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Landesgruppe Bremen

Sicherheitspolitischer Vortragsabend in Bremerhaven




 
Zu einem informativen SiPol-Abend am 10.9.2015 hatte der Landesvorstand Bremen in die Marineoperationsschule (MOS) Bremerhaven eingeladen. KL d. R. Arnold Kröger, Einsatzleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven, referierte über das „Sicherheitskonzept Deutsche Küste“.
 
Landesgeschäftsführer OTL d. R. Thomas Witte begrüßte die Reservisten, darunter die Landesvorstandsmitglieder Dr. Martin Jordan, Jürgen Gießmann, Claas Schott, Karl-Heinz Buchfink und Michael Pingel sowie den Ehrenvorsitzenden der inzwischen aufgelösten Kreisgruppe Bremerhaven, Helmut Köhler.
 
Claas Schott, als stellvertretender Landesvorsitzender zuständig für den Bereich Bremerhaven, gab bekannt, daß künftig am zweiten Donnerstag im September eines jeden Jahres eine SiPol-Veranstaltung in Bremerhaven für die hiesigen Reservistenkameradschaften stattfinden soll.
 
KL d. R. Arnold Kröger machte in seinen hochinteressanten Ausführungen deutlich, daß es ein modernes und vernetztes Konzept an den Küsten der Nord- und Ostsee möglich macht, einen hohen Grad an Sicherheit im Schiffsverkehr von der offenen See bis zu den Liegeplätzen in den Häfen zu gewährleisten. Dazu bedarf es einer präzisen Zusammenarbeit vieler Behörden und Vereine, namentlich der Wasser- und Schifffahrtsämter, der Lotsenbrüderschaften, der Hafenkapitäne, des Zolls, der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr mit ihren Feuerlöschbooten, des Havariekommandos Cuxhaven, der Deutschen Marine (auch mit fliegenden Einheiten) und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
 
Das Ziel ist die reibungslose, ungefährdete Schifffahrt vom Segelboot bis zu den inzwischen 400 m langen Container-Riesen, die Wilhelmshaven, Bremerhaven und Hamburg anlaufen. Für die „Giganten de Meere“ sind die Tiefe der schmalen Fahrrinnen und der gerade herrschende Wasserstand (Ebbe und Flut) besonders wichtig. Deshalb bemühen sich die Länder Hamburg und Bremen darum, die Elbe und die Weser um mindestens 1 m zu vertiefen, damit voll beladene Containerriesen, Autotransporter und Kreuzfahrtschiffe die beiden Häfen auf dem Rücken der Flutwelle überhaupt noch erreichen können. Wilhelmshaven ist bereits ein Tiefwasserhafen mit ausreichend großem und tiefem Wendeplatz vor der Containerkaje.
 
Die Wasser- und Schifffahrtsämter sind auch zuständig für die Kennzeichnung (Betonnung) der Wasserwege, die Wartung der unbemannten Leuchttürme und Bojen, die Funkstrecken von der Außenweser bis zum „Radarturm“ an der Geeste, die Überwachung des Schiffsverkehrs bis zum „Drehkreuz Deutsche Bucht“ in der Nordsee auf Bildschirmen in der Zentrale des WSA, für die Einhaltung von internationalen Verkehrsregeln auf Seewegen, für die Warnung an die Kapitäne vor plötzlich drohenden Gefahrensituationen. Es wird alles getan, um „Unfälle auf See und den Flüssen“ zu vermeiden, die katastrophale Schäden an Wasserbauwerken, Natur, Deichen und anderen Schiffen verursachen sowie den Verkehr behindern könnten.
 
Kommt es doch einmal zu einer Havarie (Aufgrundlaufen, Zusammenstoß, Maschinen- oder Ruder-ausfall, Verrutschen der Ladung, Explosion oder Feuer an Bord, Leckage), wird sofort das dafür zuständige Havariekommando Cuxhaven eingeschaltet, das die Gefahrenabwehr- und Rettungsmaßnahmen übernimmt, koordiniert bzw. leitet.
 
Das Havariekommando ist eine Bund-Länder-Behörde, die Weisungsbefugnis besitzt und diejenigen Schiffs- und Flugeinheiten zur Schadensbekämpfung anfordert und einsetzt, die erforderlich sind.
 
Einzelne, auch schwere Unfälle in letzter Zeit in Nord- und Ostsee haben dies anschaulich belegt.
 
KL d. R. Arnold Kröger schloss mit dem Satz: „Die Technik ist gut, aber der Mensch funktioniert nicht immer ohne Fehler. Unfälle, auch auf See, passieren meist nicht, sondern werden verursacht!“
 
Trotzdem, die Wasser- und Schifffahrtsämter als wichtiger Teil des „Sicherheitskonzepts Deutsche Küste“ tun alles, diese Sicherheit auf Deutschlands nördlichen Wasserstraßen zu gewährleisten.
 
Landesgeschäftsführer Thomas Witte dankte dem Referenten für seine aufschlussreichen Ausführungen, die auch für Küstenbewohner viel Neues und Interessantes gebracht haben.
 
Der Landesvorstand Bremen lud anschließend zu einem Grillabend auf die Terrasse der GHG der MOS ein.
 
 

Text: Jürgen Sandmann, RK 30 / mp
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