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Buchbesprechung: „Unsichtbare Veteranen“




Im Miles-Verlag ist der Sammelband "Unsichtbare Veteranen. Kriegsheimkehrer in der deutschen Gesellschaft", der sowohl Fachbeiträge als auch Erfahrungsberichte enthält, erschienen. Ziel des Projekts ist eine größere Diskussion innerhalb der Gesellschaft – wir berichteten über die Buchvorstellung.

Wo es zu militärischen Auslandseinsätzen kommt, kehren die Männer und Frauen, die als VN-Beobachter, humanitäre Helfer oder in Kampfeinsätzen ihr Leben für andere Menschen riskiert haben, nach Lesart des vorliegenden des Buches als Veteranen zurück. Sie sind überall anzutreffen, als Taxifahrer und Banker, als Freunde oder Kollegen. Eine gesellschaftliche Diskussion über das Thema Veteranen hat sich hingegen noch nicht entwickelt, obgleich ihre Zahl angesichts der Bedrohungen rund um den Globus weiter zunehmen wird und viele von ihnen nur versehrt, an Körper oder Geist, heimkehren. Um also eine notwendige Debatte anzustoßen und auch um Veteranen die Möglichkeit zu geben, sich selbst öffentlichkeitswirksam zu äußern, wurde das nun abgeschlossene Buchprojekt initiiert.

Ein ambitioniertes Gemeinschaftswerk
Das vorliegende Buch geht auf einen Aufruf der Diplompädagogen Marcel Bohnert, Major der Panzergrenadiertruppe, und Björn Schreiber, Kapitänleutnant der Reserve, beide mit Erfahrungen aus dem Auslandseinsatz, aus dem Jahr 2014 zurück. Die beiden Herausgeber wollten Autoren aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Presse und Militär für das wichtige, aber noch nicht stark von der Öffentlichkeit beachtete Thema Veteranen gewinnen. Als Verlag konnte unter einer größeren Zahl Interessenten letztendlich der renommierte Berliner Miles-Verlag gewonnen werden. Nichtsdestoweniger handelt es sich um ein rein ehrenamtliches Buchprojekt für den Bund Deutscher Veteranen, alle Erlöse aus dem Verkauf gehen direkt als Spenden in die Veteranenarbeit über. Um zudem den breiten Rückhalt zu betonen, den Veteranen trotz aller Unscheinbarkeit schon jetzt haben, sind die eigentlichen Beiträge von etlichen Vor-, Geleit- und Nachworten von u.a. Politikern und Verbandsvertretern umfasst.

Verschiedene Perspektive und verschiedene Anliegen
Der Inhalt ist in drei Großkapitel gegliedert: "Aus den Auslandseinsätzen der Bundeswehr" (hier stehen Einsatzberichte neben Erfahrungen nach der Heimkehr ins ehemals gewohnte Umfeld), "Veteranen und Gesellschaft" sowie zuletzt "Psychische Einsatzfolgen". Neben versierten Fachartikeln stehen bisweilen sehr persönliche Schilderungen, verfasst mit großer innerer Überwindung. So illustriert Oberleutnant Marcus Grotian, zugleich erster Vorsitzender des Vereins Patenschaftsnetzwerkes Afghanische Ortskräfte, in seinem Beitrag "Verantwortung nach dem Einsatz", wie sehr die Einsatzwirklichkeit von allem Leben in Deutschland entfernt ist. Ihm geht es darum zu verdeutlichen, dass Veteran-Sein vor allem eine geistige Kategorie sei, anwendbar auf alle, die bereit waren, ihr Leben für ihren Beruf als Soldat zu riskieren, gleichgültig ob direkt im Gefecht oder "nur" im Lager. "Vom Warten auf das Veteranenkonzept" berichtet die Fachjournalistin für Sicherheitspolitik Julia Weigelt: Ausgehend von Stimmen aus der Truppe werden die Positionen der Vorsitzenden des Deutschen Bundeswehrverbandes sowie des Reservistenverbandes zitiert, um zum Schluss auf den Bund Deutscher EinsatzVeteranen zu verweisen, der die Veteranendiskussion wieder angefacht habe. Der Diplompsychologe Thomas Kleinheinrich – selbst Kriegsdienstverweigerer und psychologischer Berater beim Bund Deutscher EinsatzVeteranen – führt in einem "fragmentarischen Streifzug" durch die letzten Jahre vor, welche Last ehemalige Soldaten zu tragen haben, welchem Unverständnis sie bei der Anerkennung ihrer Erkrankung selbst durch Bundeswehrangehörige begegnen, wie auch ihre Lebenspartner angesichts erfolgloser Therapieversuche verzweifeln und Kinder folgetraumatisiert werden. Es gebe schlichtweg keinen Lackmustest, um psychische Einsatzfolgeerkrankungen, deren Feld weit größer als PTBS ist, festzustellen.

Résumé und Verlosung
Insgesamt handelt es sich um ein sehr interessantes und phasenweise auch sehr persönliches Buch – oder vielmehr: "Buchprojekt, an dem so viel mehr hängt – und dessen Verbreitung wir gern durch eine Verlosung unterstützen. Der Reservistenverband verlost drei Exemplare: Bitte senden Sie eine E-Mail mit Ihrer Adresse und dem Stichwort "Unsichtbare Veteranen" an presse.bueroberlin@reservistenverband.de, Gewinner sind der sechste, zwölfte und 18te Einsender. Enthalten sein müssen Vorname, Nachname und postalische Anschrift. Fehlen diese Angaben, wird die E-Mail bei der Verlosung nicht berücksichtigt. Eine Mitgliedschaft im Reservistenverband wird für die Teilnahme nicht vorausgesetzt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


(tsp)

Bild oben: Drei Exemplare des Buchs "Unsichtbare
Veteranen" werden verlost (Foto: tsp).

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