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loyal-Titelthema der Ausgabe September 2020

Drohnen bestimmen immer mehr das Bild bewaffneter Konflikte. Doch gerade hier hat die Bundeswehr ein massives Rüstungsproblem. Das wird sich in absehbarer Zeit kaum ändern.

Der Nachzügler

von Björn Müller

Sommer 1995, im Bosnienkrieg startet erstmals eine „Predator“-Drohne der USA zu einem Aufklärungsflug. Eine eigene Drohne derselben Kategorie erhält die Bundeswehr frühestens 2027 – mehr als dreißig Jahre nach den US-Streitkräften. Die Beschaffungsvorlage zur so genannten Eurodrohne will das Verteidigungsministerium im Herbst dem Bundestag vorlegen. Wird sie bewilligt, rechnet das Wehrressort mit sieben Jahren bis zur Lieferung des ersten Systems, so eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums gegenüber loyal. Ob aber die Vorlage überhaupt kommt, ist unsicher. Die Produzentenriege um Airbus und die Projektnationen Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien streiten verbissen über den Preis. Abgesehen von taktischen Klein-Systemen ist die Rüstung mit mittleren und größeren Drohnen bis heute ein Offenbarungseid der deutschen Streitkräfte. Das hat Gründe und wird mit Blick auf die militärischen Ambitionen der Bundeswehr immer mehr zum Problem.

So beerdigte die Bundeswehr zum Jahresauftakt ihr Vorhaben „Pegasus“. Es war der vorerst letzte Versuch, eine hochfliegende Drohne mit langer Stehzeit für eine effiziente Aufklärung zu beschaffen. Der Bundeswehr wurde ihr Unvermögen, ein umfassendes Lagebild zu erstellen, bereits im Kosovokrieg 1999 deutlich vor Augen geführt. Hier waren die Deutschen völlig auf US-Technologie wie Satelliten angewiesen. Sie mussten darauf vertrauen, dass die Zielauswahl der Amerikaner für Angriffe der Bundeswehr-Tornados deutschen Einsatzregeln entsprach. Nach diesen Erfahrungen war die damalige Bundeswehr-Führung um Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) erpicht darauf, die eigenen Aufklärungsfähigkeiten zu verbessern. Zudem waren die damaligen Bundeswehr-Flugzeuge zur weiträumigen Überwachung schon veraltet. Das war der Beginn einer langen und wenig erfreulichen Geschichte.

Von 2000 an wurde die Beschaffung des Modells „Global Hawk“ betrieben – eine Drohne der größten Klasse „Hale“. In diesen Drohnen-Typ sollte das Überwachungssystem „Isis“ aus deutscher Entwicklung eingebaut werden. Doch das strategische Rüstungsvorhaben wurde stümperhaft gemanagt. Die Militärs beschönigten Risiken, nur um die Drohne zu bekommen. Der Bundestag kontrollierte schlecht. Das Projekt lief schon mehr als zehn Jahre, als sich herausstellte, dass eine Zulassung nach Bundeswehr-Richtlinien weitere 500 Millionen Euro kosten würde. Nach dem Abbruch des Projekts 2013 folgte „Pegasus“ über den „Global Hawk“-Nachfolger „Triton“. Dieses Vorhaben wurde nun ebenfalls wegen eskalierender Kosten beendet. Als Träger von „Isis“ soll jetzt ein handelsüblicher Business-Jet gekauft werden. Die Bundeswehr hat mit Isis zwar modernere Aufklärungstechnik als zur Jahrtausendwende, aber keinen besseren Träger mit überlegener Stehzeit. Ein Trippelschritt in nun zwanzig Jahren.

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