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Arbeitstagung FMF in Berlin




Vizepräsident für die Qualifizierung der Reservisten und Förderung militärischer Fähigkeiten tagte mit den Landesbeauftragten in Berlin.
Vom 10. bis 12. Oktober 2008 tagte der Vizepräsident für die Qualifizierung der Reservisten und Förderung militärischer Fähigkeiten, Oberst d.R. Dietrich Achim Kluge, mit den Beauftragten von 12 Landesgruppen in Berlin – die Vertreter des Wehrbereichs III waren bedauerlicherweise verhindert. Traditionelles Tagungszentrum dieser perfekt von Klaus Frank als Referenten organisierten Klausur war das Offizierheim der Julius-Leber-Kaserne. Dies übrigens zum letzten Mal, denn hier stehen ab November langfristige Modernisierungsmaßnahmen buchstäblich "ins Haus". Übrig blieb so nur die Hoffnung der Teilnehmer, dass diese einmalige Atmosphäre auch in Zukunft erhalten bleibt.
Über die vollen drei Tage, begleitet von Oberstleutnant Gerhard Horstmann als dem zuständigen Dezernatsleiter beorderungsunabhängige, freiwillige Reservistenarbeit im Streitkräfteamt, nahm sich die versammelte "Fachexpertise FMF" der Zukunft im Kernbereich militärischer Fähigkeiten an. Allen Beteiligten, darunter auch den Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg und Bayern, war bewusst, dass Zukunftsentscheidungen hier für die Aufstellung des gesamten Verbandes ebenso wie für die Attraktivität gegenüber jungen Wehrpflichtigen und Zeitsoldaten sehr wichtig sind.
Als eindeutig von Präsident Ernst-Reinhard Beck MdB gesetzter Zukunftsschwerpunkt stand deshalb die Modellerprobung für Hilfeleistungen in Deutschland auch hier im Vordergrund. Der drei Tage zuvor initiierte Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Einsatz der Bundeswehr im Innern und bei der Katastrophenhilfe wies breiten Konsens mit der Politik aus. Allerdings wird diese notwendige Klarstellung des Grundgesetzes inzwischen politisch erneut blockiert.
Aus seinen Erfahrungen als Reservist des Fallschirmjägerbataillons 373 beim Einsatz während der Oderflut betrachtete Vizepräsident Kluge die laufende Modellerprobung regionaler Initiativen von Reservistinnen und Reservisten, die sich für Hilfeleistungen der Bundeswehr im Innern engagieren. Das Oder-Hochwasser, so Kluge, sei "die Mutter aller Hilfeleistungen der Neuzeit, denn hier wurden die Rahmenbedingungen für den Einsatz bei den beiden Elbe- und Erzgebirgsfluten geschaffen, die großflächig allein durch Hilfeleistungen der Bundeswehr beherrscht werden konnten".
Die Fähigkeiten der Bundeswehr, auch wenn sie "subsidiär = unterstützend" erbracht werden, sind zur Bewältigung von Katastrophen und besonders schweren Unglücksfällen oft unverzichtbar. Die Durchhaltefähigkeit der aktiven Truppe ist aber begrenzt, qualifizierte militärische Unterstützung durch Reservisten – insbesondere in modularer Gruppen- oder Zug-Gliederung – so wünschenswert. Als besonders positiv hob Kluge hervor, dass sich alle Initiativen darin einig sind, ihren Einsatz nur unter Führung der aktiven Truppe in einem Wehrdienstverhältnis zu sehen und neben der möglichen Spezialisierung wie Deich- oder Brandschutz immer auch als Basisausbildung das ganze Spektrum der militärischen Grundfertigkeiten abzudecken: Selbstschutz-, Pionier-, Fernmelde-  oder Stabs-Ausbildung, wie sie die Truppe benötigt. Dies entzieht auch Konkurrenzdenken von Seiten ziviler Hilfeleistenden den Boden.
Im Schwerpunkt widmete sich diese Tagung der Erarbeitung von Beiträgen für die Erstellung eines "Handbuchs FMF". Es soll als Arbeitshilfe zur ebenengerechten Planung und Durchführung der Qualifizierung und Förderung militärischer Fähigkeiten in den Verbandsgliederungen dienen. In Arbeitsgruppen wurden hierzu geeignete Ausbildungsinhalte für die Handlungsfelder der FMF ausgesucht. Das Handbuch soll auf ein kurzgefasstes Nachweisheft für jeden "aktiven" Reservisten aufbauen, das Teilnahmen an Qualifikationsveranstaltungen sowie bei der Bundeswehr erworbene Fertigkeiten und absolvierte Lehrgänge dokumentiert.
Für die weitere Erarbeitung des Handbuchs FMF werden noch interessierte und erfahrene Reservisten aus allen Gliederungen gesucht.

Text: Dietrich Kluge

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