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Die Reserve

„Aktive und Reservisten bilden die Bundeswehr“

Die Strategie der Reserve (SdR) und die Territorialen Aufgaben der Bundeswehr standen – neben anderen Themen – auf der Tagesordnung bei der 60. Sitzung des Beirates Reservistenarbeit. Zu den Vertretern der Verbände sprachen unter anderem der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, der Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben, Generalmajor Carsten Breuer, und der Referatsleiter für Reservisten- und Veteranenangelegenheiten Oberst i.G. Peter Haupt.

Generalmajor Carsten Breuer, Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin, trägt bei der 60. Beiratssitzung vor.

(Foto: Sören Peters)

Beirat Reservistenarbeit

Oberst i.G. Peter Haupt, als Referatsleiter FüSK III 4 zuständig für Reservisten- und Veteranenangelegenheiten, stellte bei der Tagung in Remagen die Strategie der Reserve vor und was sich daraus ableitet. „Was wir der Gesellschaft kommunizieren müssen: Es ist nicht so, dass wir die Strategie der Reserve neben der Bundeswehr fahren, sondern Aktive und Reservisten sind eine Bundeswehr“, sagte Haupt. Denn: Das Aufgabenspektrum der Reserve und dessen Ausgestaltung leitet sich aus dem Fähigkeitsprofil der geforderten Fähigkeiten der Bundeswehr ab. Eine große Rolle ordnet er der Rolle Deutschlands als strategische Drehscheibe und damit zusammenhängend im Host Nation Support zu. Erkenntnisse dazu erhofft sich Haupt nach der Großübung „US Defender 2020“ mit mehr als 20.000 US-Soldaten, die u.a. durch Deutschland verlegen werden.

Reserve: einsatzbereit, in der Heimat, immer mit dabei

„Erfreulich interessiert“ ist nach Aussage von Haupt die Arbeitgeberseite, konkret der Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Immerhin sollen nicht nur die übungswilligen Reservisten am Ende profitieren, sondern auch die freistellenden Arbeitgeber. Das Landesregiment Bayern bezeichnete Haupt „gerade jetzt“ als einen „Glücksfall, weil es auch als Test- und Versuchsverband – quasi als Katalysator für die neue Reserve – herangezogen werden kann, um Aufgaben und Forderungen, die in der neuen Strategie der Reserve angelegt sind, zu erproben.“ Seine Ansprache beendete er mit dem Dreiklang, mit dem er die Reserve verbindet: Einsatzbereit, In der Heimat, Immer mit dabei.

Was die im Beirat vertretenen Verbände kritisch zur SdR anmerkten, war der geringe Bezug zur Allgemeinen Reserve. Beiratsvorsitzender Generalmajor a.D. Robert Löwenstein: „Die Allgemeine Reserve ist mehr wert, als das, was in der Strategie der Reserve dazu zu lesen ist.“

Weitere Informationen zur Strategie der Reserve
https://www.reservistenverband.de/ratgeber/strategie-der-reserve/

Oberst i.G. Peter Haupt, als Referatsleiter FüSK III 4 zuständig für Reservisten- und Veteranenangelegenheiten, stellt die Strategie der Reserve vor und was sich daraus ableitet. (Foto: Sören Peters)

Territoriale Aufgaben der Bundeswehr

Generalmajor Carsten Breuer, Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin, stellte die Aufgaben des ihm unterstellten Bereichs vor und blickte auf die zurückliegenden Ereignisse, etwa auf die Schneekatastrophe in Bayern, bei der quasi über Nacht 110 Reservistinnen und Reservisten aus den Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien ausgebildet und eingesetzt worden waren. „Schnell reagieren zu können, das ist für uns der Maßstab“, sagte Breuer – auch mit Blick auf die Terrorabwehr.

Aktuell sind Breuers Angaben zu Folge 6.550 Reservisten beordert auf Dienstposten für die zivil-militärische Zusammenarbeit im Inland und mit infanteristischer Befähigung für den Heimatschutz. Positiv sieht der Kommandeur die Ausbildung Ungedienter. So hätten sich in Rheinland-Pfalz für das kommende Jahr 160 Interessierte gemeldet, in Baden-Württemberg liegen 120 Meldungen vor. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stehen für die Bildung neuer Reserven in den Startlöchern. Durch das gemeinsam getragene Pilotprojekt in Berlin unter Federführung des Reservistenverbandes sei das Thema an eine breite Öffentlichkeit herangetragen worden.

Pilotprojekt Landesregiment

Auch das seit Sommer 2019 laufende Pilotprojekt Landesregiment Bayern nimmt für die Territoriale Reserve eine herausragende Stellung ein. Die hier ausgeprägte Regionalität und der dadurch für die Ausbildung reduzierte Zeitaufwand sei ein Faktor – neben der materiellen Ausstattung – um Reservisten langfristig zu binden, sagte Breuer. „Die Erfahrungen, die wir bislang gemacht haben, können wir als Anschubhilfe anderen Piloten zur Verfügung stellen“, sagte der Generalmajor. Hintergrund ist, dass sich erkennbar ein Bedarf an weiteren Landesregimentern abzeichnet.

Der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Beauftragte für Reservistenangelegenheiten, Vizeadmiral Joachim Rühle, gab einen kurzen Überblick über die aktuelle Lage der Bundeswehr. Unter anderem sei mit Blick auf den Bedarf der Reserve auch die Standortplanung unter die Lupe genommen worden. So soll spätestens Anfang des kommenden Jahres klar sein, welche Standorte weiter betrieben werden, so dass auch die Kommunen Planungssicherheit haben. Der Aufwuchs der RSU-Kompanien sollte nach Ansicht des „Stv GI“ schneller von statten gehen. Hier sieht Rühle auch die Beiratsverbände und insbesondere den Reservistenverband in der Pflicht, geeignete Reservisten für einen beorderten Dienst zu werben.

Generalmajor Carsten Breuer (links), Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben in Berlin, Vizeadmiral Joachim Rühle (Mitte), Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Beauftragter für Reservistenangelegenheiten, und der Vorsitzender des Beirates für Reservistenarbeit beim VdRBw Generalmajor a.D. Robert Löwenstein bei der 60. Tagung des Beirates. (Foto: Sören Peters)

Stellvertretender Vorsitzender gewählt

Bei der Sitzung stand auch eine Wahl an: Zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Gremiums wählten die Vertreter der Beiratsverbände für die kommenden drei Jahre Oberst a.D. Harald Borst, Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband und im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.

Über den Beirat

Im Beirat Reservistenarbeit arbeiten auf nationaler Ebene zahlreiche Verbände und Vereinigungen zusammen, um die Belange aller Reservisten in der Gesellschaft noch besser vertreten zu können. Die Beiratsverbände verfolgen dabei gleiche oder ähnliche Zielsetzungen, auch wenn sie teilweise unterschiedliche Organisationen und Strukturen haben. Der Beirat tagt zwei Mal jährlich und vertritt insgesamt mehr als 500.000 organisierte Reservistinnen und Reservisten. Zweck und Zielsetzungen können Sie hier nachlesen: https://www.reservistenverband.de/beirat/

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