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Bartels: „Die überstürzte Aussetzung der Wehrpflicht war ein Fehler“




Hans-Peter Bartels, SPD-Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Kiel, wird im Mai das Amt des Wehrbeauftragten vom bisherigen Amtsinhaber Hellmut Königshaus (FDP) übernehmen. Kurz vor seinem Amtsantritt spricht der sozialdemokratische Verteidigungsexperte und Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages über Truppenreduzierungen, die mangelhafte Ausrüstung der Bundeswehr und die Aussetzung der Wehrpflicht.

"loyal": Herr Bartels, Schleswig-Holstein hat bei den vergangenen Truppenreduzierungen besonders zu leiden gehabt. War das aus Ihrer Sicht ein Fehler? Wo müsste gegebenenfalls nachgebessert werden?

Hans-Peter Bartels: Bei der Marine war ja von Peter Struck schon nachgebessert worden. Er hat den Marinestützpunkt Kiel überhaupt erst wieder hergestellt. Den teuren Umzug des Marinehauptquartiers von Glücksburg nach Rostock finde ich immer noch etwas fragwürdig, finanziell und militärisch. Und das Kaputtsparen der staatlichen Materialerhaltungskapazität für die Marine, also die Schließung eines von zwei Arsenalbetrieben, geht am Ende zu Lasten der Schnelligkeit, der Flexibilität, der Einsatzfähigkeit – und des Haushalts. Über den Unsinn des Umzugs der alten Sea Kings von Holtenau nach Nordholz habe ich schon oft genug geklagt.

"loyal": Der vorherige Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein, Oberst Hannes Wendroth, hat bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand das Ende der Wehrpflicht ungewöhnlich deutlich kritisiert. War diese politische Entscheidung auch aus Ihrer Sicht falsch?

Bartels: Die überstürzte Aussetzung war gewiss ein Fehler. Aber der alte Zustand mit Wehrpflichtigen, die nur sechs Monate dienen und einer Ausmusterungsquote die nahe 50 Prozent lag, war auch nicht mehr haltbar. Wir Sozialdemokraten hätten gern das Modell eines freiwilligen Wehrdienstes, anknüpfend an die damals bestehende Struktur mit 25.000 freiwillig Wehrdienstleistenden, umgesetzt, waren aber in der Opposition.

"loyal": Kriegsschiffe, die nicht auslaufen, SAR-Hubschrauber, die nicht starten dürfen… Können Sie als Vorsitzender des Verteidigungsausschusses angesichts der aktuellen Lage guten Gewissens weitere, neue Auslandseinsätze gutheißen?

Bartels: Unsere laufenden Auslandseinsätze binden zurzeit so wenig Personal wie lange nicht, aktuell weniger als 2.500 Soldatinnen und Soldaten. Zu Spitzenzeiten waren es fast 11.000. Aber richtig ist: Die materielle Einsatzbereitschaft, das nervenzehrende Reform-Hin-und-Her, Personalengpässe in Schlüsselbereichen, das alles erfordert dringend eine strukturelle Nachsteuerung, um nicht für jede neue Aufgabe – und die werden kommen – wieder von Grund auf improvisieren zu müssen.

Das vollständige Interview von Lars Bessel mit Hans-Peter Bartels ist in der kommenden "loyal" (April-Ausgabe 2015) auf den Landesseiten von Schleswig-Holstein (Seiten 98 und 99) zu lesen. Verbandsmitglieder können das Heft im geschlossenen Mitgliederbereich – der Community – online lesen. Abonnenten werden die "loyal" voraussichtlich am 1. April im Briefkasten haben.
 

Archivbilder: Hans-Peter Bartels im Gespräch mit dem
sicherheitspolitischen Magazin "loyal"
(Foto: Christian Thiel, "loyal").
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