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Landesgruppe Berlin

Fit für den Einsatz!




Fit für den Einsatz!
Berliner Reservisten stellen Ihre ABC-SE Fertigkeiten unter Beweis

 
Über 55 Reservisten aus Berlin und Brandenburg meldeten sich am 27.Juni zur Stelle, um ihre ABC und Selbstschutzausbildung zu absolvieren. Dieser Termin ist nicht nur für beorderte Reservisten obligatorisch, sondern verspricht wichtige Übungen auch für die zivile Brandbekämpfung. Die Überraschung des Tages: eine Notlösung, die zum besonderen Höhepunkt avancierte.
 
Keuchend und dampfend rennen die Kameraden bereits zum dritten Mal aus der Halle zum Baum gegenüber und zurück. Und das alles in der Ausrüstung der  BAS-Stufe 4 (Bedrohungs- und auftragsangepasster Schutzzustand 4). Das heißt: Overgarment, Gummistiefel, Gummihandschuhe, Atemschutzmaske, Poncho und Gefechtshelm. Nicht gerade ein Vergnügen, aber die Soldaten müssen sich an das Tragen der Ausrüstung gewöhnen, wenn sie im Ernstfall bestehen wollen. Stabsunteroffizier d.R. Carsten Witt, der mit zwei weiteren Kameraden an der Station ausbildet, nimmt sich Zeit, um das schnelle Auf- und Absetzen der Maske und das vorschriftsmäßige An- und Ausziehen der Schutzausrüstung zu demonstrieren und zu üben. Kein leichtes Unterfangen: weder die Maske innerhalb von sieben Sekunden aufzusetzen, noch die dekontaminierte Ausrüstung abzulegen Aber davon kann möglicherweise das Leben abhängen.
 
Sehr realitätsnah und für den zivilen Bereich besonders brauchbar wird das Löschen von Bränden und brennenden Personen geübt. Papierkörbe, Computer, Fernseher oder kleine Flächenbrände … unterschiedliche Szenarien, mit denen jeder konfrontiert werden kann. Deshalb ist die theoretische Einweisung in Brandklassen, Löschmittel und Umgang mit dem Feuerlöscher so wichtig, genauso wie die anschließende praktische Löschübung. Stabsunteroffizier d.R. Karl-Peter Pützer, der auch im zivilen Beruf in dieser  Materie arbeitet, fordert nach der Theorie einiges an Leistung ab. Sehr gut: Fehler werden unmittelbar angesprochen und korrigiert. So fühlt man sich sicher für einen möglichen heißen Einsatz. Auch Oberstabsbootsmann d.R. Hans Lilge weiß, nur durch ständiges Üben verliert man Ängste und gewinnt Routine. Das gilt vor allem auch beim Löschen von brennenden Personen: natürliche Hemmschwellen überwinden und sofort helfen. Deshalb trainiert er seine Soldaten im Drill: immer und immer wieder mit der Löschdecke das Feuer der brennenden Person ersticken.
 
Für eine große Überraschung sorgte Dr. Stefan Hühn mit seiner Station. Da das Schießen unverhofft ausfiel, musste der Stabsunteroffizier d.R. innerhalb kurzer Zeit ein neues Thema einführen und unterrichten. „Transport von Verletzten unter gefechtsmäßigen Bedingungen“ hieß deshalb diese Station – eine Notlösung, die zu einem besonderen Höhepunkt wurde. Verletzte Soldaten auf dem Boden aus der Kampfzone ziehen, mit dem „Gamstragegriff“ Kameraden aus dem Gefahrenbereich schnellstmöglich bergen, aus dem Dreieckstuch eine Tragevorrichtung erstellen, aus zwei Stangen und einer Zeltplane oder zwei Feldjacken eine Trage bauen … vor langer Zeit gelernt, aber allzu lange nicht mehr geübt. Mittels zwei Spanngurten aber einen bewusstlosen Verletzten abtransportieren – das hörten viele Soldaten doch zum ersten Mal. Doch was erst so unglaublich klingt, gelang schließlich doch. Die Lösung: die Gurte miteinander verknoten und sie in möglichst vielen Schlaufen versetzten. Fertig ist die Trage! Erstaunliches dazu gelernt, fast vergessenes wieder aufgefrischt – Dr. Stefan Hühn und seine Kameraden haben aus dem Stand eine hervorragende Ausbildung erbracht!
 
Auch die Dienstaufsicht Major d.R. Matthias Beulich war beeindruckt von dieser Leistung. Bei der Abschlussbesprechung zollten der Leitende Hauptfeldwebel d.R. Matthias Graßmehl und die angetre-tenen Soldaten ebenfalls ihren Respekt. Schnell war beschlossen, den Verletztentransport künftig regelmäßig zu wiederholen. So erlebten die Soldaten eine in vielerlei Hinsicht wichtige und nützliche Ausbildung – eine, die wie kaum eine andere für jeden auch im privaten Bereich nützlich sein kann!
Ralph Erlmeier

Aus dem Stegreif eine hervorragende Ausbildung – Dr. Stephan Hühn

Verletztentransport aus der Stellung

Huckepack im Gamstragegriff

Trage aus einfachen Mitteln

Trage aus Spanngurte fertigen

Verletztentransport mit Spanngurten – es funktioniert!

ABC-Ausbildung – in 7 Sekunden die Maske auf!

Die BAS Stufen in der Ausbildung

Löschen von Bränden

Laufschritt in voller Schutzausrüstung

Ausbildung der BAS Stufen

Löschen eines Computers

Löschen einer brennenden Person

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