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loyal-Titelthema der Ausgabe Mai 2020

Das Coronavirus zeigt die Schwächen der deutschen Krisenvorsorge. Der Mangel an Schutzausrüstung war absehbar. Gehandelt wurde nicht – wider besseren Wissens.

Bedingt vorbereitet

von André Uzulis

Ein verheerendes Virus hat Deutschland 2007 heimgesucht. Durch eine katastrophale Grippeepidemie kommen 102.000 Menschen ums Leben, 370.000 Infizierte müssen stationär behandelt werden, 27 Millionen Menschen erkranken – also fast jeder dritte Einwohner der Bundesrepublik. Die deutschen Arztpraxen werden wegen der Grippefälle 13 Millionen Mal aufgesucht.

So sah im November 2007 das Szenario der Zivilschutzübung Lükex aus, die alle zwei Jahre in Deutschland stattfindet. Lükex steht für „Länder- und ressortübergreifende Krisenmanagementübung“. Bei der zweitägigen Übung ging es damals um eine Influenza-Pandemie. Das zugrunde liegende Szenario mit mehr als hunderttausend Toten wurde als „mittelschwer“ bezeichnet.

Das Thema Pandemie beschäftigte die Bundesregierung aber nicht nur einmal in den vergangenen Jahren. Gut fünf Jahre nach der Lükex-Übung ging die Regierung in einer Risikoanalyse vom 3. Januar 2013 (Bundestags-Drucksache 17/12051 – PDF-Download) der Frage nach, was wohl passiert, wenn Deutschland von einem neuartigen Corona-Virus heimgesucht würde. Das Szenario war noch erschreckender als bei Lükex – und derart nah an dem, was wir gerade erleben, dass es sich geradezu wie ein Drehbuch der aktuellen Situation liest, auch wenn in dem Szenario von einer deutlich größeren Opferzahl ausgegangen wird als sie sich bislang real abzeichnet.

Und so sah die Annahme 2013 aus: Der aus Südostasien stammende Erreger, der ursprünglich bei Wildtieren vorkommt, springt Anfang Februar auf einem asiatischen Markt auf Menschen über. Die ersten Fälle in Deutschland treten wenig später bei Reisenden auf, die sich in Südostasien angesteckt haben. Eine infizierte Person besucht eine Messe „in einer norddeutschen Großstadt“, die zweite ist Student „in einer süddeutschen Universitätsstadt“. Ausgehend von diesen beiden Fällen breitet sich das Virus rasend schnell aus, jeder Infizierte steckt zunächst durchschnittlich drei weitere, später aufgrund von Gegenmaßnahmen wie Isolierung und Quarantäne 1,6 weitere Menschen an. Es gibt kein Medikament und keinen Impfstoff, die Bevölkerung ist nicht immun. Acht Prozent der Gesamtbevölkerung erkranken gleichzeitig. Von den Erkrankten stirbt jeder Zehnte. Die Pandemie zieht in drei Wellen innerhalb von drei Jahren über Deutschland hinweg. „Mindestens 7,5 Millionen“ Menschen sterben als direkte Folge der Infektion, so wird es im Szenario angenommen. Hinzu kommt eine ungenannte Zahl weiterer Opfer, weil das Gesundheitssystem heillos überfordert ist und die Betroffenen keine medizinische Versorgung oder Pflege erhalten. Erst nach 36 Monaten ist ein Impfstoff verfügbar.

[…]

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