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Es ist Freitag, der 19.05.2017, 18:30 Uhr. Der Bus, der die Teilnehmer zum Truppenübungsplatz Lehnin bringt, passiert das Tor der Fläming-Kaserne, um sofort wieder angehalten zu werden. „Alle Kameraden ohne Gefechtsausrüstung absitzen und zur Befehlsausgabe ins Lagezentrum „Barbara Klause“ einrücken“, lautet der Befehl. Die Reservistenübung „DRAGONER 2017“ hat begonnen…
 
Im Lagezentrum erläutert der Gesamtleitende Oberstleutnant d.R. Randolf Marc Richter die fiktive prekäre Situation: Der Feind ist nach einer erfolgreichen amphibischen Anlandung weit in das Landesinnere vorgestoßen und bewegt sich zügig auf Berlin zu. Die Reservekräfte Berlin erhalten den Auftrag, das Nachschub- und Versorgungslager Lehnin zu sichern. Nach Einweisung und Befehlsausgabe ist allen klar, was zu tun ist. Schnelles Handeln ist jetzt gefragt. Gepäck verstauen, Zusatzausrüstung und Waffen empfangen und auf dem schnellsten Weg zum Munitions- und Versorgungsdepot verlegen.
 
Schnelles Handeln ist gefordert: verletzte Kameraden bergen und versorgenKurz vor Ankunft am Ziel: Explosionen, Nebel und Schreie verletzter Kameraden. Jetzt zählt jede Sekunde! Absitzen, sichern und bergen der verwundeten Kameraden. Unter gegenseitiger Sicherung geht es zu Fuß weiter zum Zuggefechtsstand. Dort werden neue Befehle gegeben, Lageänderungen besprochen und das Handeln angepasst. Das bedeutet: Streifen einsetzten, Alarmposten besetzen, Platz der Gruppe wählen und einrichten, abtarnen und eigene Stellungen ausbauen.
 
Den teilnehmenden Kameraden wird keine Pause gegönnt. Hastig ein Brot hintergeschlungen, ein Schluck getrunken und schon geht’s weiter. Plötzlich bricht ein Feuer im Sicherungsbereich des „Charlie“-Zuges aus. Nun ist „Manpower“ gefragt, um ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Langsam kehrt etwas Ruhe ein. Die Uhr zeigt mittlerweile 0:30 Uhr als plötzlich Schüsse in 200 Meter Entfernung fallen. Feindliche Trupps haben im Dunkel der Nacht die Stellung erkundet; nun versuchen sie in einem zangenartigen Angriff, in das Lager einzudringen. Heftige Schusswechsel branden auf. Gegen 1:00 Uhr ist der Angriff erfolgreich abgewehrt. Nun ist Gelegenheit zu ruhen; doch der Schlaf der Kameraden ist nur leicht und schnell vorüber, wird doch die ganze Nacht bestreift und der Alarmposten besetzt. Endlich ist bei Morgengrauen die Frühstücksstärkung greifbar und spendet neue Energie.
 
Gefechtsschießen: Der Zug in der VerteidigungVormittag geht der DRAGONER 2017 in das Gefechtsschießens über: der „Zug in der Verteidigung“. Dazu werden neue Befehle gegeben: zusätzlich sollen Spähtrupps eingesetzt werden, um die Absichten der feindlichen Truppen zu aufzuklären.
 
Langsam und geräuschlos bewegt sich der Spähtrupp durch den Wald, doch nach etwa 1.000 Meter trifft er auf den Feind. Gezielt wird dieser bekämpft, um dann in gegenseitiger Deckung überschlagend auszuweichen. Doch keine Chance. Der Feind setzt nach. Nur durch massiven Waffeneinsatz und gedeckt durch Nebelgranaten kann sich der Spähtrupp von den feindlichen Truppen lösen und bis zum Depot ausweichen.
 
Lautlos und unsichtbar – Der Spähtrupp im Gelände
Währenddessen sind die beiden Sicherungsgruppen ebenfalls voll gefordert, den parallel einsetzenden Angriff abzuwehren. Kann ein erster Angriff noch durch Feuerüberfall und gebündeltes Abwehrfeuer abgewiesen werden, zwingt schon bald ein massiver Mörserbeschuss die Soldaten in die eigenen Stellungen. Nun heißt es durch Sturmabwehrschießen den geballt vordringenden Feind zurückzudrängen; Granatpistolen kommen zu Einsatz, eine Feuerzusammenfassung der an den Flanken wirkenden Maschinengewehren MG 3 vernichtet die in 200 Meter vor den eigenen Stellungen auftretenden leicht gepanzerten Fahrzeuge. Das Gefecht ist unerbittlich, doch schließlich gelingt es, den Feind erneut abzuwehren.
 
Das Ziel dieses Übungswochenende, so Oberstleutnant d.R. Randolf Marc Richter, war es, vorhandene Fähigkeiten zu festigen, zu erweitern, neue Kenntnisse zu erwerben und dabei noch Spaß haben. Ein umfangreiches Portfolio an Wissen wurde den Kameraden abverlangt, um dieses Ziel zu erreichen. Konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge und deren prompte Umsetzung, haben es ermöglicht, die Erwartungen zu erfüllen. Sichtbar aufgetretene Mängel wurden nach dem Abschluss des Gefechtsschießens sofort aufgegriffen, ausgewertet und in einem spontan angesetzten Ausbildungskreislauf erneut beübt. So war der größtmögliche Lernerfolg zu erwarten.
 
Der DRAGONGER 2017, fordernd und Kräfte zehrend. Doch in den erschöpften Gesichtern der teilnehmenden Reservisten war auch ein Lächeln gezaubert! Fazit: Ziel erreicht!
 
Text: Ronald Göhe
Fotos: Ralph Erlmeier

 


Foto 1: Wichtiges Führungsverhalten: Lager beurteilen und Einweisung der Soldaten
Foto 2: Schnelles Handeln ist gefordert: verletzte Kameraden bergen und versorgen
Foto 3: Lautlos und unsichtbar – der Spähtrupp im Gelände
Foto 4: Gefechtsschießen: der Zug in der Verteidigung
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