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loyal-Titelthema der Ausgabe April 2021




MGCS – Ein neues Kampfsystem für das Heer

von André Uzulis

Deutschland und Frankreich wollen den Kampfpanzer der Zukunft bauen. Dahinter steckt nicht nur ein einziges Fahrzeug, sondern ein vernetztes System. Die Anforderungen sind hoch. Die Gefahr des Scheiterns ist es auch.

„Die Stärke des Leoparden ist die Furcht vor dem Leoparden“, lautet ein traditionelles Sprichwort aus Afrika. Das gilt auch für den nach der Großkatze benannten Kampfpanzer Leopard II. Das seit 1978 in Serie gebaute Waffensystem wird von Armeen in aller Welt als deutsches Spitzenerzeugnis geschätzt und von vielen Experten nach wie vor als bester Panzer aller Zeiten betrachtet. 3600 Stück sind davon bislang beim deutschen Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und seinen Lizenznehmern in anderen Ländern produziert worden – es ist eine auch kommerzielle Erfolgsgeschichte. Einst als Rückgrat der NATO zur Abwehr von Panzerverbänden des Warschauer Pakts konzipiert, kam der Leopard II bei der KFOR-Truppe im Kosovo vor gut 20 Jahren erstmals zum Einsatz. Dänemark und Kanada nutzten ihn auch bei der ISAF-Mission in Afghanistan. Die Türkei setzte ihn in Syrien ein. Wie sein Namensgeber aus dem Tierreich wirkt der Leopard II allein schon durch die Furcht vor ihm – vor seiner überlegenen Technologie, ohne dass er auch nur einen einzigen Schuss abgegeben hätte. Doch nach über 40 Jahren im Dienst sind die Tage des Leopard II gezählt.

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Der französische Leclerc ist zwar jüngeren Datums, seine Entwicklung begann 1982, die erste Einheit wurde 1996 ausgeliefert. Aber auch bei diesem Modell tickt die Uhr. Ewig wird man den Leclerc ebenso wie den Leopard II nicht modernisieren und für die Anforderungen des Gefechtsfelds der Zukunft nachrüsten können. Deutschland und Frankreich haben sich daher entschlossen, den Panzer der nächsten Generation gemeinsam zu entwickeln. Das Projekt trägt den wenig emotionalen Titel „Haupt-Landkampfsystem“, es wird nach seiner englischen Begrifflichkeit Main Ground Combat System kurz MGCS genannt. Dahinter steckt kein einzelnes zu entwickelndes Fahrzeug mehr, sondern – wie die Bezeichnung schon sagt – ein ganzes Verbundsystem, eine Kombination aus heute zum Teil noch futuristisch anmutender Hochtechnologie, Big Data und Waffentechnik. Überlegenheit und Durchsetzungsfähigkeit lauten die Ziele. Der Zeithorizont für seine Einführung ist das Jahr 2035. Dann soll das MGCS Leopard II und Leclerc ersetzen.

Im Bundesverteidigungsministerium hat man ambitionierte Vorstellungen von dem, was das MGCS sein soll. Der zuständige Unterabteilungsleiter Brigadegeneral Holger Draber zeichnet gegenüber loyal das ganz große Bild eines Waffensystems der Zukunft und räumt dabei mit der Vorstellung auf, dass es sich lediglich um einen neuen Panzer handelt. Tatsächlich ist es wesentlich mehr als das: „Wir wollen ein für die Bündnis- und Landesverteidigung maßgebliches System, das in jeder Hinsicht auf dem Gefechtsfeld der Zukunft überlegen ist. Das wird eine Basisplattform sein, die in die eine oder andere Richtung ausgebaut werden kann.“ Das Besondere: „Nur eines der darauf fußenden Fahrzeuge wird Ähnlichkeit haben mit dem, was wir heute unter einem Kampfpanzer mit klassischer Rohrwaffe verstehen. Wir werden daneben auch Fahrzeuge haben, die mit anderen Effektoren ausgestattet sind. Vorstellbar sind Hochgeschwindigkeitsraketen, Drohnen, Laser und weit reichende Wirkmittel jenseits der Sichtlinie. Dazu Führungs- und Kommunikationsplattformen“, so Draber. Was genau schließlich entwickelt wird, ist noch Zukunftsmusik. Das soll später entschieden werden. Jetzt geht es zunächst einmal darum, bis 2024 Technologiedemonstratoren für einzelne Komponenten zu entwickeln. Daraus soll bis 2028 ein Gesamtsystemdemonstrator werden. Dieser wird zeigen, welche Fahrzeugtypen, Waffen und sonstigen Komponenten am Ende genutzt werden können. Zu gegebener Zeit soll das Projekt dann auch für weitere europäische Nationen geöffnet werden…

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