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Berliner Bär 2015




Die hohe Schule der Infanterie!
Berliner Reservisten üben das Eindringen in ein Gebäude
 
„Häuserkampf“ stand im Mittelpunkt der großen Abschlussübung „Berliner Bär 2015. Dazu noch Panzerfaust 3 und Granatpistole mit Gefechtsmunition. Da ließen sich die Reservisten nicht lange bitten. Über 70 Soldaten, nicht nur aus Berlin, sondern auch aus denbenachbarten Bundesländern kamen, um vom 27. bis 29. November auf dem Truppenübungsplatz Lehnin ein außergewöhnliches Ausbildungswochenende zu absolvieren.
 
Die Tür wird aufgestoßen, die Handgranate entsichert, in den Raum damit – mit lautem Knall explodiert sie. Los, los, los! Mit der Waffe im Anschlag stürmen zwei Soldaten in den Raum, Nummer eins in die gegenüberliegende rechte Ecke, Nummer zwei in die linke.  „Eins sicher!“, „Zwei sicher!“  Nun folgen Mann drei und vier in die beiden verbliebenen Ecken, ebenfalls mit dem Sturmgewehr im Anschlag: „Drei sicher!“ „Vier sicher! – zwei Schränke, ein Fenster!“, kommen die Meldungen. „Vier sichert die Tür, drei das Fenster, eins öffnet den Schrank!“, gibt der Truppführer die Befehle. Langsam von der Seite wird die Türe des ersten Schrankes geöffnet, der Truppführer steht gegenüber und legt an. OK, kein Feind. Nun der zweite Schrank, wieder der gleiche Ablauf …  Aber Achtung! Ein Feind hat sich versteckt – Doppelschuss! Gut erkannt! „Raum sicher!“, meldet der Truppführer. – Übungsunterbrechung!
 
Hautpfeldwebel d.R. Matthias Graßmehl, der die Ausbildung „Eindringen in ein Gebäude“ durchführt, ist grundsätzlich zufrieden mit seinen Soldaten. Die Aufstellung des Viererteams  war richtig durchgeführt: der „Sprengtrupp“, Türöffner und Sicherer (Positionen drei und vier) hinter der Tür, der „Strumtrupp“ – (Positionen  eins  und zwei) direkt an der Tür, die Aufgaben sicher  koordiniert, der Ablauf sauber durchgeführt –  auch der versteckte Feind wurde erkannt und ausgeschaltet. Nun gilt es, weiter üben, weiter vertiefen, bis sich die „Buddies“ „blind“ verstehen, man eine geschlossene Einheit bildet. Also weiter geht es in die nächsten Räume der Ausbildungshalle „Häuserkampf“ auf dem Truppenübungsplatz Lehnin. Ein ganzes Gebäude ist darin simuliert, Räume in unterschiedlichen Größen, unterschiedlich geschnitten und möbliert. Das Dach ist jedoch offen, sodass man auf einem höher gelegenen Rundweg auf die agierenden Soldaten sehen kann. Eine ideale Übungshalle für die Ausbildung im Häuserkampf – eine Ausbildung, die ein hohes infanteristisches Können abverlangt.
 
Der „Berliner Bär 2015“ stand ganz im Zeichen des Häuserkampfes, also das Eindringen in ein Gebäude, ist damit der nächste Schritt einer konzeptionellen Idee. Komplexe infanteristische Gefechtslagen, wie „Orts- und Häuserkampf“, werden in einzelne Module zerlegt, in den Tageausbildungen vermittelt und erlernt und in den großen Übungen auf dem Übungsplatz vertieft und in einer großen Lage zusammen abgerufen. Stand vor einem Jahr noch das Bewegen eines Spähtrupps in  einer vom Feind durchsetzten Ortslage im Mittelpunkt, so war es beim „Berliner Bär 2015“ das Eindringen und Durchkämmen eines Gebäudes. In Ausbildungen zuvor konnten die Reservisten bereits Grundfertigkeiten nach dem Neuen Schießkonzept (Handhabung der Waffe, Anschlag in Pirschhaltung, richtiges Zielen auf kurzen Entfernungen) erlernen; auch in die wesentlichen Grundlagen des „Häuserkampfes“ waren sie bereits theoretisch und praktisch eingewiesen. Nun war Gelegenheit, das Erlernte in die Praxis umzusetzen.
 
Nach dem Durchlaufen der drei Stationen, zu denen auch das Schießen von Wertungsübungen mit der Panzerfaust 3 und das Schießen von Gefechtsmunition mit der Granatpistole gehörte, wurde in einer Abschlusslage das Vordringen im urbanen Gelände, das Decken und Sichern, sowie  und das Eindringen in ein Gebäude im Zugrahmen durch geführt. Nun galt es, das Wissen der vergangenen Jahre zusammen zu fügen und um zu setzten. Aufteilung in drei Gruppen, gefechtsmäßiges Annähern  an das vom Feind besetzte Gebäude, Koordinierung des Feuers der Deckungsgruppe mit den Bewegungen der Sturmgruppen, Koordinierung des Verletztentransportes unter Gefechtsbedingungen und schließlich die Sturmgruppe mit drei Viererteams, die in das Gebäude eindringen und Raum für Raum durchkämmen, ggf. frei kämpfen.  Ein sehr anspruchsvolles Szenario. Doch die Soldaten bestanden auch diese Herausforderung durchaus respektabel.  Der Leitende, Hauptmann d.R. Torsten Grundmann war in seiner Beurteilung durchaus zufrieden, wenn auch natürlich Schwächen und Fehler sichtbar wurden. Deshalb wird 2016 auf diesem Ausbildungsstand aufgebaut, erkannte Schwächen durch weiteres Üben ausgeglichen, sukzessive neues erlernt  und schließlich in einer erneuten Großübung wieder zusammen gefügt.  Fehler erkennen, weiter lernen, sich ständig verbessern!
Ralph Erlmeier
 
Bilder und Bildunterschriften (Ralph Erlmeier):

“Trockenübung” – Berliner Reservisten üben in Vorübungen das richtige Vorgehen beim „Kampf von Raum zu Raum“

“Trockenübung” – Berliner Reservisten üben in Vorübungen das richtige Vorgehen beim „Kampf von Raum zu Raum“

Auch Panzerfaust 3 wird immer und immer wieder geübt.

Ordentlich was los! – Abschuss Panzerfaust 3

Schuss auf Tür in 100 Meter Entfernung –  Granatpistole im „realen“ Umfeld

Jeder kennt seinen Platz und seine Aufgabe: Sturm- und Sprengtrupp im Übungshaus.

Action! Sturm in einen Raum – Berliner Reservisten beim Häuserkampf

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