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Gebirgspioniere stellen Angriff über den Inn sicher




Die Soldaten der dritten Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 setzen mit einer Behelfsfähre die Kampftruppe zur Härtung des Brückenkopfes über.

Bildautor: Foto: Bundeswehr/Thomas Vigh

Der Brückenkopf am jenseitigen Ufer des Inns ist gehärtet und die Soldaten des schweren Pionierbataillons 901 bereiten den Fährbetrieb mit der FSB vor.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Nachdem Havelberger Pioniere den Brückenschlag durchgeführt haben, setzen die Hauptkräfte des Gefechtsverbandes über.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Gebirgspioniere bei den Vorbereitungen zum Bau der Entladerampe.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Die österreichischen Kameraden vom Pionierbataillon 2 aus Salzburg unterstützen mit ihren Sturmbooten.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Um den Inn komplett überbrücken zu können, haben die Pioniere zahlreiche schwimmende Elemente zusammengefügt und so eine Fahrbahn für die Gebirgsjäger geschaffen.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Zum Materialtransport wurde unter anderem ein Radlader genutzt.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Ein weiterer Zug mit Hägglunds erreicht die Entladestation.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Immer mehr Fahrzeuge verlassen die Kopframpe

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Die Sicherungsketten werden nach Gebrauch wieder ordnungsgemäß verstaut.

Bildautor: Bundeswehr/Thomas Vigh

Der Zug rollt: Der Eisenbahntransport mit den ersten Fahrzeugen des Gefechtsverbands fährt in das Rohrdorfer Zementwerk ein.

Bildautor: Bundeswehr/ Thomas Vigh

  • Von Hauptmann Michael Lorke, Gebirgspionierbataillon 8
  • 22.07.2019
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Landkreis Rosenheim. Während der Brigadegefechtsübung „Berglöwe 2019“ schaffen die Gebirgspioniere aus Ingolstadt und ihre Kameraden vom schweren Pionierbataillon 901 aus Havelberg die Voraussetzungen für den Angriff der Gebirgsjäger durch das Inntal.

Der Zug rollt: Der Eisenbahntransport mit den ersten Fahrzeugen des Gefechtsverbands fährt in das Rohrdorfer Zementwerk ein.

„So gefällt mir das!“ Der Hauptfeldwebel aus dem Kompanietrupp der 4. Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 lächelt zufrieden und schaut auf seine Armbanduhr, während neben ihm das erste Fahrzeug vorsichtig vom Bahnwagon aus die Rampe hinunterfährt. Der „Hägglunds BV 206“ wird auf ein Handzeichen hin direkt vom bereitstehenden Einweiser aufgenommen und zum ersten Ablaufpunkt des Entladeprozesses weitergeführt. Die Gefechtsfahrzeuge des verstärkten Gebirgsjägerbataillons 233 aus Mittenwald rollen wie an einer Perlenschnur zwischen den hohen Türmen des Zementwerks in Rohrdorf von einer Station zur nächsten, werden dabei zunächst nach Kompanie sortiert, dann betankt sowie schließlich zum Aufsitzen der Kampfbesatzung und den späteren Abmarsch aufgefahren. 

Ein „BV 206 Hägglunds“ rollt von der zerlegbaren Kopframpe und wird von einem Einweiser zur Sortierung und Betankung weitergeführt.

Der Hauptfeldwebel wurde schon am ersten Tag der am 11. und 12. Mai 2019 stattfindenden behelfsmäßigen Bahnentladung als Koordinator eingesetzt und kontrolliert mittlerweile mit Routine die Abwicklung des tatsächlich pünktlich um 13 Uhr eingetroffenen Transportzuges der Deutschen Bahn. Im seit den Morgenstunden anhaltenden, strömenden Dauerregen sorgen er und die eingesetzten Pioniere dafür, dass dieser Ablauf reibungslos funktioniert und so schnell wie möglich vonstatten geht. Von den Soldaten des Ketten- und Keiletrupps, welcher die auf den Waggons fixierten Fahrzeuge zügig von ihren Zurrmitteln befreit, über den Verantwortlichen, der die Gefechtsfahrzeuge von der Rampe lotst, bis hin zu den Kameraden, die den Tankstutzen aufsetzen – jeder Handgriff muss sicher, jedes Handzeichen bekannt sein! Da sich die Fahrzeuge innerhalb des Zementwerkes und insbesondere bei der Abfahrt von den Waggons nur mit gedrosseltem Tempo voran bewegen dürfen, kommt diesem konzentrierten Arbeiten der Soldaten und der gewissenhaften Organisation des Vorhabens umso größere Bedeutung zu.

 

Die Pioniermaschinensoldaten der vierten Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 errichten über Nacht die zerlegbare Kopframpe.

Eine höhere Geschwindigkeit hatten die Gebirgspioniere bereits im Vorfeld beim nächtlichen Aufbau der zerlegbaren Kopframpe (ZKR) bewiesen: Innerhalb weniger Stunden hatten die Soldaten des Pioniermaschinenzuges der „Vierten“ den Boden um die Gleise mit einer Bodenplatte verstärkt, die schweren Einzelelemente der ZKR in Knochenarbeit zu einer soliden Rampe zusammengesetzt und somit die Durchführung der Entladung an den beiden Folgetagen erst möglich gemacht. Als die letzten Fahrzeuge des Gefechtsverbandes schließlich am Abend des 12. Mai vom Gelände des Zementwerkes rollen und den Marsch in Richtung ihrer Verfügungsräume antreten, haben die Gebirgspioniere ihren Beitrag zum Gelingen der ersten Phase der Übung „Berglöwe 2019geleistet.

Der Angriffsbeginn mit dem Kriegsbrückenschlag über den Inn

Die Soldaten der dritten Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 setzen mit einer Behelfsfähre die Kampftruppe zur Härtung des Brückenkopfes über.

Mit dem Beginn der zweiten Phase der Brigadeübung beginnt auch der zweite Einsatz für die Pionierkräfte: Die Kampftruppe muss sich auf ihrem Vormarsch in Richtung der Reiteralpe nicht nur feindlicher Milizen erwehren, die durch den Einsatz von improvisierten Sprengfallen eine ernstzunehmende Bedrohung darstellen, sondern auch den Inn hinter sich lassen. Da die Kräfte des Gefechtsverbandes aufgeklärt haben, dass der Feind die tragfähigen Brücken über den Fluss gesprengt hat und das jenseitige Ufer mit eigenen Kräften besetzt hält, steht umgehend fest: Das etwa 130 Meter breite Gewässer muss im Angriff überwunden werden! Nach eingehender Erkundung werden bei Brannenburg kurze Zeit später zwei Übergangsstellen identifiziert, an denen die 3. Kompanie der Gebirgspioniere aus Ingolstadt und die 3. Kompanie des schweren Pionierbataillons 901 aus Havelberg den Übergang der Kampftruppe mit ihren Hauptkräften innerhalb von zwei Tagen gewährleisten sollen. Während die Ingolstädter den Auftrag haben, am 14. Mai mit einer Behelfsfähre den ersten Gefechtsfahrzeugen den Angriff zu ermöglichen, erwartet die Pioniere aus Havelberg die Aufgabe, dem Rest des Gefechtsverbandes zunächst im Fährbetrieb sowie am 15. Mai mit einer vollständig errichteten Faltschwimmbrücke (FSB) den Übergang zu ermöglichen. Unterstützung erhalten die deutschen Pionierkräfte dabei durch den Sturmbooteinsatz ihrer österreichischen Kameraden vom Pionierbataillon 2 aus Salzburg. Nachdem der Hochgebirgsjägerzug der Gebirgsjäger auf einem schmalen Stauwehr in der vorangehenden Nacht den Inn überwunden, die feindliche Miliz erfolgreich bekämpft sowie eine durch diese eingesetzte Fähre ausgeschaltet hatte, war mit dem Bilden des Brückenkopfes am jenseitigen Ufer planmäßig die Grundlage für den Einsatz der Pionierkräfte gelegt worden.

Der Brückenkopf am jenseitigen Ufer des Inns ist gehärtet und die Soldaten des schweren Pionierbataillons 901 bereiten den Fährbetrieb mit der FSB vor.

In den frühen Morgenstunden können die Gebirgspioniere der dritten Kompanie schließlich unter Sicherung der Soldaten aus Mittenwald damit beginnen, aus ihren Sturmbooten und mitgeführten, schweren Holzbalken ihre Behelfsfähre zu errichten. Als die Fähre fertiggestellt ist, werden die „Wiesel“ der Gebirgsjäger schließlich aus ihren Sicherungsstellungen herausgezogen und setzen einzeln, als erste Gefechtsfahrzeuge der Kampftruppe über den Inn, um den zuvor durch die Soldaten des Hochzuges erkämpften Brückenkopf zu härten.

Parallel hierzu beginnen auch die ersten Kräfte aus Havelberg in den ihnen zugewiesenen Abschnitt einzufließen und die Übergangsstelle für den Einsatz ihrer Faltschwimmbrücke vorzubereiten. Kurze Zeit später rollen die Fahrzeuge heran und beginnen die Schwimmkörper der FSB und die wendigen Motorboote, welche diese auf dem Inn zusammenschieben sollen, zu Wasser zu lassen. Bauteil für Bauteil bereiten die geschulten Havelberger Pioniere die Brückenelemente vor und koppeln diese aneinander, so dass schließlich eine leistungsfähige Fähre entsteht, die nur Momente später den Betrieb aufnehmen kann. Erneut gilt: Jeder Handgriff muss sicher, jedes Handzeichen bekannt sein! Auf Abruf beginnen nun unter Aufsicht der Pionierkräfte weitere Gefechtsfahrzeuge der Kampftruppe erfolgreich auf das jenseitige Ufer überzusetzen und dort umgehend ihre Sicherungs- und Aufklärungsaufträge auszuführen.

Nachdem Havelberger Pioniere den Brückenschlag durchgeführt haben, setzen die Hauptkräfte des Gefechtsverbandes über.

Damit ist allerdings nur ein erster wichtiger Schritt zur Erfüllung des gesamten Auftrages getan: Schließlich warten am nächsten Morgen noch drei verstärkte Kampfkompanien mit schwerem Gerät, die den Fluss überqueren müssen. Um dies zu gewährleisten, wird durch die Havelberger ein vollständiger Kriegsbrückenschlag durchgeführt: Das Gewässer auf ganzer Breite nutzend, koppeln die Soldaten des schweren Pionierbataillons 901 insgesamt 22 Schwimmkörper aneinander, die letztendlich beide Ufer miteinander verbinden und den Kräften der Mittenwalder Gebirgsjäger mit ihren „Hägglunds“, „Wieseln“ und Mörsern den schnellen und sicheren Übergang über den Inn und den folgenden Angriff auf die Reiteralpe ermöglichen.

Auftragserfüllung dank hundertprozentiger Vorbereitung

Mit Abschluss des Gewässerüberganges konnten die ersten beiden Kernaufträge der Pionierkräfte des Gefechtsverbandes erfolgreich ausgeführt werden. Sowohl die behelfsmäßige Bahnentladung über die zerlegbare Kopframpe als auch der Angriff über das 130 Meter breite Gewässer waren durch die Soldaten aus Ingolstadt und Havelberg intensiv geübt worden. Besonderes Augenmerk lag im Vorfeld auf der Vorbereitung und Erprobung des durchgeführten Kriegsbrückenschlages – eine Operation, die zuvor seit zwanzig Jahren in dieser Art und in diesem Umfang nicht mehr durchgeführt worden war. Um nichts dem Zufall zu überlassen, waren die am „Berglöwen“ teilnehmenden Pioniere bereits im April zu einer großangelegten Weiterbildung der Gebirgsjägerbrigade 23 in Ingolstadt zusammengezogen worden und hatten den Angriff über ein breites Gewässer an der Donau geübt. Das Resultat dieser gewissenhaften Vorbereitung war schließlich während der ersten Tage des „Berglöwen 2019“ zu sehen: Durch das erfolgreiche Sicherstellen der Bahnentladung und der Überquerung des Inns konnten die Pioniere ihren Wert als zuverlässige Wegbereiter des Heeres unter Beweis stellen.

Weitere Bilder für Fotostrecke  (Foto: Bundeswehr/Thomas Vigh)

Gebirgspioniere bei den Vorbereitungen zum Bau der Entladerampe.

 

Zum Materialtransport wurde unter anderem ein Radlader genutzt.
Ein weiterer Zug mit Hägglunds erreicht die Entladestation.
Immer mehr Fahrzeuge verlassen die Kopframpe
Die Sicherungsketten werden nach Gebrauch wieder ordnungsgemäß verstaut.
Die österreichischen Kameraden vom Pionierbataillon 2 aus Salzburg unterstützen mit ihren Sturmbooten.
Um den Inn komplett überbrücken zu können, haben die Pioniere zahlreiche schwimmende Elemente zusammengefügt und so eine Fahrbahn für die Gebirgsjäger geschaffen.

 

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