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05.10.2017

Dieser Oberstleutnant hat schon viel erlebt

Klaus Ott blickt auf eine bewegte Karriere in Uniform zurück. Nach der Wende erlebte er die Abwicklung der Nationalen Volksarmee und die Übernahme als Offizier in die Bundeswehr mit. Seinen schwärzesten Tag als Soldat erlebte Ott als Militärbeobachter in Georgien.

Der Oberstleutnant d.R. Klaus Ott übte jüngst im Landeskommando Saarland. Er hatte vom früheren Kommandeur des Landeskommandos, Oberst Reinhard Felsmann den Auftrag, die Dienststelle in Fragen der Infrastruktur zu unterstützen.  Der übergeordnete Befehl kam vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen. Im Klartext: Der Reservistendienst Leistende sollte ein Nutzungskonzept der Graf-Werder-Kaserne für die Zukunft erstellen. Die Frage "Wie soll die Kaserne in zehn Jahren aussehen?" umreißt den Aufgabenbereich deutlicher.

Bis 1989 an der Akademie der Pioniertruppen in Moskau
Was befähigte den Reserveoffizier dazu, diesen Auftrag zu erledigen? Ott, in Rothenburg a. d. Saale geboren, absolvierte nach dem Abitur die Offiziersschule der Nationalen Volksarmee (NVA) in Löbau und wurde von 1975 bis 1978 zum Pionieroffizier ausgebildet. Er diente zunächst als Straßenbau-Zugführer, ehe er Kompaniechef der Sperrpionier-Kompanie in Gera wurde. In einer weiteren Verwendung führte er als Kompaniechef von 1983 bis 1984 die Pionierkompanie des Motorisierten Schützenregiments 17 in Halle. Danach konnte er dank seiner russischen Sprachkenntnisse bis 1989 an der Akademie der Pioniertruppen der Sowjetarmee in Moskau studieren.

Es folgte die Verwendung als Kommandeur für Ausbildung im Ponton Regiment 3 in Dessau. In dieser Einheit erlebte er am 2. Oktober 1990 den Auflösungsappell in NVA-Uniform und einen Tag später die Übernahme des Regiments durch die Bundeswehr. Für den Offizier der NVA begannen schlimme Wochen. Er verstand zum Beispiel nicht, warum er vom Major zum Hauptmann zurückgestuft wurde. Er sagt heute noch: "Pionierhandwerk ist schließlich Pionierhandwerk."

Integration in die Bundeswehr
Klaus Ott berichtet weiter, dass es in den ersten Monaten Verständigungsprobleme in der Bundeswehr gab, da unter anderem auch viele fachliche Begriffe ganz anders hinterlegt waren. Er nennt als Beispiel den NVA-Begriff "Pionier-Aufklärung", der bei der Bundeswehr "Pionier-Erkundung" lautete. Er wurde zunächst vorläufig als Soldat auf Zeit übernommen, ehe er Berufssoldat wurde und die Stabsoffiziersausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr absolvieren konnte. Nach mehreren Verwendungen endete  2014 seine aktive Dienstzeit in der Saarlouiser Graf-Werder-Kaserne mit dem Dienstgrad Oberstleutnant.

Die schwärzeste Zeit als Soldat erlebte Ott von Februar bis August 2003. Als Militärbeobachter geriet er bei der UN-Mission UNOMIG in Georgien sechs Tage in Geiselhaft. Bis heute, so berichtet er, sei schleierhaft, wer die Geiselnehmer gewesen wären. Mehr wollte er darüber nicht berichten.
Fred Kiefer

Bild oben:
Klaus Ott nach seiner Befreiung aus Geiselhaft
während einer UN-Beobachtermission in Georgien.
(Foto: privat)

Bild unten:
Klaus Ott hat in der Nationalen Volksarmee
und in der Bundeswehr gedient.
(Foto: Fred Kiefer)


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