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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Landesgruppe Bremen

Flughafen-Seminar 2016 – „Naher Osten“




Beim diesjährigen Flughafen-Seminar begrüßte Kai Uwe Hellmers, der gleichzeitig als Conférencier fungierte, die angereisten sicherheitspolitisch interessierten Zuhörer und führte in die Tagesthemen ein. Landesgeschäftsführer Thomas Witte gab organisatorische Hinweise zum Ablauf des Tages.
In dem Grußwort des Landesvorsitzenden Tobias Scholz ging dieser auf die kommenden Aufgaben seiner Amtszeit ein.
Während des Seminartages ist es Brauch langjährige Mitglieder des Reservistenverbandes zu Ehren. So konnten diesmal vier Mitglieder ihre Urkunden für 25 und 40jährige Mitgliedschaft in Empfang nehmen.

Gerade seine journalistische Erfahrung und Erlebnisse im Nordirak / Afghanistan waren der Grund, warum wir ihn als Referenten für einen Vortrag eingeladen haben. So die Worte von Kai-Uwe Hellmers zur Vorstellung des 1. Referenten, Marco Seliger (Chefredakteur „loyal“) beim Flughafen-Seminar der Landesgruppe Bremen.
Ziel war es, keinen rein akademischen Vortrag zu halten. Marco Seliger präsentierte anspruchsvoll und umfassend und konnte viele für das Publikum überraschende Details über seine Arbeit als Journalist in Krisengebieten darstellen. Der Journalist und Reserveoffizier hat mehrfach an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilgenommen und darüber hinaus die Einsatzgebiete als journalistischer Beobachter regelmäßig bereist. Er vermittelte einer interessierten Zuhörerschaft eine kritische Bestandsaufnahme zur Lage in Afghanistan, visuell ergänzt durch eindrucksvolles Fotomaterial. Marco Seliger weiß, wovon er spricht. Er hat bei seinen vielen Aufenthalten in Afghanistan hautnah erfahren, wie sich die Lage am Hindukusch im Laufe der Jahre verändert hat. Der von schonungsloser Offenheit gekennzeichnete Vortrag des „loyal“-Chefredakteurs offenbarte das gegenwärtige Dilemma in Afghanistan: Militärischer Stillstand und politische Perspektivlosigkeit. Dieses spiegelt sich auch in den Konflikten mit den Flüchtlingen wider, die versuchen in das westliche Europa zukommen oder mit den aktuellen Einsätzen der Bundeswehr auf dem afrikanischen Kontinent und im Nahen Osten.
Im Anschluß an seinen Vortrag und einer Fragerunde dankte Kai Uwe Hellmers dem Referenten ausdrücklich für seine offenen Worte und ungeschminkte Einblicke in die Lage in Afghanistan und wie er sie vermittelt hat.
 
Dr. Kinan Jaeger, in Damaskus geboren, in Deutschland aufgewachsen, analysiert als Politik- und Islamwissenschaftler nüchtern und kritisch die strategische Lage im Nahen Osten. Aufgrund seiner sowohl arabischen als auch europäischen Abstammung und seiner Sprachkenntnisse hat er direkten Zugang zu Hintergrundinformationen aus den nahöstlichen Krisengebieten. Eine komplexe Fragenstellung wie: die religiösen und ethnischen Verhältnisse in Syrien, die Machtstrukturen im Lande, des Assad-Regime, die Einflussmächte rings umher und weiter entfernt, die kulturellen Eigenheiten. Dazu kamen dann noch Fragen wie: Welche Zukunft besitzt der Nahe Osten heute?, Kann das militärische Eingreifen gegen den schockierenden IS-Terror alleine die Region befrieden?, Könnte der Westen die Situation nicht einfach ignorieren und muss der Westen überhaupt reagieren? Wenn ja, aber dann wie?
Aus unübersichtlichen und verschiedenen Glaubensrichtungen innerhalb des Islams, hat sich der sogenannte „Islamische Staat“ als die wohl gefährlichste Terrorgruppe unserer Zeit herausgebildet. Ihre Ableger machen auch in Europa und anderswo durch spektakuläre Terroraktionen und durch das Rekrutieren von Kämpfern von sich reden. Wird der Konflikt in Syrien weiter grausam eskalieren? Kann der „IS“ gestoppt werden bzw. steht der Nahe Osten vor der Wahl zwischen einer dschihadistischen Schreckensherrschaft oder einer Militärdiktatur? Welche Rolle könnte der Westen dabei spielen, um dem Nahen Osten eine bessere Zukunftsperspektive zu verschaffen und wie gehen wir als Europäer mit den Folgen der Krise, u. a. mit den Flüchtlingsbewegungen, um?
Nach seinem Vortrag stellte sich der Referent Fragen aus dem Publikum. Doch auch am Ende des hochinteressanten, mit vielen Hintergrundinformationen gespickten Vortrags nebst Fragerunde blieb dennoch eine gewisse Ratlosigkeit mit Blick auf die Problematik auf Seiten der Zuhörer.
 
Das nächste Sicherheitspolitische Flughafen-Seminar der Landesgruppe Bremen wird am 29. April 2017 stattfinden.

Text und Bilder: M. Pingel
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