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loyal-Titelthema der Ausgabe Oktober 2020




Die Vereinigten Staaten stehen vor einer Richtungsentscheidung, wie es sie in ihrer Geschichte noch nie gegeben hat. Verabschieden sich die USA endgültig von allem, für das sie in der freien Welt geschätzt wurden?

Scherbenhaufen oder neues Vertrauen

Von André Uzulis

Im Herbst 2017 legte der amerikanische Präsident Donald Trump auf dem Weg zu einer zweiwöchigen Asienreise einen Zwischenstopp auf Hawaii ein. Er wurde mit den traditionellen Blütenhalsketten begrüßt und besuchte das USS-Arizona-Memorial, die Gedenkstätte für die beim Angriff auf Pearl Harbour gefallenen Seeleute. Dabei fragte er seinen damaligen Stabschef John Kelly: „Hey John, worum geht es hier? Was besichtigen wir gerade?“ Trump schien keine Ahnung davon zu haben, dass japanische Flugzeuge den amerikanischen Marinestützpunkt im Jahr 1941 bombardiert hatten. Immerhin führte dieser Angriff zum Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg und in letzter Konsequenz zum Einsatz von zwei Atombomben.

Den indischen Premierminister Narendra Modi wies Trump bei einem Staatsbesuch zurecht, nachdem dieser ihn auf das aggressive Verhalten Chinas aufmerksam gemacht hatte: „Es ist ja nicht so, als würde China direkt an Ihrer Grenze stehen.“ Daraufhin entglitten Modi die Gesichtszüge. Denn: Indien und China haben eine 3.500 Kilometer lange gemeinsame Grenze, an der es jedes Jahr zu hunderten militärischen Zwischenfällen kommt. 1962 drangen chinesische Truppen tief nach Indien vor und standen am Brahmaputra; es gab 2000 Tote. Peking erhebt Anspruch auf den indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh. Trump wusste von alldem nichts.

Seine fehlenden Kenntnisse in Geschichte und Geografie sind von Journalisten und Weggefährten seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 in etlichen Enthüllungsbüchern beschrieben worden. Die ganze Welt schüttelt über ihn den Kopf. Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Denn das Amt des amerikanischen Präsidenten gilt als das mächtigste der Welt; er gebietet über die stärkste Streitmacht des Planeten und über das nach Russland zweitgrößte Atomwaffenarsenal. Da sollte ein gewisses Basiswissen Teil der Stellenbeschreibung sein, sollte man meinen.

Trump selbst bezeichnet sich als „stabiles Genie“ und ist bar jeglicher realistischer Selbsteinschätzung. Auf Rat verzichtet er, denn er weiß ohnehin alles besser. Bei einem Besuch im so genannten „Tank“, dem Raum im Pentagon, in dem der Generalstab tagt, hatten sein Vize Mike Pence, Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis einmal versucht, Trump zu erklären, warum die USA von der Mitgliedschaft in der NATO und von weltweiten Militärbasen profitieren. Trump wischte das alles vom Tisch und versteifte sich darauf, die Verbündeten für den Schutz durch die USA zahlen zu lassen. Sein Kommentar zu den Ausführungen der Militärs und Fachpolitiker gipfelte in den Worten: „Mit solchen wie Euch würde ich mich auf keinen Krieg einlassen. Ihr seid nichts als ein Haufen Weicheier und Babys.“

[…]

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