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Vom Flakleitstand zum militärhistorischen Museum




  • Von Martin Korol, Stellv. Landesbeauftragter Ü 65
  • 11.06.2019
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Mit der Geschichte Bremens kennen wir Reservisten 60+, wohnhaft in Bremen und umzu, uns ganz gut aus. Schon als Bubis wussten wir, dass Bremen immer eine starke Rüstungsindustrie hatte und dass bei Focke-Wulf während des Zweiten Weltkrieges die FW190 gebaut wurde, ab 1941 der zweite Standardjäger neben der Messerschmitt Bf 109. Von der FW 190 wurden sage und schreibe 19.500 Stück produziert. Urvorstellbar. Das wussten nur wenige von uns, bis wir am 21. März 2019 das militärhistorische Museum „Alter Flakleitstand“ in Nordenham-Grebswarden besuchten. Da erfuhren wir das und noch viel mehr. Das Museum war ab 1943 ein Flakleitstand gewesen. Nach verschiedenen Nutzungen entstand an diesem Ort 2004 ein Museum, das ehrenamtliche Geschichtsforscher wie der Reservist Richard Langner zu einem Schatzkästchen machten. Was es da alles zu sehen gab: Uniformen und Waffen aus der Zeit ab 1800 bis 1864, als es ein Großherzogtum Oldenburg gab, das natürlich auch eine Armee hatte; Uniformen, Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Plakate aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, aus der Phase der Revolution von 1918-1919 und aus der Zeit der Weimarer Republik, des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges. Damit nicht genug: auch die Nöte der Nachkriegsjahre und der Wohlstand der Fünfzigerjahre sind da anschaulich dokumentiert – bis hin zu Kofferradio, Plattenspieler, Toaster und einem Fernsehgerät Graetz Modell „Landgraf F 29“, Kaufpreis damals 1098 DM! Das war die Welt unserer Jugend. Da erschollen immer wieder Rufe „Komm mal her. Sieh Dir das mal an!“

Zweieinhalb Stunden lang führte uns Richard Langner durch die Ausstellung. Jedes Wort von ihm lohnte. Wussten Sie, dass in den Anfängen der Jagdfliegerei der Pilot Pfeile aus dem Flugzeug gegen den Feind warf, die nicht viel anders aussahen als heute Dartpfeile?! Uns jedenfalls war das neu. Immer wieder fragte von einer nach: „Was?! Das habe ich ja noch nie gehört!“. Dennoch hatte Richard Langner immer wieder große Mühe, und zusammen zu halten. Der eine blieb hier stehen, der andere da und sinnierte über Krieg und Frieden. Ich zum Beispiel kam nicht von den beiden recht gut erhaltenen Rädern aus dem Fahrwerk einer FW 190 los. Daneben war der Rest von einem ihrer Propeller zu sehen.

Zum Schluss blieben wir im Antiquariat des Museums hängen. Ich fand ein Buch „Briefe eines Soldaten aus der französischen Gefangenschaft“ von 1917 und bezahlte dafür zwei Euro. Ich las das Buch in drei Tagen durch und stellte auch da wieder fest: man lernt nie aus.

Ich will damit nur sagen: ein Besuch dieses Museums lohnt alle Mal.

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