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loyal-Titelthema der Ausgabe Januar 2021




Verhalten optimistisch

von Julia Weigelt

Frauen haben seit 20 Jahren Zugang zu allen Laufbahnen der Bundeswehr. Seitdem hat sich bei der Gleichstellung und im Umgang mit männlichen Soldaten viel getan. Gleichzeitig berichten Soldatinnen immer wieder über mangelnden Respekt und offene Feindseligkeit von Kameraden. loyal hat sich in der Truppe umgehört.

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, gibt sich zunächst optimistisch. „Ich finde, es läuft besser als manch eine oder manch einer vermutet. Frauen sind akzeptiert in der Truppe und leisten verantwortungsvoll ihren Dienst“, sagt Högl, die zweite Frau im Amt des Wehrbeauftragten. Wenn man dem glauben soll, scheint es keine Probleme zu geben. Fragt man Soldatinnen, wie sie ihren Dienst erleben, zeichnet sich zuweilen ein anderes Bild ab.

Zum Beispiel bei Leutnant zur See Nariman Hammouti. Die Marinesoldatin ist seit 2005 bei der Bundeswehr und erlebt etwa in Besprechungen immer wieder, dass ihre Kameraden ihr weniger Respekt entgegenbringen. „Dann wird jeder mit Dienstgrad angesprochen. Herr Oberstleutnant, Herr Major, Herr Hauptfeldwebel, Herr Obermaat – Frau Hammouti.” Hammouti stellt fest, sie habe sich ihren Dienstgrad hart erarbeitet und bei der Anrede denselben Respekt verdient wie männliche Kameraden.

Manchmal sagen ihr Kameraden allerdings ihre Ablehnung direkt ins Gesicht, wie einmal bei einem Bundeswehrempfang. Dort lief die Tochter marokkanischer Eltern auf dem Weg zu ihrem Tisch an einer Gruppe von Stabsoffizieren vorbei. „Dann wurde ich da angehalten, ein Stabsoffizier sagte: ‚Hier, Sie trinken auch mal was mit uns‘, und ich trinke keinen Alkohol, deswegen hab ich dann gesagt: Ich bin langweilig, ich trinke nur Wasser. Und dann ist es aus einem Stabsoffizier, einem Fregattenkapitän, herausgeplatzt: ,Ach Sie! Sie sind doch nur Offizier und Berufssoldat geworden, weil Sie eine Frau sind, Migrationshintergrund haben und Muslima sind. Wenn Sie jetzt noch eine Lesbe wären, würden Sie perfekt ins Beuteschema der Ministerin passen.‘“

Selbst die Wehrbeauftragte Eva Högl ist für einen Moment fassungslos, als sie die Geschichte hört: „Da bleibt mir die Sprache weg. Dass im Jahr 2020 so eine öffentliche Äußerung von Führungspersonen gegenüber einer Frau überhaupt möglich ist. Das ist natürlich unglaublich.”

[…]

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