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Armee für die Sicherheit des Heiligen Vaters




Viermal im Jahr widmet sich die Reservistenarbeitsgemeinschaft (RAG) Bundestag in ihren Sitzungen Aspekten der Bundeswehr und ihrer Reserve. Die Themen der Zusammenkünfte im Deutschen Bundestag sind dabei breit gefächert.

Zur ersten Sitzung im Jahr 2016 hatte der Vorsitzende Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB den Vizestaatssekretär des Schweizer Kantons St. Gallen und Präsident der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten, Lukas Schmucki, eingeladen. Er eröffnete den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Einblick in die Arbeit der Schweizergarde im Vatikan. "Ich bin mir sicher, dass wir trotz der besonderen Stellung dieser Spezialeinheit auch viele Gemeinsamkeiten entdecken werden und Anregungen für die Arbeit in der Reserve in Deutschland gewinnen können", leitete Sensburg ein.

Farbenfrohe Gardisten
Lukas Schmucki war der Einladung nach Berlin gerne gefolgt: "Ich freue mich, Ihnen heute einen Blick hinter die farbenfrohe Kulisse der Schweizergarde geben zu dürfen", begrüßte der Major der Schweizer Luftwaffe die Gäste im Paul-Löbe-Haus des Bundestages. Wie farbenfroh die Gardisten auftreten, kennen viele Deutsche von eigenen Reisen nach Rom, bei denen ein Besuch des Vatikans meist fester Programmpunkt ist. Wer den Anblick live noch nicht genießen konnte, für den hatte Schmucki zumindest seine eigene Uniform mitgebracht: "Die Hellebarde durfte ich leider nicht mit hierher bringen, obwohl sie nicht einmal geschliffen ist", schmunzelte der Schweizer.

Die traditionsreiche Schweizergarde heute
Die Hellebarde, ein Schwert und die gelb-blau-rote Renaissance-Uniform gehören ebenso zur Ausstattung der Gardisten wie moderne Waffensysteme. Die 1506 unter Papst Julius II. gegründete Schweizergarde ist heute das einzig verbliebene von ehemals vier päpstlichen Garderegimentern. Ihre Soldaten durchlaufen die Rekrutenschule (Grundwehrdienst) in der Schweizer Armee. Die rund 110 Mann starke Garde ist für den Schutz des Heiligen Vaters, die Sicherheit und Ordnung in den päpstlichen Residenzen, die Kontrolle der Eingänge zum Vatikan sowie für Ehren- und Ordnungsdienste verantwortlich. "Die besondere Herausforderung dieser Armee besteht darin, auf der einen Seite hochprofessionell zu arbeiten, dabei aber möglichst nicht martialisch zu wirken – eine Gratwanderung, die immer auch vom amtierenden Papst mitbestimmt wird", erklärte Schmucki.

Nachwuchsgewinnung fest in ehrenamtlicher Hand
Auf besonderes Interesse in der RAG Bundestag stieß Schmucki mit den Informationen zur Nachwuchsgewinnung für die kleine, handverlesene Garde. Denn die Informations- und Rekrutierungsstelle für die Schweizergarde wird von seiner Ehemaligen-Vereinigung betrieben – ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis: "Regionale Informationsbeauftragte sprechen interessierten Nachwuchs an. Dabei achten wir besonders darauf, dass die Beauftragten der jungen Zielgruppe gerecht werden." Die Anforderungen an die künftigen Schweizergardisten sind hoch. Nur männliche, unverheiratete, römisch-katholische schweizer Staatsbürger zwischen 19 und 30 Jahren mit einem Gardemaß von mindestens 1,74 Meter und einwandfreiem Leumund sowie hoher körperlicher Fitness können sich für mindestens 25 Monate dem Dienst in der Garde verpflichten. Sie wohnen während ihrer Dienstzeit auf dem Gelände des Vatikans. Diese und die weiteren Anforderungen im Arbeitsalltag bringen Entbehrungen mit sich, der Dienst in der Garde aber auch ein hohes Ansehen.

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Reservistendienst à la Schweizergarde
Auch nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst greift die kleine Schweizergerade immer wieder auf die Expertise der ehemaligen Gardisten zurück. Als sogenannte Aushilfen können ehemalige Angehörige zu besonderen Anlässen zeitweilig wieder in Dienst gestellt werden. Auch dies geschieht über die Vereinigung ehemaliger Schweizergardisten. Der Oberst im Vatikan trägt dazu die Anforderungen an den Verband heran, dieser unterstützt mit der Ansprache möglicher Kandidaten. Weitere Informationen zur Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten finden sich hier.


Nadja Klöpping

Bild oben: Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB (links) hatte Lukas Schmucki,
Major der Schweizer Luftwaffe (rechts), zu einem Vortrag über die
päpstliche Schweizergarde nach Berlin eingeladen (Foto: Nadja Klöpping).

Bild unten: Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB (rechts) mit dem
Schweizer Vizestaatssekretär des Kantons St. Gallen, Lukas Schmucki,
zwischen dessen Uniform der päpstlichen Schweizergarde. Schmucki ist
Major der Schweizer Luftwaffe und war Gardist beim Papst
(Foto: Nadja Klöpping).

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