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Die „Krone“ der Infanterie




Die „Krone“ der Infanterie
 
55 Reservisten aus Berlin und Brandenburg haben sich vom 18. bis 20. März auf dem Truppenübungsplatz Lehnin eingefunden, um die „Hohe Schule der Infanterie“ zu üben. Auf dem erstmalig stattfindenden HUSAR 2016 standen Häuserkampf, Handgranatenwurf und die Königsdisziplin der Infanterie auf dem Plan: die Gruppe im Angriff – Durchkämmen eines bewaldeten Geländes.
 
Aufgefächert in eine Schützenreihe bewegt sich der in drei Trupps gegliederte 10-Mann-starke Zug langsam vorwärts. In 1000 Meter südlich der eigenen Stellung werden die beiden abgestürzten Hubschrauber vermutet. Schwer zu überblickendes Gelände liegt vor den Soldaten, dicht bewaldete, ausgeprägte Hügellandschaft, durchzogen von Waldwegen, Ruinen, Sandwälle und offenen Lichtungen. Gut, um gedeckt, Abschnitt für Abschnitt vorwärts zu gehen; doch auch der Feind kann dieses Gelände nutzen und überraschende angreifen. In überschlagender Bewegung geht es voran; der rechte Trupp mit dem Maschinengewehr bewegt sich den Waldweg entlang weiter vorwärts, weiter den Berg hinauf. Ein anstrengendes Unternehmen – die Soldaten kommen ins Schwitzen. Plötzlich auftretender Feind nimmt den linken und den mittleren Trupp unter Beschuss. Selbstständiger Feuerkampf, das Maschinengewehr unterstützt und hält den Feind nieder! Der Feind weicht aus…. Es kann weiter gehen – der rechte und mittlere Trupp ziehen wieder nach….
 
Der Leitende der Station „Waldkampfbahn“, Stabsfeldwebel d.R. Thomas Friedrich, legte die Messlatte sehr hoch. Das herausfordernde Gelände, eine anspruchsvolle Lage, eine schwierige Aufgabe. Radikale Banden terrorisieren die Zivilbevölkerung und führen Überfälle auf Militäreinrichtungen durch. Vermutlich wollen sie das Großdepot in Rädel überfallen, das durch eigene Truppen gesichert wird. In den Morgenstunden wurden jedoch zwei Hubschrauber abgeschossen. Deshalb erhalten die Soldaten den Auftrag, in Zugstärke das bewaldete Gelände zu durchkämmen,  die Hubschrauber aufzuklären und auftretenden Feind nach Möglichkeit zu vernichten. Doch der Stabsfeldwebel d.R. verlangt nicht nur viel, sondern geht mit entsprechendem Beispiel voran: vorbildliche Vorbereitung mit Hilfe von Kartenmaterial und schriftlicher Lageausgabe, detaillierte Einweisung am Lagemodell und angemessene, wenn auch militärisch strengen Führung.
 
Die militärische Vorbereitung erfolgte über Monaten nach einem auf sich aufbauenden modularen Konzept. Bereits in den vorausgegangenen Ausbildungen in der Kaserne wurde in Theorie und Praxis auf den HUSAR 2016 vorbereitet. Nun der erste Praxistest – zwar mit Mängeln, die jedoch  abgestellt werden konnten. Ende Oktober dann die „Feuerprobe“:  im Rahmen des „Berliner Bären 2016“ wird das „Durchkämmen eines bewaldeten Geländes“ in einer großangelegten Übung wiederholt – dann jedoch mit scharfen Schuss.
 
Auch beim „Häuserkampf“ wird seit Oktober 2015 in aufeinander aufbauenden Modulen ausgebildet. Nach dem „Kampf von Raum zu Raum“ nun „gefechtsmäßige Annäherung an das Objekt“ und „Kampf von Stockwerk zu Stockwerk“.  Gedecktes Vorgehen, das Zusammenspiel der Kräfte, um den Sturm- und Deckungstrupp das Eindringen in ein vom Feind gehaltenes Gebäude zu ermöglichen, die Gefahrenquellen in Häusern, Stürmen und Sichern von Treppenaufgängen, Einsatz und Nachrücken von Verstärkung … der infanteristische Kampf im Haus ist ein extrem schwieriger und komplexer Vorgang. Doch auch hier glänzte der Leitende. Detailliert und fundiert wies Hauptfeldwebel d.R. Matthias Graßmehl die Reservisten ein, korrigierte falsches Vorgehen und übte den Einsatz im Treppenhaus ein um das andere Mal. Der Erfolg lässt sich sehen!
 
„Jede Menge gelernt und viel Spaß gehabt“, so das Resümee der Reservisten über den HUSAR 2016. Ausbildung weit über den Standard hinaus, mit viel Engagement und Sachkenntnis! Das motiviert und fördert – und macht neugierig auf die weiteren vier Übungsplatzaufenthalte im so ereignisreichen Jahr 2016.
Ralph Erlmeier
 
 

Bild 1: In Deckung bewegen sich die Soldaten langsam über die “Waldkampfbahn” vorwärts.

Bild 2: Ein Zivilist gibt Auskunft über beobachteten eingesickerten Feind.

Bild 3: Die MG-Stellung in sicherer Deckung hält den Feind nieder.

Bild 4: Da kommen die Soldaten ins Schwitzen! Verlegen des MG-Stellung im Laufschritt bergauf.

Bild 5: In sicherer Deckung den Vorraum beobachten.

Bild 6: In sicherer Deckung den Vorraum beobachten.

Bild 7: Die Annäherung des Spreng- und Deckungstrupps an das von Feinden gehalten Gebäude muss abgesichtert sein.

Bild 8: Unter Feuer näherst sich im Laufschritt der Trupp dem Objekt.

Bild 9: Das Erstürmen von Treppenhäusern will richtig gelernt sein!

Bild 10: Gespannte Atmosphäre! Gleich platziert der Sprengtrupp die Handgranate im Treppenhaus


Bilder und Bildunterschriften (Ralph Erlmeier)

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