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Kreisgruppe Oberpfalz-Ost

Marsch im kalten Regen !




Bildautor: Leonhard Schmidbauer

Einen Marsch „rund um den Traubenberg“ hat am vergangenen Sonntag die Kreisgruppe Oberpfalz Ost des Reservistenverbandes unternommen. Als Gastgeber und Ausrichter fungierte die Reservistenkameradschaft Untertraubenbach. Bei Regen trafen sich die Reservisten am Parkplatz bei der Streicherröhren-Kapelle. Helga Reiter freute sich als Organisationsleiterin bei der Begrüßung über die Beteiligung von Seiten der Reservisten und dies trotz mancher Terminüberschneidungen sowie alles andere als einladendem Wetter. Der Dank galt bereits vorab der RK Untertraubenbach mit dem 1. Vorstand Daniel Zimmermann an der Spitze für die Gastgeberrolle. Zimmermann übernahm danach auch das „Kommando“, begonnen wurde der Marsch bei der Streicherröhren-Kapelle.

Zum Einstieg hatte Zimmermann beim religiösen Kleinod eine militärische Auszeichnung mit dem Schriftzug „Gott war mit uns – Ihm ist die Ehr – Für Pflichttreue im Kriege mitgebracht, welche die Teilnehmer des Frankreichfeldzuges 1870/71 erhielten. Dieses Abzeichen bekamen alle Soldaten, Sanitäter und Verwaltungsorgane des Deutschen Heeres, die im Rahmen des Feldzuges die deutschfranzösische Grenze überquert hatten. Gefertigt wurde das Abzeichen aus dem Metall der erbeuteten französischen Geschütze. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 war mit dem Sieg über Frankreich die Geburtsstunde des deutschen Kaiserreiches, ermöglichte den Zusammenschluss der deutschstämmigen Völker bzw. Königreiche und kann somit auch indirekt als Wiege für unsere heutige Bundesrepublik Deutschland gewertet werden. „Leider wurde dieses Jubiläum in Deutschland nicht entsprechend gefeiert, sondern eher unter den Tisch gekehrt“, so Zimmermann. Die Veteranen aus dieser Zeit dankten acht Jahre nach dem Krieg im Jahr 1879 erstmalig mit einer Wallfahrt zur Streicherröhrenkapelle für ihre Heimkehr.

Diese erste Wallfahrt gilt auch als Gründung des Veteranenverein Thierlstein, der jetzigen SuKK Untertraubenbach. „Heute wird mit dieser Friedenswallfahrt an die Opfer von noch vielen weiteren Kriegen, die folgen sollten, erinnert und auch für die sichere Heimkehr der Soldaten der Bundeswehr aus ihren Einsätzen gebetet“.  Anschließend ging es zum Marsch um den Traubenberg und als erste Station zum Flurstein am Pilgerweg. Der sogenannte Spitzstein, aufgestellt durch Johann Hoffmann, wurde nach Abschluss der Flurbereinigung 1980 errichtet. Hoffmann, genannt „Spitz“, wollte den Verantwortlichen auf humorvolle Weise „eins auswischen“, weil diese ihm für seine guten Felder nur „schlechte Steinriegelgründe“ gegeben hatten. Der Nagel steht hier für einen Dorn im Fleische aber wohl auch für den Namen des damaligen Oberbaurats Nagel. Die Aufstellung des Flursteines wurde seiner Zeit mit einem zünftigen Fest samt Musik und Schirmherrin gefeiert. Jeder Pilger sieht diesen Stein am Wegesrand, aber nur die wenigsten kennen seine Geschichte.

Nach einem kurzen, aber steilen Anstieg im freien Gelände erreichte die Gruppe den Waldrand und betrachtete das Regental mit Untertraubenbach, Schloss Thierlstein und dem Weitblick nach Cham und bis zum Hohenbogen. Reservist Christian Fuchs schilderte die Geschehnisse in den letzten Kriegsjahren. Gut zu sehen waren von hier aus die Waldwerke bei Michelsdorf, wo zum Kriegsende Kampfflugzeuge fertig montiert wurden, was dann auch zur Bombardierung von Cham und der Umgebung führte. Es folgte eine kurze Waldstrecke mit Anstieg zum Traubenberg, dessen Gipfel immerhin beachtliche 519 Meter hoch über dem Regental emporragt. Danach ging es wieder hinunter zum Waldweg und weiter zum sogenannten Kagerkeller. Dort wurde ein altes Bauernhaus abgerissen und die Stadt Roding hat zusammen mit dem Naturpark Vorderer Bayerischer Wald aus dem zurückgebliebenen Erdkeller einen Rückzugsort für Fledermäuse geschaffen. Hier wurde etwa zur Halbzeit des Marsches eine Trinkpause eingelegt und es gab für die Teilnehmer einige militärische Rätsel zu lösen.

Frisch gestärkt machten sich die Reservisten durch den dichten Wald auf den zweiten Abschnitt. Inzwischen hatte sich die Sonne durch die Wolken gekämpft und aus dem regnerischen Morgen wurde ein sonniges Wanderwetter. Auf Obertraubenbacher Seite ließen die Reservisten den Wald hinter sich und über die Erlmühle sowie vorbei an zahlreichen Fischweihern wurde wieder der Ausgangspunkt des Marsches erreicht. Zum Abschluss seiner Ausführungen verwies Daniel Zimmermann noch auf die Geschichte der Steicherröhren-Wallfahrt sowie die unterschiedlichen Schreibweisen der Kapelle. Den Ausklang fand die gelungene Reservisten-Veranstaltung mit einem gemeinsamen Mittagessen und gemütlichem Beisammensein im Gasthaus Holzer in Untertraubenbach.

Foto: Leonhard Schmidbauer

Text: Daniel Zimmermann

 

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