeuge und Bundeswehrfahrzeuge

Da das Durchschlagen mehr Zeit in Anspruch genommen hat, als der Veranstalter bei der Planung des Wettkampfes annahm, wurde der Ablauf entsprechend abgeändert. So mussten die Wettkämpfer sich nicht mehr mit den geplanten berittenen Feindkommandos herumschlagen und auch nicht den Seilsteg über die Glonn bewältigen. Stattdessen ging es in die Nachtphase, in welcher der Biwakraum bezogen wurde. Die Nachtruhe hielt sich jedoch stark in Grenzen, da jede Mannschaft eine ständige Wache stellen musste. Dies war auch aufgrund des Beobachtungsauftrages während der Nacht erforderlich. So betrieben die feindlichen Kräfte mehrmals Aufklärung mit Signalpistolen und Drohnenflügen und setzten Suchtrupps zu Fuß und auf Kfz ein. Dies musste von den Wettkämpfern die ganze Nacht hindurch beobachtet und gemeldet werden. Am nächsten Morgen erfolgte eine Verlegung der Wettkämpfer mit Mungo und Krakas in ein anderes Gebiet. Hier war als letzte Tätigkeit ein O-Marsch mit knapp 10km zurück zum Gefechtsstand bzw. Meldekopf durchzuführen, womit die letzte Wettkampfphase erfolgreich zu Ende ging.

Erfolgreiches Fazit für die Südostbayerischen Reservisten

Erfolgreiche südostbayerische Wettkämpfer bei der „Nachteule 2019“

Nach dem Trockenlegen und Verpflegen wurde die Veranstaltung mit dem Abschlussantreten inklusive Siegerehrung beendet. Hierbei erreichte die Mannschaft 1 den zweiten und die Mannschaft 3 den vierten Platz. Der Wettkampfkader Oberbayern Südost kann die Veranstaltung als großen Erfolg verbuchen. So konnten die Wettkämpfer nicht nur konsequent ihre Durchschlage-Fähigkeit unter Beweis stellen und weiter ausbauen, sondern auch neue Kameraden an das große und umfassende Thema „Durchschlagen“ heranführen. Wir bedanken uns bei der RK Dachauer Land für einen aufwändig gestalteten Wettkampf und würden uns freuen, wenn sich diese Art der Veranstaltung in Zukunft wiederholen würde.

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