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loyal-Titelthema der Ausgabe November 2021




Bruderzwist um Künstliche Intelligenz

von Ulrike Franke

Europa und die USA kommen an Künstlicher Intelligenz (KI) nicht vorbei, wenn sie die Systemkonkurrenz mit der Volksrepublik China bestehen wollen. Doch spricht man auf beiden Seiten des Atlantiks nicht dieselbe Sprache, wenn es um den letzten Stand dieser Computertechnologie geht. In Europa sieht man KI eher als wirtschaftliches und ethisches Problem – in den USA als Chance für die Sicherheitspolitik. Doch gerade das Militär könnte helfen, die EU und die USA bei der Künstlichen Intelligenz zusammenzuführen.

Wir befinden uns in einem Wettbewerb mit China, und die Künstliche Intelligenz steht im absoluten Zentrum dieses Wettbewerbs.“ Diese Aussage eines Mitglieds der US-amerikanischen Sicherheitskommission zu KI fasst die aktuelle Denkweise in den USA gut zusammen. KI ist zu einem zentralen Element des geopolitischen Wettbewerbes zwischen den Vereinigten Staaten und China geworden, und beeinflusst zunehmend die globale Machtbalance. Europa muss sich nun positionieren. Trotz handfester Wirtschaftsinteressen gegenüber China ist den meisten Beteiligten klar, dass es für Europa keine Äquidistanz zwischen den USA und China geben kann. Der Westen ist mit seinen Werten und Interessen den Vereinigten Staaten schlicht ungleich näher als China. Die USA sind zudem Europas wichtigster Sicherheitspartner. In der Tat gibt es – und das nicht erst wieder unter US-Präsident Joe Biden – in den USA den Wunsch, mit Europa zusammenzuarbeiten.

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Auch Europa ist nach einer Phase, in der der Fokus zunächst auf der Unterstützung der heimischen KI-Forschung, -Gesetzgebung und -Regulierung lag, daran interessiert, über den europäischen Tellerrand hinauszublicken. Auf dem US-EU-Gipfel im Juni beschlossen die Partner, einen gemeinsamen „Handels- und Technologierat“ zu gründen, der die Technologiezusammenarbeit fördern soll.

Beiderseits des Atlantiks ist man also motiviert, bei KI miteinander zu kooperieren. Doch spricht man auf beiden Seiten des Atlantiks bei diesem Thema nicht dieselbe Sprache. Drei Trends könnten der transatlantischen KI-Zusammenarbeit Probleme bereiten: auseinanderdriftende Motivationen für die Kooperation, transatlantische Entfremdung und europäische Bemühungen um digitale Autonomie.

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