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loyal-Titelthema der Ausgabe Februar 2020

Die Arktis galt einst als unnützes Niemandsland. Doch nun wächst die Konkurrenz um die wertvollen Ressourcen. Russland hat die Nase vorn – noch.

Machtpoker in der Arktis

von Christoph Seidler

Quizfrage: Wie viele US-Präsidenten haben während ihrer aktiven Zeit den Bundesstaat Alaska besucht? Waren es – Antwort A – 35? Oder womöglich – Antwort B – 15? Oder aber fand – Antwort C – nur ein einziger amtierender Präsident den Weg in den hohen Norden? Die Auflösung: Als Barack Obama im September 2015 eine Klimaschutz-Konferenz in Anchorage besuchte, tat er etwas, das tatsächlich noch keiner seiner Vorgänger getan hatte: Er setzte während seiner Amtszeit einen Fuß in denjenigen Teil seines Landes, der zur Arktis gehört. Kurz vor dem Weltklimagipfel in Paris wollte Obama ein Zeichen setzen, wollte seine Sorge um das Weltklima und dessen Rettung zum Ausdruck bringen und sich gleichzeitig als guter Sachwalter der Interessen seines Landes im hohen Norden inszenieren. „Die Vereinigten Staaten sind, natürlich, eine arktische Nation“, erklärte der Präsident in seiner Rede.

Formal ist die Feststellung ohne Zweifel richtig. Doch vor und nach dieser Reise haten sich die Verantwortlichen in Washington bis auf ein paar wenige Fachpolitiker so gut wie gar nicht für die Arktis interessiert. Zumindest ein Indiz dafür ist auch die Zahl der schweren Eisbrecher, über die das Land verfügt: Es ist genau einer, die 44 Jahre alte „Polar Star“. Dazu kommt die deutlich kleinere, 1999 in Dienst gestellte, „Healy“. Das war’s.

Natürlich ist die Zahl der Eisbrecher allein kein präziser Indikator dafür, welche militärische Macht die USA in der Arktis projizieren kann. Sie ist aber, ähnlich wie die Zahl der Präsidentenbesuche, ein Hinweis für die geringe Bedeutung der Region im Politikbetrieb des Landes. In Russland ist die Sache anders. „Russland verfügt über eine langfristige, tragfähige Strategie für die Arktis, die es zu verfolgen begann, bevor andere die strategische Bedeutung der Region vollständig erkannt haben“, bilanziert man etwa beim European Council on Foreign Relations. Rund zwei Millionen Menschen in Russland leben jenseits des Polarkreises. Das sind drei Mal so viele wie in Alaska. Im Norden betreibt Moskau auch wichtige Militärbasen und Rohstoffprojekte. Ein brandneuer Atomeisbrecher für den Einsatz im Arktischen Ozean, die „Arktika“, wird gerade in Dienst gestellt. Drei weitere Schwesterschiffe werden gebaut. Dazu kommen die schweren Atomeisbrecher „Jamal“ und „50 Let Pobedy“, die bereits seit Jahren in der Arktis im Einsatz sind und zahlreiche kleinere Schiffe. Die Größe der russischen Eisbrecherflotte wird mit etwa 40 angegeben.

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