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Operation „Eiswolf 2020“ – 28 Stunden Durchschlagen im hohen Norden




Heide 24.-26.01.2020 Internationaler Wettkampf „Eiswolf 2020“ im Landkreis Dithmarschen, Schleswig-Holstein. Wettkampfkader Oberbayern Südost erfolgreich bei einem der renommiertesten Wettkämpfe Europas im hohen Norden Deutschlands.

Der Eiswolf 2020 in Schleßwig Holstein

Insgesamt mehr als 450 Teilnehmer, darunter Wettkämpfer, Jagdkommandos, Funktionspersonal und Helfer, beteiligten sich an der Vorbereitung und Durchführung des „Eiswolf 2020“. Der „Eiswolf“ zählt zu den bedeutendsten Militär-Wettkämpfen in Europa, was auch an den internationalen Teilnehmern aus Finnland, Tschechien, Schweiz, Frankreich und Dänemark zu ersehen ist. Vor allem mit den dänischen Streitkräften pflegt die Reserve Schleswig-Holsteins dabei eine besonders enge Kooperation. Dies zeigt sich dadurch, dass der „Eiswolf“ als deutsches Pendant zum dänischen „Blå Negl“ (engl.: „Blue Nail“) zu verstehen ist und sich beide Nationen gegenseitig bei der Durchführung der Wettkämpfe unterstützen. Beim „Eiswolf 2020“ entsendeten die Dänen neben Funktionspersonal, welche u.a. die Station „FX-Schießen“ bzw. „Häuserkampf“ aufgebaut und betrieben haben, auch Wettkämpfer und vor allem Jagdkommandos, welche auch mit Suchhunden den Raum Dithmarschen unsicher machten. Unterstützt wurde das Jagdkommando von zwei Panzerspähwagen „Fennek“ des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ aus Eutin, welche mit ihren Nachtsicht- und Wärmebildoptiken eine Aufklärungsreichweite von bis zu 10km besitzen. So bestand das Jagdkommando aus über 90 Soldaten, welche den Auftrag hatten, die 32 Wettkampfmannschaften aufzuklären und festzusetzen.

Anspruchsvoller Wettkampf im Land zwischen den Meeren

SG.d.R. Alexander Baier und Fw.d.R. Robert Mühlbacher als südostbayerische Wettkämpfer bei der 28 Stunden – Durchschlageübung „Eiswolf 2020“

Die über 120 Wettkämpfer, darunter auch ein 2-Mann-Team der Bezirksgruppe Oberbayern (Wettkampfkader Oberbayern-Südost), mussten sich in 28 Stunden mit knapp 20kg Gepäck über 50km durch teils schwer gangbares Gelände bei ständiger Präsenz von Jagdkommandos und bei klassisch norddeutschem Wetter durchschlagen. Dabei waren zehn Stationen anzulaufen, welche zusätzliche Belastungen für die Wettkämpfer mit sich brachten. Das THW betrieb eine Station, in welcher Kraft, Koordination und Geschicklichkeit gefordert wurden und eine weitere Station, in welcher Kraft und Ausdauer gefragt waren. Die DLRG betreute das „water crossing“, welches als alljährliche Besonderheit des „Eiswolf“ zählt. Hier mussten die Wettkämpfer weiteren widrigen Umstände trotzen und einen Ertrinkenden, in Form einer Rettungspuppe, aus eisig kaltem Wasser retten und dabei ein Hindernis bewältigen. Doch auch EOR, EAKK/Checkpoint, Gesprächsaufklärung im Einsatz, Schießen, Eilmarsch, Waffendrill/Gefecht und Erste Hilfe mussten die Wettkämpfer beherrschen, um sich an die Spitze der Wertung zu kämpfen.

Erste südostbayerische Teilnahme am Eiswolf

Das südost-oberbayerische Team, welches zum ersten Mal am „Eiswolf“ teilnahm, musste zu Beginn des Wettkampfes zunächst den richtigen Kompromiss zwischen unauffälligem Vorgehen und Geschwindigkeit finden. So wählten die beiden Wettkämpfer eine Route über die Felder, geschützt durch die völlige Dunkelheit der bewölkten Neumond-Nacht und abseits der Wege, welche von den Jagdkommandos besonders gesichert wurden. Da die zahlreichen Feldbegrenzungen in Form von Gräben, Wassergräben, Wällen, Sträuchern, Dornen, Stacheldraht und sonstigen Zäunen gepaart mit aufgeweichten und schlammigen Boden äußerst zeit- und kräfteraubend waren, musste doch auf die Straße ausgewichen werden, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Schließlich hatte man noch knapp 50km zu bewältigen. Trotz Laufschritt kam der Trupp aufgrund zahlreicher Sprünge ins Gebüsch, um ständig auftretenden Fahrzeugen auszuweichen, nur mühsam voran. Doch die beiden Wettkämpfer, welche sich in den letzten Monaten in vielerlei Hinsicht auf den „Eiswolf“ vorbereiteten, kämpften sich von Station zu Station und meisterten die ihnen gestellten Aufgaben mit Bravour. So war die Mannschaft des Wettkampfkader Oberbayern Südost Drittbester beim Schießen, die zweitschnellste Mannschaft im Eilmarsch und bei den Stationen EOR und Häuserkampf die Beste. Auch die äußerst ungangbare Route durch das durchschnittene und stark bewachsene „Süderholmer Moor“ und der stockfinstere „Riesewohld“, in dem man kaum die Hand vor Augen sah, konnte die Motivation der beiden oberbayerischen Wettkämpfer nicht brechen. Und so erkämpften sie sich nach 28 Stunden bei Tag und Nacht, bei Wind, Nässe und Kälte, nach 50km Marschleistung unter ständigem Ausweichen vor den Jagdkommandos und nach dem Bewältigen der kräftezehrenden Stationen den vierten Platz und platzierten sich somit bei 32 angetretenen Mannschaften im Spitzenfeld des „Eiswolf 2020“ – und das bei der erstmaligen Teilnahme an diesem Wettkampf!

Vorbereitung ist alles

Station Handgranatenwerfen – Hier ist Geschicklichkeit gefragt

Der Wettkampfkader Oberbayern Südost hat sich über mehrere Monate hinweg auf den „Eiswolf 2020“ vorbereitet. Dies betraf nicht nur die Wettkämpfer selbst, welche sich durch gesteigertes körperliches Training und spezielle Ausbildung in Wettkampfform gebracht haben, sondern auch den Kreisorganisationsleiter, den Feldwebel für Reservistenangelegenheiten, die Ausbilder und den Kreisvorstand der Kreisgruppe Oberbayern-Südost. Nur das Zusammenwirken aller Beteiligten ermöglichte die erfolgreiche Teilnahme am „Eiswolf 2020“. Unser Dank gilt der Kreisgruppe Dithmarschen, dem Landeskommando Schleswig-Holstein und allen anderen Beteiligten, für die hervorragende Durchführung der Veranstaltung. Ein besonderer Dank gilt auch dem kameradschaftlichen norddeutschen Landwirt, welcher der oberbayerischen Wettkampfmannschaft einen Platz in einer Maschinenhalle bereitstellte, so dass diese für zumindest 3 Stunden geschützt von Wind und Wetter ruhen konnte, und der äußerst freundlichen und fürsorglichen Familie, welche an ihrer Haustür aus eigenen Stücken mehrere Wettkampfmannschaften mit warmer Verpflegung unterstützte. Dieses äußerst positive Verhältnis zwischen Zivilbevölkerung und Soldaten verdient eine besondere Betonung.

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