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Besuch aus dem US-Veteranenministerium




John Dean Dominick sitzt an seinem Schreibtisch. Konzentriert blickt er in seine Unterlagen. Sein Büro ist kahl. Weiße Wände, spärliche Einrichtung. Das liegt daran, dass der Reservistenverband erst vor zwei Wochen die Räumlichkeiten in der Berliner Charlottenstraße bezogen hat. Aber der US-Amerikaner ist auch nicht an Gemütlichkeit interessiert, sondern an seiner Veteranenforschung. Das gibt der Bundeskanzler-Stipendiat in rollendem Englisch zu verstehen.

Dominick ist 32 Jahre alt. Seine Heimatstadt ist Sugarloaf im Bundesstaat Pennsylvania. Studiert hat er an der Georgetown University Staatswissenschaften und Geschichte. Schon seit neun Jahren arbeitet er im United States Department of Veteran Affairs – dem US-amerikanischen Veteranenministerium. Nun ist er in Deutschland, um zu dem Thema zu forschen. Möglich machen das der Reservistenverband und das Bundeskanzler-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Das Bundeskanzler-Stipendium
Bis zu 50 dieser Stipendien werden jährlich an Hochschulabsolventen aus Brasilien, Russland, Indien, China und den USA vergeben. Zehn pro Land. Schirmherrin ist die Bundeskanzlerin, wobei das Programm durch das Auswärtige Amt finanziert wird. Es zielt darauf ab, die Stipendiaten im Rahmen eines einjährigen Aufenthaltes in Deutschland auf zukünftige Führungsaufgaben vorzubereiten. Ihnen bietet sich in dieser Zeit die Möglichkeit, Forschungsvorhaben umzusetzen und sich zu vernetzen. Die Stipendiaten sollen damit über ihren Aufenthalt hinaus zu Mittlern zwischen ihren Heimatländern und Deutschland gemacht werden.

Bewerbung dank Oktoberfest
Nach Deutschland führte Dominick neben seinem Interesse für Geschichte auch seine koreanische Herkunft. "Kim Il Sung und Erich Honecker waren Freunde. Mit der Landesteilung sehe ich viele Parallelen zwischen Korea und Deutschland. Korea steht vor den Problemen, die Deutschland bereits bewältigt hat." Sein Bundeskanzler-Stipendium verdankt er einer Verkettung glücklicher Zufälle: Ein deutscher Bekannter hatte ihn zum Oktoberfest an der Deutschen Botschaft eingeladen. Beim Aufrufen des Internetauftrittes der Botschaft ist er zufällig auf die Ausschreibung der Humboldt-Stiftung für das Bundeskanzler-Stipendium aufmerksam geworden. Im September 2015 hat er die Bewerbung eingereicht – und wurde nach einem dreitägigen Assessment-Center angenommen. In Deutschland ist er seit August 2016. Der Aufenthalt endet voraussichtlich im September 2017. "Ich habe jedoch die Möglichkeit, um drei weitere Monate zu verlängern", sagt er.

Forschungsvorhaben
Die Gastgeberinstitutionen müssen die Stipendiaten selber suchen. Dominick führt ein vergleichendes Forschungsvorhaben zum Thema Veteranenpolitik in Deutschland und den USA durch. Aus diesem Grund hat er sich den Reservistenverband als gastgebende Institution ausgesucht. "Es ist eine tolle Möglichkeit zu sehen, wie Regierungen arbeiten, speziell in einem anderen Land", sagt Dominick dazu. Während das Stipendium seinen Aufenthalt finanziert, bietet ihm der Verband die strukturellen Voraussetzungen für seine Forschung. "Ich habe hier meinen Arbeitsplatz und kann mich über die Kontakte des Verbandes vernetzen. Mit den Mitarbeitern kann ich mich jederzeit beraten. Ich bin sehr dankbar dafür." Ziel seiner Forschung ist es, Ansatzpunkte zu identifizieren, über die das Image der deutschen Veteranen positiv verändert werden kann. Er wünscht sich, dass ihnen – ähnlich wie in den USA – auch hier in der breiten Öffentlichkeit Anerkennung und Respekt entgegengebracht wird. Promovieren will er zu dem Thema aber nicht. "Ich bin mit der Schule fertig", sagt er grinsend.

Angekommen
Die Rahmenbedingungen scheinen zu stimmen. Schon jetzt sagt Dominick: "Ich fühle mich wohl in Deutschland und könnte mir auch vorstellen, für längere Zeit hier zu leben." Der Start in Deutschland ist offenbar geglückt – nicht nur im Sinne des Bundeskanzler-Stipendiums der Humboldt-Stiftung ein voller Erfolg.


Julian Hückelheim

Bild oben: John Dean Dominick an seinem Schreibtisch in Berlin.
(Foto: Victoria Eicker)

Bild unten: John Dean Dominick stellt sein Forschungsvorhaben
bei der Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn vor.
Rechts sein Betreuer beim Reservistenverband Oliver Teige.
(Foto: Ana Carolina Villela Garcia)

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