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Loyal – Titelthema des Monats Juni 2014




Bundeswehr-Angehörige sollen Dienst und Privatleben besser vereinbaren können. Die Streitkräfte wollen sich so als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Es gibt längst entsprechende Vorschriften, doch der Soldatenberuf ist kein Beruf wie jeder andere

Krieg ist nicht familienfreundlich

Von Julia WeigeltEs platzt aus Sophie Neumann* geradezu heraus: „Beschissen“, sagt sie auf die Frage, wie es ihr geht, wenn sie an den nächsten Auslandseinsatz ihres Mannes denkt. Am liebsten wolle sie sich überhaupt nicht damit beschäftigen. Einfach ausblenden. Verdrängen. Denn Sophie Neumann hat Angst. Nicht so sehr um das Leben ihres Mannes. Sondern um seine Seele. Als Hauptfeldwebel Ralf Neumann nach seinem jüngsten Einsatz aus Afghanistan zurückkam, sei er nicht mehr der Mann gewesen, den sie geheiratet habe.

In der von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angestoßenen Debatte um die bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Dienst in der Bundeswehr geht es derzeit vor allem um die „Soft Skills“, die weichen Faktoren wie Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit, Personalplanung und Personalführung. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass der Dienst in den Streitkräften familienfreundlicher gestaltet werden müsse, um im Kampf mit der Wirtschaft und anderen öffentlichen Institutionen um Nachwuchs und Fachkräfte nicht den Kürzeren zu ziehen. Auch Hauptfeldwebel Ralf Neumann muss sich immer wieder mit Vorgesetzten herumärgern, die kein Verständnis für seine familiären Belange aufbringen. Doch das war es nicht, was seine Ehe vor eine Zerreißprobe gestellt hat. Es waren vielmehr die Folgen seiner Auslandseinsätze. Und dagegen helfen weder Kindergartenplätze noch Teilzeitarbeit.

* Die Namen wurden auf Wunsch der Familie verändert.