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Auf den Spuren des „Kalten Krieges“




Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs war „Fulda-Gap“ bald die Bezeichnung für einen Bereich an der innerdeutschen Grenze. Durch diese Fulda-Lücke wurde ein etwaiger Vorstoß des Warschauer Pakts zum Rhein erwartet, bot er doch mit der Autobahn 4 einen gut ausgebauten, fahrbaren Streifen zwischen den Mittelgebirgen. Wie war das nun damals für die Bevölkerung, die durch den Mauerbau des DDR-Regimes plötzlich von ihren Verwandten, Freunden und Arbeitsplätzen abgeschnitten wurden? Und wie war der Dienst an der Grenze für die alliierten Soldaten oder den Bundesgrenzschutz (BGS; heute: Bundespolizei)?
Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt einer Dienstlichen Veranstaltung des Landeskommandos Hessen, der Frühjahrstagung vom „Arbeitskreis Führung im Gefecht und Einsatz“ (AKFü G/E) der Kreisgruppe Kurhessen im Reservistenverband am Samstag, dem 14. April 2018. Der Leitende, Oberleutnant d.R. Werner Weber aus Wildeck, veranschaulichte den Reservisten – von denen einige erst zur Wendezeit geboren wurden, andere selbst direkt an der Grenze lebten oder nachher in der Bundeswehr grenznah dienten – die Umstände und Schwierigkeiten im Kalten Krieg. Unterstützt wurde Weber durch Oberstleutnant d.R. Andreas Petry aus Wanfried, der auch direkt an der Grenze aufwuchs. Die Exkursion begann am Mahnmal Bodesruh, wo Weber den Werdegang von 1945 bis zum Mauerbau historisch aufzeigte. Die praktischen Auswirkungen auf die Menschen der Region zeigte er an der ehemaligen Grenze im nahegelegenen Großensee / Kleinensee.

Den Einsatz der US-amerikanischen Streitkräfte veranschaulichte der Besuch des früheren Beobachtungspunktes an der Autobahn 4, Point Romeo, und des Aussichtsturms am Point India. Hier, im verwinkelten Grenzverlauf, zwischen Bergen und Wäldern wurde deutlich, wie schwer die Grenze zu überwachen war. Über die Auswirkungen auf den Reiseverkehr und Grenzkontrollen ließen sich die Reservisten aus erster Hand in Obersuhl informieren. Polizeihauptkommissar im BGS a.D. Hans-Karl Kliem führte die Gruppe am Grenzlehrpfad entlang und beschrieb bildhaft diese Zeit. Der Obersuhler Bürgermeister, Alexander Wirth, selbst ehemaliger Wehrpflichtiger, ließ es sich nicht nehmen, die Reservisten in seinem Ort zu begrüßen und die Führung zu begleiten. Besonders eindrucksvoll war der Besuch der einstigen Grenzübergansstelle an der Bahnstrecke Bebra-Eisenach. (Der Grenzlehrpfad ist auch unter http://www.wildeck.de/index.php/wildecker-grenzmuseum/der-grenzlehrpfad zu sehen.)

Abgerundet wurde der Tag durch den Besuch an der Sowjetischen Kriegsgräberstätte in Herleshausen. Bürgermeister Burkhard Scheld und Altbürgermeister Helmut Schmidt schilderten anschaulich die Entstehung dieses einmaligen Friedhofs und die Begegnungen mit Angehörigen, die zum Teil erst aus den Friedhofsunterlagen Fotos ihrer Väter zu sehen bekamen. Zur Zeit des Krieges war die Fotografie noch nicht in allen Teilen Russlands verfügbar. Besonders dankten beide Bürgermeister der Reservistenkameradschaft (RK) Südringgau. Die Kameraden pflegen die Kriegsgräber seit vielen Jahren ehrenamtlich und sorgen dafür, dass die Besucher schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen können. Bleibt für alle zu hoffen, dass sich Ereignisse wie Weltkrieg und Kalter Krieg nicht wiederholen. Die Sowjetische Kriegsgräberstätte Herleshausen im Internet: http://www.volksbund.de/kriegsgraeberstaette/herleshausen.html

Ein Herzliches Dankeschön von allen Teilnehmern an die RK Südringgau für die Durchführung und Versorgung bei dieser gelungenen Veranstaltung!

Text Alexander Wendt
Fotos: Alexander Wendt / Manfred Klünder
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