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Die Reserve

Infoabend „Heimatschutz in Bayern“




Heute fand in einem Nebenraum des Ratskellers Münchens ein sicherheitspolitischer Infoabend mit dem Thema „Heimatschutz“ der VdRBw-Kreisgruppe München-Stadt statt. Es waren Referenten einer Heimatschutzkompanie sowie des Regionalstabs Territoriale Aufgaben Süd des Landeskommandos Bayern vor Ort. Ziel der Veranstaltung war, einerseits über den Heimatschutz zu informieren, andererseits Beorderungsmöglichkeiten für interessierte Reservisten aufzuzeigen.

Nach der Eröffnung durch den Kreisvorsitzenden FltlArzt Dr. Daniel Pohl haben die Referenten zum Einstieg die wesentlichen Aufgaben der Reserve in Erinnerung gerufen:

  • Aufwuchs gewährleisten
  • Einsatzbereitschaft verstärken
  • Durchhaltefähigkeit erhöhen

Dies gilt für das gesamte Aufgabenspektrum der Bundeswehr, insbesondere für den Auftrag Landes- und Bündnisverteidigung. Subsidiäre Hilfeleistungen zum Beispiel bei Naturkatastrophen werden auch vielfach von Reservisten wahrgenommen. Eine weitere wichtige Funktion der Reserve, besonders in Zeiten ausgesetzter Wehrpflicht, stellt die Verbindung der Truppe in die Gesellschaft dar.

Daraufhin wurde die Organisation des Heimatschutzes vorgestellt, der generell durch das jeweilige Landeskommando geführt wird. Nur in Bayern ist das Landeskommando weiter in drei „Regionalstäbe Territoriale Aufgaben“ untergliedert (Nord, Ost, Süd), Sitz des Landeskommandos Bayern ist die Fürst-Wrede-Kaserne in München, Sitz des Regionalstabs Süd ist Kleinaitingen. Neben den uns Reservisten wohlbekannten FwRes (Feldwebel für Reservisten) und den KVKs/BVKs (Kreis- bzw. Bezirksverbindungskommandos) sind eben auch die Heimatschutzkompanien hier zugeordnet, in Bayern sieben an der Zahl: Eine pro Regierungsbezirk, in Nürnberg, Bogen, Murnau am Staffelsee, Bayreuth, Kümmersbruck, Dillingen an der Donau und Volkach. Die Landeskommandos selbst gehören wiederum zum Kommando Territoriale Aufgaben mit Sitz in Berlin, einem Teil des Organisationsbereiches Streitkräftebasis (SKB).

Die Heimatschutzkompanien, ehemals RSU-Kompanien genannt, sind als regionale Kräfte vorgesehen, entsprechend sollen sie mit heimatnahen Reservisten der jeweiligen Region besetzt sein. Ihr Auftrag besteht in der Unterstützung und Entlastung der aktiven Truppe, dies kann eigenständig oder auch gemeinsam mit den aktiven Kameraden erfolgen. Beispielsweise umfasst der Auftrag Wach- und Sicherungsaufgaben militärischer Einrichtungen, aber auch anderer Objekte im Rahmen subsidiärer Unterstützung in der Katastrophenhilfe. Auch bei besonderen Projekten, Großveranstaltungen und in der Öffentlichkeitsarbeit kommt der Heimatschutz zum Einsatz. Als konkrete Beispiele wären der Einsatz bei der Schneekatastrophe in Oberbayern im Januar 2019, aber auch die Unterstützung beim Tag der Bundeswehr 2017, 2018 und 2019 zu nennen.

Nun gab es noch Informationen für Interessierte: Nicht nur Reservisten, auch Ungediente können beim Heimatschutz mitwirken und bekommen eine Grundausbildung in Form der ASSA, die arbeitgeberfreundlich in mehreren zeitlichen Abschnitten stattfindet (Umfang insgesamt 20 Tage). Alternativ kann auch ein „Freiwilliges Jahr für Deutschland“ abgeleistet werden, welches ebenfalls die Grundausbildung beinhaltet. Die weitere Fortbildung beispielsweise zur Spezialisierung als Aufklärer oder Pionier sowie Beförderungen innerhalb der Laufbahnen sind gewährleistet. Insgesamt ist die Tätigkeit naturgemäß überwiegend infanteristisch geprägt und erfordert körperliche Leistungsfähigkeit, es gibt aber auch Spezialisten-Dienstposten im Innendienst mit geringeren Anforderungen an die sportliche Fitness.

Besonders gesucht beim Heimatschutz sind Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere (mit und ohne Portepee). Bereits jetzt sind alle Altersklassen vertreten, worauf bei der Planung von Aktivitäten besonders Rücksicht genommen wird, um allen Beteiligten maximale Zufriedenheit bieten zu können. Es sind alle Levels soldatischer Erfahrung und eine Vielfalt ziviler Berufe zu finden, gerade diese Heterogenität sorgt für ein sehr interessantes Umfeld. Die Arbeitsweise ist professionell und kameradschaftlich. Mehrmals im Jahr finden Übungen statt. Der Einsatz erfolgt in der Heimatregion.

Abschließend wurden noch die Bedingungen des konkreten Reservedienstes besprochen. Zunächst wurde auf die generelle Freiwilligkeit hingewiesen. Der zu veranschlagende Zeiteinsatz als Angehöriger des Heimatschutzes in Bayern beträgt je nach Dienstgrad 15-20 Tage pro Jahr, organisiert in 2-3 kleineren Übungen in Form von verlängerten Wochenenden und einer 8-tägigen größeren Übung. Reservedienst kann grundsätzlich aber auch bis zu 10 Monaten im Jahr, z.B. zur Überbrückung beruflicher Ausfallzeiten, erfolgen. Die Terminplanung der Übungen erfolgt mit langem Vorlauf, damit in den Firmen entsprechend reagiert werden kann. Sehr wichtig ist auch die Bereitschaft des Arbeitgebers, den Reservisten für Übungen freizustellen; dies muss vor einer Beorderung entsprechend abgeklärt werden. Vorteil für den Arbeitgeber: Er bezahlt während dieser Zeiten kein Gehalt und keine Sozialabgaben, der Reservist wiederum bekommt seinen Verdienstausfall von der Bundeswehr erstattet, die Sozialversicherungsbeiträge werden ebenfalls übernommen, ebenso entstehende Reisekosten.

Der Heimatschutz bietet somit ein interessantes Betätigungsfeld innerhalb der Reserve und stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, Dienst an der Gesellschaft zu leisten, ganz im Sinne des Mottos „Reservist – Ihre zweite Karriere“.

Interessenten wenden sich bitte direkt an das zuständige Landeskommando oder an ein Karrierecenter der Bundeswehr.

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