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Landesgruppe Berlin

„Es ist etwas Besonderes…“




Stabsfeldwebel d.R.  Thomas Friedrich, der im Auftrag des „Kommando Territorialen Aufgaben“ (KdoTA) den zweiwöchigen Kriegsgräbereinsatz leitet, erinnert mich daran, die Kippa aufzusetzen. „Zweimal im Jahr“, erklärt er mir, „ bittet die jüdische Gemeinde in Berlin den Volksbund Deutscher KriPrächtiger Empfang – Die Trauerhalle im Stil der italienischen Frührennaissance.egsgräber e.V. (VDK)  um Unterstützungsarbeit.  Dieser Bitte entsprichen die Bundeswehr und  die Landesgruppe der Berliner Reservisten mit der Entsendung von meist 10 aktiven Soldaten und 10 Reservisten pro Einsatz.“
 Es ist ein riesiges Areal, alter Baumbestand grüßt an den Alleen, die durch oktogone Plätze immer wieder aufgebrochen werden. Grab reiht sich an Grab, die meisten mit einfachen Grabsteinen, einige mitPrächtiger Empfang – Die Trauerhalle im Stil der italienischen Frührennaissance. Skulpturen, manchmal auch monumentale, halb verfallene Gruften. Unüblich für die jüdische Begräbniskultur: denn im Tod sind alle gleich, egal welcher sozialen Herkunft. Erst die Integration in die deutsche Kultur führte dazu, Tote nach sozialer Stellung zu unterscheiden. Seit 1672 sind in Berlin vier Friedhöfe entstanden. Zeugnisse einer langen, bewegten Geschichte.  Im jüdischen Glauben ist das Grab im Besitz des Toten, eine ewige Ruhestätte. Deshalb werden Gräber niemals aufgelöst. Ist der Friedhof voll, wird ein neuer angelegt. Auf dem Weg zum Einsatzort grüßen  große Namen der preußischen Geschichte. Zu Ehren der Toten liegen anstatt Blumen Steine auf den Gräbern.  „Das ist der ursprünglichen, nomadischen Begräbniskultur geschuldet“, erklärt mir Gefreiter d.R. Ulf Otto. „ Haben Angehörige die Gräber ihrer Toten besucht, die sie in Wüsten oder Steppen begruben, haben sie die Gräber durch Nachlegen von Steinen gekennzeichnet und gesichert. DGrab an Grab, vielfach einfach gestaltet: – nach jüdischem Glauben Sind im Tod sind alle gleich.ieser Brauch hat sich seit tausenden Jahren verfestigt.“  Ulf Otto weiß viel über die Geschichte jüdischer Deutscher. Seit  mehr als 15 Jahren organisiert er die Anmeldungen, den Ablauf und die Durchführung. Ihn treffe ich am Ehrenhain für die gefallenen jüdischen deutschen Soldaten des 1. Weltkrieges.Dort kümmern sich insgesamt 10 Soldaten, aktive und Reservisten um den Soldatenfriedhof. Grabsteine setzen, Gräber pflegen, Bäume und Sträucher entfernen, beschneiden, trimmen, Laub sammeln und abtransportieren…. Es ist viel zu tun. Bereits das sechste Mal hat sich der Hauptgefreite Robert Dahley gemeldet. „Die Gruppe ist toll, die Arbeit macht mir Spaß, sie ist etwas Besonderes und macht Sinn!“  Damit hat er wohl viele seiner Kameraden begeistern können, denn wie er kommen die meisten Soldaten vom 3. FeldjägerbaGrabsteine reinigen, Gräber pflegen, Bäume und Sträucher entfernen und beschneiden, Laub sammeln und abtransportieren. Die Soldaten haben alle Hände voll zu tun!tallion 350. So auch die Stabsgefreite Claudia Schwartzer. „Ich bin durch Kameraden dazu gekommen, ist echt super und sehr nett. Vor allem hat mir die Aufnahme durch die jüdische Gemeinde gefallen!“  Die hervorragende Zusammenarbeit und die freundliche Aufnahme lobt auch der Gefreite Ulf Otto. „Bei diesem Dienst handelt es sich um einen Dienst deutscher Soldaten an ihren gefallenen Kameraden. Juden waren wie Christen selbstverständlicher Teil der deutschen Wehrmacht im 1. Weltkrieg“, betont Ulf Otto.
Ein Umstand, der heutzutage fast vergessen ist. Angehörige aus aller Welt besuchen diesen Ort des Gedenkens. Sie danken den Soldaten für ihr Engagement – eine GesteGrabsteine reinigen, Gräber pflegen, Bäume und Sträucher entfernen und beschneiden, Laub sammeln und abtransportieren. Die Soldaten haben alle Hände voll zu tun!, über die sie sich sehr freuen.
Besonders beeindruckt waren die jungen Soldaten vom gemeinsamen Essen mit der jüdischen Gemeinde, als sie die Woche zuvor auf dem jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee gearbeitet haben. Auf diesem Friedhof sind viele Tote aus den Konzentrationslagern begraben. Und deVoll im Einsatz für die Kriegsgräberpflege: Gefreiter d.R. Ulf-Dietrich Otto (l.) und Feldwebel d.R. Michael Drechsler.nnoch ist das Klima voller Dankbarkeit und Offenheit. Diese Art hat Ulf Otto immer wieder erlebt, auch wenn ihn der Kriegsgräbereinsatz ins Ausland geführt hat. Nicht mit Ablehnung sondern mit Anerkennung und Dankbarkeit wird dem Kriegsgräbereinsatz deutscher Soldaten begegnet. Das bestärkt und motiviert, auch und gerade die jungen Soldaten.  „Ich komme nächstes Jahr gerne Ungewöhnlich – ein aufwendig gestaltetes Grabmal. Ab Mitte des 18. Jh. ein Zeichen zunehmender Assimilierung.wieder“, so Feldwebel Drechsler und drückt so die allgemeine Stimmung aus. Eine Stimmung, die hoffentlich bald noch mehr motiviert dabei zu sein!

Steine als Gruß an den Toten: ein Brauch des nomadischen Begräbniskultes der jahrtausendealten jüdischen Geschichte .
 

Bericht : Ralph Erlmeier, Ulf Otto
Bilder: Ralph Erlmeier

Nächste Termine:
16. bis 27. Juni 2014; 27. Oktober bis 07. November 2014, täglich von 7.30 Uhr bis 15.00 Uhr.
 
Meldung über:
KdoTerrAufg: Stabsfeldwebel Naujoks, oder Landesvorstandsbüro im Gebäude 31d: Gefr d.R.
Landesschatzmeister Ulf-D. Otto.
 

 

 

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