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Bin noch lange nicht satt!




Bin noch lange nicht satt!
 

Hohe Leistungsbereitschaft und Disziplin sind die zentralen Voraussetzungen, die zum Erfolg führen. Das gilt für Soldaten wie für Sportler. Davon ist Hauptfeldwebel d.R. Alexander Benik überzeugt. Am 01. April wurde der Leistungssportler Deutscher Meister im „Bankdrücken“ und  „Kreuzheben“, Mitte Juni folgten die Europameisterschaften, wo er mit mindestens dem 3. Platz rechnete. Doch er will noch mehr: „Ich bin noch lange nicht satt!“, so Benik.
 
„Druck, Druck, Druck! Ich bin das so gewohnt, ich kann nicht anders.“, sagt Alexander Benik von sich selbst. Viele seiner Kameraden aus der Landesgruppe kennen den leidenschaftlichen Pionier noch als langjährigen Feldwebel d.R Saupe. Doch in der letzten Zeit hat sich viel geändert in seinem Leben: ans einen 40, Geburtstag hat der Kraftsportler geheiratet und den Namen seiner Frau angenommen. Ungewöhnlich? Nicht für Benik! „Es gibt Wichtigeres. Ich wollte keinen Doppelnamen. Sie wollte ihren Namen behalten!“ hakt er dieses Thema ab. Außerdem hat er in seiner Einheit, dem schweren Pionierbataillon 901 Havelberg, mit seiner Verwendung als Kompanietruppführer seine Erfüllung gefunden. „Jetzt kann ich endlich  planen, ausgestalten und durchführen“. Seine Aufgabe ist es, die Reservistendienstleistungen am Standort zu organisieren und zu leiten. Seine aktiven Kameraden unterstützen ihn dabei sehr stark; dafür ist er der Truppe „undendlich dankbar“.
 
Alexander Benik hat sechs Jahre in der Bundeswehr gedient. 1993 wurde er in die Fallschirmjägerbataillon 263 in Saarlouis eingezogen, war dort bei der schnellen Eingreiftruppe, wechselte dann zum Panzerpionierkompanie 370 nach Doberlug-Kirchhain, wo er schließlich 1999 entlassen wurde. Obwohl er schon mit 13 Jahren mit dem  Leistungssport begann und auch während der Dienstzeit Kraftsport betrieb, entschied sich der gebürtige Gubener, der heute in der zentralen Beschaffung im Berliner Kulturbereich arbeitet, erst nach dem Dienstzeitende „Powerlifting“ als Wettkampfsport zu betreiben. In den vergangenen 16 Jahren konnte er sich kontinuierlich steigern. Im April 2016 gelang ihm schließlich bei den Deutschen Meisterschaften sein bislang größter Erfolg: in der Klasse „Masters I“ (Senioren von 40 bis 45 Jahren) errang er im „Bankdrücken“ mit 165,0 kg und im „Kreuzheben Classic“ sogar mit einem neuen deutschen Rekord von 212,5 kg den jeweils ersten Platz.
 
Bis dahin war es ein langer, oft schmerzhafter Weg mit auch körperlichen Rückschlägen. Die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Polen 2014 musste er verletzungsbedingt absagen. Letztes Jahr dann die Schulteroperation – eine Zäsur. Doch mit eiserner Disziplin kämpfte sich Benik zurück. Drei Tage nach der Operation begann der Leistungssportler wieder mit seinem Training, fünf Wochen danach konnte er wieder seinen Arm strecken. „Und wer den Arm strecken kann, kann auch wieder Gewichte stemmen“, fasst Benik verschmitzt zusammen. „Nach einem halben Jahr habe ich wieder meinen ersten Wettkampf bestritten“.
 
Powerlifting bzw. Kraftdreikampf nennt sich der Kraftsport, den der leidenschaftliche Pionier betreibt. Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben – alles mit Gewichten. Diese drei Übungen reichen im Prinzip für die komplette Kraftentwicklung einer Person aus. Es gibt Meisterschaften, Pokale,  auch verschiedene Ligen. Außerdem gibt es auch unterschiedliche Verbände, die zugleich die unterschiedliche Methodik wider spiegeln. Die „International Powerlifting Federation“ (IPF) ist die größte Vereinigung in fast 100 Ländern weltweit. Bei der IPF (wie bei vielen anderen Verbänden auch) wird überwiegend mit „Equipment“ gearbeitet: also extrem versteifte Bekleidung (Hemden, Anzüge), die den Körper wie mit einem Korsett unterstützen. „Equipment“ verfälscht die Leistung, beim Bankdrücken schafft man beispielsweise bis zu 100 kg mehr,“ so Benik.  
 
Dem gegenüber steht „Classic“ oder „Raw“ – also ohne jegliche Unterstützung, reine Körperarbeit. Nach elf Jahren in der IPF hat sich Benik entschieden, zu Methodik und Verband zu wechseln. Im April startete er für den „United Powerlifting Congress“ (UPC), dem zweitgrößten Powerlifting-Verband in Deutschland, der sich vor allem dem klassischen Kraftdreikampf verschrieben hat. Da aber auf diesem hohen Leistungsniveau die Konkurrenz so dünn ist, hätte er auch bei den anderen Verbänden gewonnen. Grund für den Wechsel war seine Sorge um die körperliche Beanspruchung.  Wie recht er damit hatte zeigte sich durch seine Schulterverletzung, die er der jahrelangen aufgrund des „Equipments“ unnatürlich hohen Belastung zu schreibt.
 
„Viele haben mit Ende 30 Probleme mit dem Körper, ich bin ein klassisches Beispiel dass man wieder zurück kommen kann. Es ist aber ein sehr harter Weg, eine übelste Quälerei.“, so Benik. „Ich stehe kurz vor meinem alten Leistungsniveau, was ich vor der Verletzung hatte. Ich brauche aber mehr Erholungsphasen, kann hohe Leistungsabfolgen nicht mehr nachfolgend abrufen.“ Für die  Europameisterschaft in Stoke-on-Trent in England erarbeitete er sich ein Wettkampfgewicht von knapp 90 kg. Jedes Gramm ausnutzen! Ernährung ist ohnehin der entscheidende Faktor in diesem Leistungssport. 50 % Ernährung, 30 % Training, 20 % Regeneration – lautet die Rechnung.  Das heißt jeden Tag Fleisch essen – 500 Gramm! Allerdings wird bei einer Körpergröße von 174 cm und 90 kg Körpergewicht der von der Bundeswehr vorgeschriebene BMI nicht eingehalten. „Wenn ich das nächste Mal Ende Juli zur Bundeswehr gehe, werde ich wieder 87 kg wiegen. Das kann ich nach so vielen Jahren steuern. Als Vorgesetzter, Führer, Ausbilder und Erzieher bin ich das einfach schuldig.“, so der Hauptfeldwebel d.R.
 
So streng und konsequent er gegenüber sich selbst ist, ist er allerdings auch gegenüber allen anderen beorderten Reservisten. „Ich bin beordert. Dies werde ich machen bis ich meine Uniform ausziehen muss. Jeder Soldat muss sich aber immer wieder selbst hinterfragen, ob er diesem Anspruch gerecht wird, diesen Anspruch erfüllt. Das fängt bei der persönlichen Eignung an. Diese ist zu leben! Deshalb bin ich auch als Reservist in der infanteristischen Ausbildungskameradschaft RK 14 „Günther Halm“. Weil dort Leute dabei sind, die so ticken wie ich.“
Ralph Erlmeier

Bilder und Bildunterschriften:

Leistungssportler und Reservist: Alexander Benik beim Bankdrücken (Bodybuilding-szene.de)

Volle Kraft! Alexander Benik beim Bankdrücken (Alexander Benik)

Eisern diszipliniert: Alexander Benik beim Kreuzheben (Alexander Benik)

Voll Konzentriert: Alexander Benik kurz vor dem Wettkampf (Alexander Benik)

Kann stolz darauf sein: Alexander Benik mit den beiden Siegermedaillen der Deutschen Meisterschaft und seiner Frau. (Alexander Benik)

Dizipliniert – als Sportler und als Soldat. Hauptmann d.R. Alexander Benik bei der Pionierausbildung der Berliner Reservisten.

So kennen sie ihn in der Landesgruppe. Hauptmann d.R. Alexander Benik (ehemals Saupe) (r.)

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